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Domus Mea betreut erwachsene Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen und betreibt Standorte in Hausham und Fischbachau. Unlängst hat die Einrichtung (im Bild Mitarbeiterin Eva Mair) sogenannte „Snoezelenräume“ eingerichtet, die der Therapie und Förderung dienen. Nach einer durchaus bewegten Geschichte scheint das Therapiezentrum in Fischbachau in ruhigem Fahrwasser angekommen zu sein.

„Wir haben uns von dem Thema befreit“

Domus Mea: So läuft es heute 

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In der Vergangenheit stieß das Fischbachauer Therapiezentrum Domus Mea nicht immer auf Gegenliebe. Inzwischen hat sich das Therapiezentrum dem Anschein nach gut in die Gemeinde integriert.

Fischbachau – Die jüngere Vergangenheit der Fischbachauer sozialtherapeutischen Einrichtung kann man gelinde gesagt als bewegt bezeichnen. Bekanntlich wurde das Zentrum bis 2012 von dem Träger „Der Neue Weg“ geführt. Vorfälle hinsichtlich des groben Umgangs von Personal mit den psychisch kranken Bewohnern sorgten für Schlagzeilen.

2012 war gewissermaßen aber auch ein Neuanfang für die Einrichtung, die seinerzeit vom Betreiber Domus Mea übernommen wurde. Ganz zur Ruhe kam der Ort aber auch nach dieser Übernahme nicht. Entsetzte Anwohner hatten – als Antwort auf einen geplanten Verbindungsbau zwischen den beiden bestehenden Gebäuden im ältesten Hof Fischbachaus – eine Interessengemeinschaft gegründet. Die richtete sich gegen die Lärmbelastung durch die Einrichtung. Einer der Vorwürfe lautete etwa, dass regelmäßig Patienten schreiend über einen längeren Zeitraum auf dem Balkon stünden. Mitunter deshalb, weil Domus Mea mit zu wenig Personal arbeite. Die Personalsituation, räumt Katja Lichtenfeld, Hausleiterin in Hausham ein, könnte auch heute „besser sein“. Das liege vorwiegend an der nicht ganz einfachen Klientel, die vereinzelt zu Aggressionen neige. „Von fünf Fachkräften bleibt vielleicht eine, die sich das zutraut.“

Die Arbeit in so einer Einrichtung sei zwar eine schöne Herausforderung. „Sie erfordert aber viel Kreativität und man muss sich schon daran gewöhnen.“ Dennoch sieht Lichtenfeld Domus Mea auch in dieser Hinsicht „auf einem guten Weg“.

Seit es die letzten Misstöne gab, ist viel Zeit vergangen und die Wogen haben sich dem Anschein nach geglättet. „Ich denke, wir haben uns inzwischen gut von dem Thema befreit“, sagt Lichtenfeld, die seit neun Jahren für die Domus-Mea-Gruppe tätig und auch mit der Situation vor Ort in Fischbachau bestens vertraut ist, wie sie versichert. Man habe gute, problemlose Kontakte zu den Menschen, die ihrerseits großes Interesse an der Einrichtung zeigten. Das habe auch mit der aktiven Öffentlichkeitsarbeit zu tun. „Ich denke, wir werden gut angenommen.“

Eine friedliche Koexistenz zwischen Bürgern, Patienten und Einrichtung bestätigt auch Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner. Ohnehin gebe es zwischen Gemeinde und Domus Mea über die Kräuterregion eine Zusammenarbeit, von Problemen habe er zuletzt nichts gehört. Einen gewissen „Gesprächsbedarf“ hinsichtlich der Führung der Einrichtung muss es Lechner zufolge im zweiten Halbjahr 2016 dennoch gegeben haben, da Joachim Merkel, Seniorchef der Domus-Mea-Gruppe, im Dezember „Knall auf Fall“ einen neuen Einrichtungsleiter angeheuert habe. „Der neue Mann hat sich mir vorgestellt und ich habe ihn als sehr vernünftig erlebt“, sagt Lechner. „Und seither habe ich überhaupt keine Störsignale empfangen.“ Er sehe aktuell keinerlei Anzeichen für Unregelmäßigkeiten. „Ich bin allerdings auch nicht hinter den Türen.“

„Aus unserer Sicht läuft in Fischbachau alles in ruhigen Bahnen“, teilt Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamtes, auf Nachfrage unserer Zeitung mit. „Von neuen Beschwerden ist uns nichts bekannt.“ Die Heimaufsicht besichtige alle Einrichtungen regelmäßig mindestens einmal jährlich, „sowohl unangemeldet als auch angemeldet“. Darüber hinaus würden die Einrichtungen zusätzlich anlassbezogen oder nach erteilten Anordnungen besucht. Einen konkreten Anlass hat es jedoch zuletzt scheinbar nicht gegeben.

ah

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