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Prädestiniert für ein zentrales Heizwerk: der Ortskern von Hundham.

Gemeinde sucht jetzt einen Betreiber

Umfrage: Ganz Hundham wünscht sich ein Nahwärmenetz

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Feuer und Flamme sind die Hundhamer für eine Nahwärmeversorgung in ihrem Ort. Dies hat eine Umfrage der Gemeinde ergeben. Jetzt wird ein Betreiber gesucht.

Fischbachau – Von 172 Befragten hätten bis dato 116 Rückmeldung gegeben, berichtete Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU) nun im Gemeinderat. Das Ergebnis überrascht selbst die optimistischsten Annahmen: 78 Prozent hätten ihr Interesse an einem Anschluss bekundet, so Lechner. „Das ist ein enormer Zulauf.“ Manch ein Bürger habe sogar bei ihm an der Haustür geklingelt, um gleich zu unterschreiben, erzählte der Rathauschef schmunzelnd.

Herzerwärmend fällt auch die Experteneinschätzung aus. Andreas Scharli, Energiemanager bei der Energiewende Oberland (EWO), habe Hundham ein großes Potenzial für ein Nahwärmenetz bescheinigt. Aufgrund seiner kompakten Bebauung könne man den Ort mit einer zentralen Anlage versorgen, zitierte Lechner die EWO. Weil sich zudem viele Straßen und Wege in Gemeindebesitz befinden würden, lasse sich auch der Leitungsbau verhältnismäßig unkompliziert abwickeln. „Die sagen, das ist eine gmahde Wiesn“, sagte Lechner. Das Fazit für den Bürgermeister ist klar: Die Gemeinde sollen das Thema weiter verfolgen und nicht nur auf den Ausgangspunkt in der Caritas-Siedlung beschränken.

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Wie berichtet, macht die dortige Pelletsheizung immer wieder Probleme. Weil eine Umrüstung auf Hackschnitzel zu teuer ist, hatte sich der Gemeinderat kürzlich für eine erneute Reparatur entschieden. Eine Übergangslösung, um mittelfristig über ein Nahwärmenetz nachdenken zu können.

Umfrage: Ganz Hundham wünscht sich ein Nahwärmenetz

Durch den großen Zuspruch der Bürger geht jetzt alles ganz schnell. Lechner kündigte an, umgehend nach einem Grundstück und einem Investor beziehungsweise Betreiber für die Heizanlage zu suchen. Im Januar wolle man die Bürger bei einer Info-Veranstaltung über Anschluss- und Verbrauchskosten sowie die technischen Voraussetzungen aufklären, noch 2020 sollen die ersten Haushalte ans Netz gehen.

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Michael Gartmaier (CSU) erkundigte sich, ob nicht auch die Gemeinde selbst in das Projekt einsteigen könne. Aus Weyarn wisse er, dass die Kommune hier mit 51 Prozent an der Wärmeversorgung beteiligt ist. Lechner winkte ab. „Das ist mitnichten Aufgabe einer Gemeinde“, fand er. Außerdem habe Fischbachau für 2020 schon genug Themen auf der Agenda. „Wenn wir uns noch mehr zumuten, laufen wir Gefahr, uns finanziell zu überheben.“

Letztlich segneten die Gemeinderäte einstimmig die Vorgehensweise ab. Lothar Prack (Neue Liste) wollte noch wissen, was passiert, „wenn der Betreiber in die Knie geht“. Für diesen Fall, so Lechner, gebe es eine Rückfallklausel. „Dann springt die Gemeinde ein – aber nur vorübergehend.“

sg

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