Dieser Sendemast steht oberhalb der Bahnlinie und der B307 zwischen Neuhaus und Aurach.
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Nicht überall tabu: Dieser Sendemast steht oberhalb der Bahnlinie und der B307 zwischen Neuhaus und Aurach. Einen Standort nach dem Ortsausgang von Aurach Richtung Bayrischzell hat der Fischbachauer Bauausschuss nun aber einstimmig abgelehnt.

5G-Diskussion bewusst ausgeklammert

Störend fürs Landschaftsbild: Bauausschuss Fischbachau lehnt 25-Meter-Funkmast ab

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Mit einem 25-Meter-Funkmast hatte es der Fischbachauer Bauausschuss zu tun. Das Gremium lehnte den Antrag ab. Begründung: der störende Einfluss auf das Landschaftsbild.

Fischbachau – Man musste kein Ingenieur sein, um aus der Tagesordnung herauszulesen, was sich hinter diesem Bauvorhaben verbirgt: Mit dem Antrag auf Errichtung eines 25 Meter hohen „Schleuderbetonmastes mit Outdoor-Technik“ auf einem Grundstück an der B 307 in Aurach musste sich der Fischbachauer Bauausschuss kürzlich befassen. Schon angesichts der Höhe war klar, dass es wohl um eine Sendeanlage für Mobilfunk geht.

Die Antennen würden an einem „Kopf“ mit drei Metern Durchmesser angebracht, teilt Bauamtsleiter Werner Wagner auf Nachfrage mit. Antragsteller sei die Deutsche Funkturm GmbH in München, die mit dem Eigentümer des Grundstücks kurz vor dem Ortsausgang Richtung Bayrischzell einen privatrechtlichen Vertrag für die Nutzung der Fläche durch den Mast geschlossen hätte.

Das Reizwort „5G“ klammerte der Bauamtsleiter bewusst aus und bat auch die Ausschussmitglieder, auf eine Diskussion über mögliche Strahlungswerte und deren Folgen zu verzichten. „Wir hatten den Bauantrag rein baurechtlich zu behandeln“, erklärt Wagner. Alle anderen Argumente könne man nicht zur Grundlage eines Beschlusses machen. „Sonst machen wir uns angreifbar.“ Fakt sei, dass Mobilfunkmasten im Außenbereich grundsätzlich privilegiert seien, weil sie der Aufrechterhaltung der öffentlichen Kommunikation dienen würden.

Im vorliegenden Fall lehnte der Bauausschuss den Antrag dennoch einstimmig ab. Grund war laut Wagner dessen störende Wirkung auf das Landschaftsbild im Tal der Aurach. Aufgrund seiner Höhe und der gut einsehbaren Lage habe sich das Gremium gegen den Standort ausgesprochen. Eine andere Positionierung des Mastes sei auf dem knapp 4000 Quadratmeter großen Grundstück nicht möglich.

Bürgermeister will Thema 5G im Gemeinderat besprechen

Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG) hätte das Thema eigentlich gern in größerer Runde besprochen, teilt er auf Nachfrage mit. Alles, was in irgendeiner Form mit 5G zu tun habe, erhitze bekanntermaßen die Gemüter. Wegen der pandemiebedingten Absage der Januarsitzung habe man den Antrag nun aber behandeln müssen. „Wenn wir die Frist nicht eingehalten hätten, wäre er automatisch befürwortet worden“, erklärt Lohwasser. In der Sitzung am 22. Februar werde er aber nochmals zum Thema 5G Stellung nehmen, kündigt der Rathauschef an.

Aktuell prüfe die Verwaltung, inwiefern der Einstieg in eine so genannte Vorsorgeplanung Sinn mache. Wie berichtet, können Kommunen mit Unterstützung von Gutachtern selbst geeignete Standorte für neue Mobilfunkmasten ermitteln und so den Netzbetreibern gewissermaßen zuvorkommen. Lohwasser will mit solchen Gemeinden in Kontakt treten und sie nach ihren Erfahrungen befragen.

Eine generelle Ablehnung von 5G hält der Rathauschef hingegen nicht für zielführend, geschweige denn rechtlich haltbar. Die Grenzwerte in Sachen Strahlung seien bundesweit festgelegt. „Wir als Gemeinde können dazu keine Aussage treffen.“

Wie man weiter vorgehen wolle, müsse aber der Gemeinderat entscheiden. Lohwasser persönlich ist aber wichtig, nicht nur den 5G-Kritikern Gehör zu schenken. „Es gibt auch viele Bürger, die sich einen besseren Mobilfunkempfang in unserer Gemeinde wünschen.“

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