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Hexenhaus im Klostersaal: Für ihr neues Stück „Verhexte Hex“ haben die Mitglieder der Theatergruppe des Trachtenvereins Broatnstoana Fischbachau ein aufwendiges Bühnenbild gebaut.

Premiere zum 30-jährigen Bestehen

Theater der Broatnstoana: Die Buckl Walli verzaubert ihr Publikum

Diese Hexe ist ein Ereignis: In der Rolle der Buckl Walli trug Elisabeth Bucher die turbulente Komödie „Verhexte Hex“ von Ralph Wallner im Fischbachauer Klostersaal zum Erfolg. 

Fischbachau – Temperamentvoll, listig, verschroben, beherzt, traurig oder zugewandt verzaubert die Buckl Walli (Elisabeth Bucher) ihr Publikum. Mit Magie geht freilich in der Bühnenhandlung des Dreiakters für die Dorfhexe nichts, sondern nur mit Kräuterwissen, mit Informationsverwertung und mit viel Brimborium, in das sich Bucher lustvoll wirft.

Große Spielfreude treibt auch die acht weiteren Darsteller an, die in den flott inszenierten Dialogen die Walli um Rat fragen oder austricksen wollen. Da ist der knuddelig-liebe, aber pfiffige Großbauernsohn Lorenz, mit dem Ferdinand Vitzthum beeindruckt. Wallis Zauberei soll ihm helfen, die elterlichen Widerstände gegen seine Burgl zu vertreiben, die als Findelkind arm aufgewachsen ist, herzig wie facettenreich gespielt von Vroni Eisenkolb.

Burgls menschlicher und freundlicher Ziehvater Kilian (Martin Greinsberger) kommt vertrauensvoll wegen zu kleiner, schrumpeliger Kartoffeln auf seinem schlechten Acker. Zur Kundschaft zählen zudem die zickig-gschnappige reiche Bichlbäuerin, „Bürgermeisterin“ und Lorenz‘ Mutter (Barbara Stadler), die neugierig-geschwätzige Moserin (Veron Liebl) und deren Mitläuferin, die zugleich vorwitzige wie zaghafte Kauerin (Barbara Schoner). Die beiden Letzteren sorgen in etlichen der geistreichen, aber nie platten Regie-Einfälle von Spielleiter Christian Scherl für krachende Situationskomik. Herrlich etwa die Reit- und Abhebeversuche von Liebl und Schoner auf Wallis vermeintlichem Hexenbesen.

Doch die Idylle um die romantische Hütte zwischen Felsenwand und mehreren (echten) Bäumen des liebevoll eingerichteten Bühnenbildes ist gefährdet. Dorfpfarrer Johannes legt der Hexe nahe, zu verschwinden. Mal durchtrieben, mal begriffsstutzig ist Gerhard Eisenkolb in dieser Rolle der Partner des Bürgermeisters und Bichlbauers, um das Dorf in einen geschleckten Wallfahrtsort zu verwandeln. Als Gemeindechef, Großbauer, Wirt und Lorenz‘ Vater tritt entsprechend großkotzig ein selbstbewusster Thomas Greinsberger auf, der auch eine wilde Beschwörung Wallis lächerlich macht, aber sich wie das Fahnderl im Wind dreht, als alles anders wird.

Denn nach allerlei Missverständnissen, Intrigen und dem Anrichten eines Wunderspektakels durch einige der Protagonisten entwirren sich die Handlungsfäden und verbinden sich neu zu einem für alle glücklichen Ende. Das bestens unterhaltene Publikum dankte mit viel Applaus für einen zwar langen, aber äußerst kurzweiligen Abend.

Von Gudula Beyse

Weitere Termine

Die Fischbachauer Trachtler führen die „Verhexte Hex“ nochmals im Klostersaal auf am Samstag, 3. Februar, um 20 Uhr, am Sonntag, 4. Februar, um 16 Uhr, sowie jeweils um 20 Uhr am Sonntag, 11., Freitag, 16., und Samstag, 24. Februar. Karten gibt’s bei Barbara Funk, 0 80 28 / 90 58 29.

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