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Auf Holunder - in Bayern Holler - will das Leitzachtal künftig im Tourismus setzen.

ATS-Kompetenzzentrum hat Strategie präsentiert

Tourismus-Konzept: Fischbachau wird zum Hollertal

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Fischbachau - Die Kräuterregion Leitzachtal wird konkret: Ab sofort will sich die Region als "Hollertal" vermarkten. Ein entsprechendes Konzept hat die ATS nun präsentiert.

Die Leitzachtaler haben ein Faible für Kräuter. Das wollen sie auch touristisch vermarkten. Einen ganzen Korb voll Ideen hat der Fischbachauer Arbeitskreis „Kräuter-Kraft-Natur“ bereits gesammelt (wir berichteten). Um diese zu einem stimmigen Strauß zusammenzubinden, hat die Gemeinde das neue Kompetenzzentrum für Tourismus der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) mit der Erstellung eines Konzepts beauftragt. Im Gemeinderat stellte ATS-Geschäftsführer Thorsten Schär nun die ersten Ergebnisse vor.

Bevor er das Geheimnis lüftete, lobte Schär die Vorarbeit durch den Arbeitskreis. „Diese Initiative kann man nicht hoch genug schätzen“, sagte er. Deshalb habe die ATS das Rad nicht neu erfinden müssen, sondern auf den vorhandenen Ideen aufbauen können. Weil das Leitzachtal nicht allein auf dem Kräutermarkt ist, haben die Experten auch die Konkurrenz unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis klingt im ersten Moment ernüchternd. „Wir sind nicht die erste Kräuterregion“, sagte Schär. So vermarkte sich das 1000-Seelen-Örtchen Irschen in Kärnten bereits seit 20 Jahren erfolgreich als „Kräuterdorf“, und auch das benachbarte Tölzer Land sei 2010 über ein Leader-Projekt auf den Zug mit den wohlduftenden und -schmeckenden Gewächsen aufgesprungen.

Die Touristiker haben aber eine Marktlücke identifiziert. „Nur die wenigsten Konkurrenten arbeiten mit einem klaren Produktfokus“, erklärte Schär. Genau das schlägt die ATS für Fischbachau aber vor. Statt als Kräutertal sollte sich die Region künftig als „Holler- und Kräutertal“ präsentieren. Der Holler sei ein „positiv besetztes Thema“, um das sich viele interessante Geschichten ranken. Etwa die der germanischen Göttin der Sträucher und Stauden, die den Holler als ihren Lieblingsbaum auserkoren habe. Auch das Märchen von „Frau Holle“ sei eng mit der Pflanze verbunden, verriet Schär.

Weil aber nur schöne Geschichten nicht reichen, um Urlauber ins „Hollertal“ zu locken, hat die ATS bereits erste Maßnahmen ausgearbeitet. „Die Gäste sollen immer wieder über das Thema stolpern“, erklärte Schär. Dazu brauche es keine Holler-Plantage wie in der Steiermark, sondern ein Produkt, das sich auf breiter Basis vertreiben lässt. Schär schlug eine Kooperation mit einem überregional bekannten Betrieb wie Herbaria oder dem Café Winklstüberl vor. Auch eine Zusammenarbeit mit Gastgebern und Gastronomie sei sinnvoll. „Wir müssen Partner gewinnen“, sagte er.

Über entsprechende Hinweisschilder sollen Ausflügler und Urlauber zudem schon an den Ortseingängen auf das „Hollertal“ aufmerksam werden. Flyer und weitere Werbemittel könnten das Marketing abrunden. Einen detaillierten Kostenplan für die Maßnahmen will die ATS laut Schär Mitte November vorlegen. Bereits 2017 soll der Startschuss für das Projekt erfolgen. „Pünktlich zum Beginn der Hollerblüte.“

Die Gemeinderäte schien die Idee jedenfalls bereits überzeugt zu haben. Und auch Zweiter Bürgermeister Andreas Auracher bescheinigte dem „Hollertal“ großes Potenzial. „Ich bin überzeugt, dass das gut zu unserem sanften Tourismus passt.“

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