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Geschafft: Rainer Preuschl joggt am fünfzigsten Geburtstag auf den 50. Gipfel

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Von: Bettina Stuhlweißenburg

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Radelt, joggt, klettert: Rainer Preuschl am Startpunkt seiner Winterlaufstrecke in Fischhausen.
Radelt, joggt, klettert: Rainer Preuschl am Startpunkt seiner Winterlaufstrecke in Fischhausen. © Max Kalup

Geschafft! 50 Gipfel hat Rainer Preuschl in zehn Monaten erreicht. Nicht etwa wandernd in gleichmäßig-moderatem Tempo. Nein, Preuschl ist Trail-Runner – er joggt auf die Berge.

Neuhaus – Wie berichtet, hatte sich der Neuhauser anlässlich seines 50. Geburtstags in den Kopf gesetzt, in seinem Jubiläumsjahr auf 50 Gipfel zu laufen. Und zwar CO2-neutral: Er radelte von Neuhaus zu den Startpunkten am Fuß der jeweiligen Berge, statt das Auto zu nutzen.

Ursprünglich hatte er sein Ziel Ende November erreichen wollen. Doch Preuschl schaffte es früher: An seinem 50. Geburtstag nahm er Gipfel 49 und 50: den bayerischen sowie den österreichischen Schinder. Dreieinhalb Stunden brauchte er für die Tour mit ihren 1200 Höhenmetern. Weitere zwei Stunden für die Hin- und Rückfahrt mit dem Rad, die ihn über zusätzliche 650 Höhenmeter führte.

Sport statt Sekt zum 50. Geburtstag? Keineswegs. „Nach der Tour gab es ein Mittagessen mit anschließendem Kaffeetrinken“, sagt Preuschl. War ja auch ein Dienstag. Nachgefeiert hat er dann an einem Samstag.

Sport ist keine Plackerei: „Ich brauche das Laufen als Ventil. Sonst werde ich zwider“

Allerdings ist Sport für Preuschl ohnehin keine Plackerei, zu der er sich aufraffen muss: „Ich habe das Glück – oder das Pech, je nachdem, wie man es betrachtet – dass ich das Laufen als Ventil brauche. Sonst werde ich zwider.“ Das bekommen dann seine Freunde zu spüren: „Aber die kennen mich, die sagen dann: geh laufen“, erzählt Preuschl, der auch Marathons läuft, klettert und bei der Leitzachtaler Sektion des Deutschen Alpenvereins aktiv ist.

Außerdem ist der Laufsport seine berufliche Kreativquelle: „Wenn mich Kunden, die ich berate, mit einer Herausforderung konfrontieren, fallen mir die Lösungen meist beim Laufen ein.“ Preuschl merkt dann gar nicht, dass er joggt, so gedankenversunken ist er. Der Freiberufler, der unter anderem Führungskräfte coacht, hat es sich zur Routine gemacht, die Laufschuhe anzuziehen, wenn er am Schreibtisch über einer Aufgabe brütet.

Preuschl mag die sportliche Herausforderung. So nahm er den Vorschlag eines Freundes an, auf der Tour über Schreistein, Blankenstein, Risserkogel, Setzberg und Wallberg eine Kletterpartie als zusätzliches Schmankerl einzubauen. Als ob fünf Gipfel auf einer Tour nicht anspruchsvoll genug wären! Preuschl und sein Begleiter packten also die Kletterausrüstung ein – vier zusätzliche Kilo pro Mann – und legten los. Zwei Stunden brauchten sie für die Gratüberschreitung am Blankenstein. Hinzu kommen sechs Stunden Laufzeit und drei Stunden Radlzeit. Alles an einem Tag.

Hin- und Rückfahrten mit dem Fahrrad unterschätzt

Ist Preuschl jetzt – nach 50 Gipfeln binnen eines Jahres – fitter oder schlapper als vorher? Immerhin hat er jeden zweiten Tag trainiert. Das kann stählen – aber auch erschöpfen. Darauf gibt der 50-Jährige keine klare Antwort. „Was ich unterschätzt habe“, sagt er, „war die Dauer der Hin- und Rückfahrten mit dem Rad.“ Denn nachdem er die Schlierseer Berge geschafft hatte, musste er entlegenere Gipfel ansteuern. „Da war es teilweise schon dunkel, wenn ich heimgekommen bin“, erzählt er.

Mit dem Erreichen der 50 Gipfel – darunter Stümpfling, Rosskopf, Trainsjoch und Großer Traithen – wollte Preuschl nicht nur eine sportliche Herausforderung stemmen: Wie berichtet, sammelte er gleichzeitig Spenden bei regionalen Unternehmen – und ließ im Gegenzug ihre Firmenlogos auf sein Lauf-Shirt drucken. 2800 Euro hat er auf diese Weise gesammelt. Zu den Unterstützern zählen Susa und Robert Forster sowie die Firmen Lantenhammer, Moralt, Essendorfer und IFM-Institut für Mittelstandserfolg. Die Summe will Preuschl Anfang Dezember an Diakon Alois Winderl übergeben, der damit bedürftige Familien des Kindergartens St. Josef in Neuhaus unterstützt.

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