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Erfreut sich wachsender Beliebtheit: die Wendelsteinringlinie, hier ein Bus im Leitzachtal.

Bilanz im Gemeinderat

Trendwende geschafft: Wendelsteinringlinie erneut mit steigenden Fahrgastzahlen

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Vor fünf Jahren stand die Wendelsteinringlinie vor dem Aus. Jetzt befindet sie sich im Höhenflug. Die Fahrgastzahlen steigen immer weiter. Die ganze Runde fährt aber fast niemand.

Fischbachau – Am Abgrund standen die Busse der Wendelsteinringlinie 2014. Wäre es mit den Fahrgastzahlen weiter bergab gegangen, wäre die einzigartige Rundfahrt um den markanten Ausflugsberg zwischen Leitzach- und Inntal wohl in einer Sackgasse geendet. Nun aber scheint die Talsohle überwunden. Seit 2015 seien die Fahrgastzahlen ständig gestiegen, teilte Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU), einer der hartnäckigsten Kämpfer für die Ringlinie, nun im Gemeinderat mit.

Ließen sich 2015 noch rund 8000 Passagiere um den Wendelstein kutschieren, waren es 2018 schon 10 600. Gut 70 Prozent von ihnen haben für ihr Ticket aber nichts bezahlt – zumindest nicht beim Fahrer. Sie nahmen die Gratis-Leistung ihrer Gästekarte in Anspruch. Auf die ganz große Tour verzichteten die meisten von ihnen aber. Nur fünf Prozent der Mitfahrer klapperten alle vier Zonen ab. Die meisten stiegen nach einer (56 Prozent) oder zwei Zonen (30 Prozent) wieder aus. Besonders beliebt sei der Bus bei Wanderern, die vom Leitzach- ins Inntal wechseln wollen – oder eben umgekehrt.

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Das lassen sich die beiden Landkreise Miesbach und Rosenheim sowie die sieben beteiligten Gemeinden (Fischbachau, Bayrischzell, Schliersee, Oberaudorf, Flintsbach, Brannenburg und Bad Feilnbach) einiges kosten. Bei Einnahmen von 122 600 Euro und Ausgaben von 146 100 Euro verbuchte die Wendelsteinringlinie 2018 ein Defizit von 23 500 Euro. Dieses wird in Form eines Sockelbetrags sowie eines nutzungsabhängigen Gästekarttenanteils auf die Mitzahler umgelegt. Fischbachau müsse daher 7500 Euro löhnen, erklärte Lechner.

„Für meine Begriffe ist es das aber wert“, fand er. Die Ringlinie sei die einzige Busverbindung vom Ober- ins Unterland. Der Rathauschef räumte aber ein, dass er auch diesmal einiges an Überzeugungsarbeit bei seinen Kollegen leisten musste. „Aber nur wenn alle mitmachen, können wir es aufrechterhalten.“

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Auch Heinrich Isenmanns (CSU) Anregung, die Wendelsteinringlinie über einen zusätzlichen Halt im Ort Pang an das Rosenheimer Busnetz anzuschließen, habe man weitergegeben, berichtete Fischbachaus Geschäftsleiter Johann Neundlinger. Die Antwort sei aber ernüchternd ausgefallen. „Dann lässt sich der Fahrplan nicht mehr einhalten.“ Isenmann wollte sich damit aber nicht abfinden. Man müsse beim zuständigen Busunternehmen eben mehr Druck machen. „Er ist der Chauffeur, wir zahlen“, sagte Isenmann. „Und wer zahlt, schafft an.“

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sg

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