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Plant seine Nachfolge: Klaus Waltner, Betreiber des Nah & Gut-Marktes in Elbach.

„Die Gespräche laufen noch“

Supermarkt in Elbach: Nah & Gut-Chef will Laden abgeben

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Fast acht Jahre lang hat Klaus Waltner den Nah & Gut-Markt in Elbach geführt. Jetzt will sich der Kaufmann von seinem Laden verabschieden. So geht es jetzt weiter.

Elbach – „Brotzeitler“ sind Frühaufsteher. Bereits um 6 Uhr morgens klopfen die ersten Kunden bei Klaus Waltner an – eine Stunde vor Beginn der Öffnungszeit des Nah & Gut-Marktes in Elbach. Doch sie haben Glück. Waltner und sein Team haben bereits um 4.30 Uhr angefangen, die ersten Leberkässemmeln herzurichten. „Wir lassen die Leute schon rein“, sagt der 53-jährige Supermarktbetreiber. Keiner müsse hungrig in die Arbeit fahren. „Das ist unsere Nischenfunktion.“ Und der Grund, warum Waltner seinen Laden seit fast acht Jahren mit Erfolg führt.

Umso größer ist nun die Sorge der Kunden, dass damit bald Schluss sein könnte. Es geht das Gerücht, dass Waltner aufhören möchte und seinen Laden schließt. Auf Nachfrage unserer Zeitung gibt der Hundhamer Entwarnung. Er wolle den Markt mit 200 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie eigener Frischwurst- und Backwarenabteilung vielmehr an einen Nachfolger übergeben.

Interessent bereits gefunden

Eine interessierte Person habe er bereits gefunden. „Die Gespräche laufen noch“, sagt Waltner. Unter anderem die Ablösesumme sei noch zu klären. Eines aber verspricht der Chef seinen Kunden: „Es wird einen geregelten Übergang geben.“ Er werde alles dafür tun, um eine vorübergehende Schließung des Supermarktes zu vermeiden. Deshalb habe er sich bislang auch keine Frist gesetzt. In einem Viertel bis halben Jahr soll der Wechsel aber über die Bühne sein.

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Dass Waltner überhaupt ans Aufhören denkt, liegt nicht an seiner Motivation für den Elbacher Laden, betont er. „Es macht mir immer noch sehr viel Spaß.“ Doch der stressige Alltag habe seine Spuren hinterlassen. Gerade einmal zwei Wochen Urlaub habe er sich in den vergangenen beiden Jahren gegönnt, so Waltner. Von Montag bis Samstag steht er von früh bis spät im Geschäft, sonntags bestellt er die Waren. Jetzt wünsche er sich mal wieder ein normales Berufsleben mit halbwegs geregelten Arbeitszeiten. Nicht zuletzt wegen seiner Familie. Ein Anschlussengagement hat Waltner bereits gefunden. Wieder bei einem Edeka-Markt, diesmal aber als Angestellter und nicht mehr als selbstständiger Kaufmann.

Personalmangel bereitet Probleme

Damit ist der 53-Jährige auch eine andere Sorge los, die ihn in Elbach in den vergangenen Jahren vermehrt umgetrieben hat: den Personalmangel. Zwölf Mitarbeiter beschäftigt Waltner aktuell. Aufstocken kann er mangels Bewerbern kaum. „Die Lage wird nicht leichter“, sagt er.

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Über den Umsatz kann er sich aber nicht beklagen. Zahlen nennen will Waltner zwar nicht, doch sein Nah & Gut laufe gut. Zwischen 400 und 450 Kunden würden täglich bei ihm einkaufen. Für viele sei die „Dorfladen-Atmosphäre“ des im Vergleich zu den Vollsortimentern oder Discountern in der Umgebung kleinen Marktes ein entscheidender Grund. „Die Bevölkerung steht wahnsinnig hinter uns“, schwärmt Waltner.

Schließung kein Thema

Das soll auch unter seinem Nachfolger so sein, sagt der Hundhamer. Er werde so lange mit Rat und Tat zur Seite stehen, er der Laden so gut weiterlaufe wie jetzt. „Das ist meine oberste Prämisse“, stellt Waltner klar. Er dann kann er seinen geliebten Markt ruhigen Gewissens verlassen. Wobei: Als Kunde wird der 53-Jährige bestimmt das eine oder andere Mal vorbeischauen. Vielleicht ja auf eine Leberkässemmel auf dem Weg zu seiner neuen Arbeitsstelle.

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In einer Edeka-Filiale entschieden sich die Metzger dazu, Shirts mit einem lustigen Spruch zu tragen. Was sie nicht wussten: Der Schriftzug basiert auf einem Hitler-Zitat.

sg

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