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Ein Dampfzug wie dieser soll im Herbst ins Leitzachtal rollen.

Doppeljubiläum im September

Tourismusverein und Herbaria feiern: Sogar eine Dampflok rollt ins Leitzachtal

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200 Jahre Fremdenverkehr, 100 Jahre Herbaria: Im September steht den Fischbachauern ein großes Fest bevor. Sogar eine Dampflok soll ins Leitzachtal rollen.

Fischbachau – Der lieben Verwandtschaft scheint es recht gut gefallen zu haben im schönen Leitzachtal. Jedenfalls ging der Großvater der Familie Riezler aus Fischbachauer wohl davon aus, als er 1820 die Einladung zur erneuten „Sommerfrische“ an seine Angehörigen verschickte: „Ihr werdet jetzt wohl bald wieder in dem lieblichen Fischbachau sein“, schrieb er da. Heute ist dieser Brief ein historisches Dokument. Für den Tourismus- und Verkehrsverein Leitzachtal bezeugt es nicht weniger als den Beginn des Fremdenverkehrs in Fischbachau.

Pünktlich zum 200-jährigen Jubiläum plant der Verein nun ein großes Fest. Wobei: Eigentlich ist es ein bisschen verfrüht geplant. Das liegt aber an einem anderen runden Geburtstag im Ort. Die Firma Herbaria, die sich auf Kräuterprodukte wie Tees oder Gewürze spezialisiert hat und im Jahr 2000 ihren Sitz nach Fischbachau verlagerte, wird heuer 100. Über die Zusammenarbeit über den Arbeitskreis Kräuter, Kraft, Natur sei man dann auf die Idee gekommen, beide Anlässe zu koppeln, berichtete Josef Obermaier (CSU), Vorsitzender des Tourismusvereins, nun im Gemeinderat.

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Ein erstes Konzept steht bereits. Vom 13. bis 15. September geht es rund um die Wolfseehalle und auf dem Werksgelände von Herbaria im Ortsteil Hammer rund. Den Auftakt macht der Festabend mit der Band SOS, Kabarettist Stefan Kröll und dem schwäbischen Comedian Micha Marx am Freitag in der Wolfseehalle. Am „Tag der Märkte“ am Samstag erwarten die Besucher verschiedenste Stände aus Landwirtschaft und Handwerk sowie Foodtrucks. Herbaria bietet Artisten und Filmtiervorführungen und lädt zur Aufführung des „Insektenmärchen“ von Johanna Bittenbinder, Dscharlie Braun und Stefan Murr. Abends erobert Schauspieler und Musiker Stephan Zinner die Open-Air-Bühne.

Am Sonntag ist schließlich ein Sternmarsch der drei Blaskapellen in der Gemeinde zum Gottesdienst auf dem Festgelände geplant, verriet Obermaier. Die Pferdefreunde Leitzachtal werden mit einem historischen Gespann vorfahren, und der Trachtler-Nachwuchs sorgt für Abwechslung auf der Bühne. Über die Geschichte des Fremdenverkehrs in Fischbachau können sich die Besucher bei einer Ausstellung informieren, und auch ein Oldtimer-Treffen ist angedacht.

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Damit schon die Anreise zum Festgelände ein Erlebnis wird, haben sich die Initiatoren eine Buchung der Dampflok des Bayerischen Localbahn-Vereins mit Sitz in Landshut überlegt. Finanziell gesehen wird das allerdings kein Pappenstiel, wie Bürgermeister Josef Lechner (CSU) den Gemeinderäten erklärte. Stolze 18 000 Euro werden für Fahrten von Holzkirchen nach Bayrischzell und von Schliersee nach Bayrischzell fällig – selbstverständlich jedes Mal mit Stopps in Hammer/Fischbachau.

Die 600 Plätze im Zug seien aber erfahrungsgemäß sehr gefragt, weiß Lechner. „Da kommen zwischen 1000 und 1500 Leute nur wegen der Lok“, erklärte der Bürgermeister. „Das ist eine feste Clique.“ Abzüglich der verkauften Zugtickets bliebe dann noch eine Lücke von 11 000 Euro, rechnete Lechner vor. Weitere 6000 Euro habe er der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) beim jüngsten Krisengespräch abgerungen. „Als Wiedergutmachung für die Ausfälle im Schneechaos.“ Alles in allem würden auf die Gemeinde somit noch ein Eigenanteil von 5000 Euro zukommen. Überschaubar, fanden die Gemeinderäte und segneten den Zuschuss ab.

Selbst den Weg vom Bahnhof zum Festgelände müssen die Besucher nicht zu Fuß zurücklegen. Neben Kutschen und E-Autos wird auch ein Oldtimer-Bus als Chauffeurservice fungieren. Der neue Betreiber des Campingplatzes an der Glockenalm, Michael Müller, habe zugesagt, sein historisches Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, berichtete Lechner.

Leere Plätze sind wohl nicht zu befürchten. Alleine Herbaria habe bereits zwischen 1500 bis 2000 Einladungen an seine (internationalen) Gäste verschickt, erzählte Obermaier. Der Eintritt soll übrigens überschaubare fünf Euro pro Person kosten. Das Ticket ist zugleich ein Los für eine Tombola, betonte Obermaier. Nicht nur für Sommerfrischler ein echtes Angebot.

Für die Ausstellung

suchen die Organisatoren noch historische Dokumente, Alltagsgegenstände und Geschichten aus den vergangenen 200 Jahren. Jeder, der bis 31. Mai etwas beim Herbaria-Werksverkauf immer donnerstags und freitags von 10 bis 18 Uhr abgibt, wird mit freiem Eintritt zum Konzert von Stephan Zinner belohnt.

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