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Wer nicht ordentlich parkte, kam in Fischbachau bisher unbeschadet davon. Jetzt gibt‘s Knöllchen.

Verkehrsüberwachung

Falschparker in Fischbachau müssen künftig zahlen

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Kreuz und quer parken die Autos in Fischbachau – vor allem im Sommer. Manchmal kommt nicht mal mehr die Feuerwehr durch. Das soll jetzt ein Ende haben. 

Fischbachau Der Sommer ist noch ein gutes Stück entfernt. Josef Lechners Gedanken kreisen trotzdem schon um das Warmbad. Den Fischbachauer Bürgermeister ärgert es, wie die Leute dort im Sommer parken. Kreuz und quer und auf den Gehsteigen nämlich. Und nicht nur am Warmbad, auch in der Straße zum Birkenstein halten die Besucher nicht viel von Regeln. „Die Parkverbotsschilder stehen da umsonst“, stellte Lechner nüchtern im Gemeinderat fest. Bisher wurde das Falschparken in Fischbachau nicht geahndet. Das ändert sich jetzt.

Knöllchen und Bußgelder gibt’s künftig nicht nur für falsch geparkte Fahrzeuge, auch Raser müssen mit Strafzetteln rechnen. Der Gemeinderat entschied, sowohl den ruhenden als auch den fließenden Verkehr vom Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland überwachen zu lassen.

„So vergraulen wir unsere Gäste“, merkte Peter Rauffer (FaB) an. Die vielen Falschparker führt er auf die teils schlechte Beschilderung zurück. Auswärtige würden oft gar nicht verstehen, wo sie parken dürfen und wo nicht. Lechner setzte dem entgegen, dass alle zwei Jahre eine Begehung mit Polizei und Landratsamt stattfinde. „Die sagen, die Schilder sind richtig.“

Trotzdem will Lechner auf Rauffers Bedenken eingehen und mit dem Zweckverband die vorhandenen Schilder gemeinsam überprüfen. Emmi Göttfried (Neue Liste) misst denen aber sowieso kaum Bedeutung bei: „Die Leute schauen doch gar nicht. Die stellen sich trotz Schildern einfach hin.“ Genau in solchen Fällen wird dann der Zweckverband künftig aktiv.

Die Parkschlange am Fischbachauer Warmbad.

Wann, wo und in welchem Umfang Radar gemessen oder die Parksituation überwacht werden soll, das gilt es nun festzulegen. Voraussichtlich im April wird die Gemeinde alle notwendigen Vorkehrungen treffen, zum Beispiel Schilder mit Hinweisen auf einer Parkscheibe aufstellen. Im Mai soll die Überwachung dann vermutlich losgehen. Beim Zweckverband ist die Gemeinde erst einmal Mitglied auf Probe für zwei Jahre. Nach einem Jahr besteht die Möglichkeit, aufzuhören oder eine Vollmitgliedschaft abzuschließen.

Beim Überwachen will die Gemeinde alle möglichen Szenarien bedenken, damit nicht doch die Gäste vergrault werden. „Wir brauchen Parkplätze, wo man auch zwei oder drei Tage stehen kann“, so Lechner. Für diejenigen, die auf eine Hütte wandern wollen. Denn eigentlich seien Wanderparkplätze ja nicht zum Dauerparken da, merkte Hans Seemüler (Freie Wähler) an. Ob es für besagte Hüttenwanderer extra Parkplätze gibt, oder sich die betroffenen Personen einen Parkschein im Rathaus holen müssen, ist noch nicht klar.

Für die Warmbad-Besucher gibt es ja bereits genügend Parkplätze. Einer am Bad direkt, ein weiterer an der Mittelschule. Lechner schätzt, dass das insgesamt 100 Plätze sind. „An schönen Tagen reicht das nicht aus“, ist ihm klar. Die Leute seien aber eben zu bequem, um bis zum Parkplatz an der Kirche zu laufen, auf dem auch rund 40 Plätze zu Verfügung stehen. In Zukunft müssen sie das. Oder sie zahlen.

nip

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