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Auf dieser Wiese südlich des Edeka-Markts in Aurach will sich Sixtus ansiedeln.

„Es ist legitim, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt“

Sixtus-Standort: Offenbar keine Einigkeit im Gemeinderat

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Kritische Stimmen bei der Bürgerversammlung blieben zwar aus. Dennoch deuteten die Wortmeldungen darauf hin, dass der Sixtus-Standort in Aurach im Gemeinderat nicht unumstritten ist.

Noch hat Sixtus keinen Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplans im Fischbachauer Rathaus eingereicht. Im Gemeinderat hat der Meinungsbildungsprozess aber offenbar bereits begonnen. Das jedenfalls ließ Manfred Kreuzmayr bei der Bürgerversammlung im Klostersaal durchblicken. Der FWG-Gemeinderat ergriff das Wort, nachdem Bürgermeister Josef Lechner (CSU) die Ansiedlungspläne des Unternehmens auf einem 18 000 Quadratmeter großen Grundstück südlich des Edeka-Markts in Aurach vorgestellt hatte (wir berichteten).

„Es ist legitim, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt“, sagte Kreuzmayr. Die Mehrheit der Gemeinderäte sei aber der Auffassung, dass dieser Platz der einzig sinnvolle ist. „Wenn wir einen Hersteller von Kräuterprodukten abweisen, machen wir uns noch lächerlicher als Schliersee“, sagte Kreuzmayr. Nur von grünen Wiesen könne heute niemand mehr leben, und gänzlich unverbaute Ortseingänge gebe es auch andernorts kaum mehr. Die Zuhörer im Klostersaal quittierten Kreuzmayrs Ausführungen mit Applaus. 

Wer genau die Gegner sind und welche Argumente sie ins Feld führen, wurde bei der Versammlung nicht klar. Jedenfalls ergriff keiner von ihnen das Wort. Kreuzmayr ließ allerdings durchblicken, dass Zweiter Bürgermeister und Lechners CSU-Fraktionskollege Andreas Auracher eine andere Meinung als er vertrete. Ein Bürger wurde konkreter. Er berichtete, dass Auracher und Teile des Gemeinderats versucht hätten, Privatleute von ihrer Sichtweise zu überzeugen. „Hier arbeitet jemand gegen die Gemeinde“, sagte er in Richtung Lechner. Der Bürgermeister wollte das nicht kommentieren. Auch Auracher meldete sich nicht zu Wort.

Auf Nachfrage unserer Zeitung weist er die Vorwürfe aber zurück. Bislang seien die Sixtus-Pläne nur in nichtöffentlicher Sitzung besprochen worden, insofern könne sich auch noch keine öffentliche Meinung gebildet haben. „Wir haben eine Schweigepflicht“, sagt Auracher. Die Kommentare in der Versammlung bezeichnet er als „sehr verwunderlich“. Er habe immer gesagt, dass Sixtus in Fischbachau willkommen sei, betont Auracher. Da die Pläne nun öffentlich seien, könne man über den genauen Standort diskutieren. Lechner machte klar, dass es nun am Unternehmen sei, den nächsten Schritt zu machen. „Jetzt liegt es an Sixtus.“

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