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Am Limit: Dieser Mitsubishi Lancer Evo war das schnellste Fahrzeug bei der Rallye am Auerberg.

Keine Neuauflage in 2020

Viele Schikanen für AMC-Rallye: Rennleiter zieht die Notbremse

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Durch drei Orte hätte die Rallye des AMC Miesbach führen sollen. Am Ende blieb es bei drei Runden am Auerberg. Und 2020 wird es wohl keine Neuauflage mehr geben.

Fischbachau – Bordbuch und Karten für die Beifahrer waren schon gedruckt, da musste der Rennleiter die Notbremse ziehen. Weil er kein Personal für die Straßensperren auftreiben konnte, war Gerhard Heger gezwungen, die Irschenberger Wertungsprüfung aus dem Programm der Leitzachtal-Rallye des AMC Miesbach zu streichen. Weniger als eine Woche vor dem Start stand die seit Monaten geplante Motorsportveranstaltung am Abgrund.

Als rettendes Notrad erwies sich letztlich das mit 28 Fahrzeugen eher mittelmäßig besetzte Teilnehmerfeld. So konnte Heger spontan umdisponieren und die ursprünglich zwei geplanten Runden auf dem 15 Kilometer langen Kurs am Auerberg (Gemeinde Fischbachau) auf drei aufbohren. Im Nachhinein ist der AMC-Vorsitzende froh, dass er diese organisatorische Schikane bewältigt hat. „Eine Absage wäre ein noch größerer Aufwand gewesen.“

Trotz der unfallfreien Veranstaltung mit positiven Rückmeldungen von Fahrern, Zuschauern und Grundstückseigentümern an der Strecke, denen Heger ausdrücklich für ihre Kooperation dankt. Er selbst werde die Planung künftig aber nicht mehr in die Hand nehmen. „Da wirst du verrückt.“

Wie berichtet, wurden die Motorsportler von verschiedenen Seiten her ausgebremst. Zuerst mussten sie die Strecke in Miesbach streichen, weil die Mehrheit der Bauausschussmitglieder die Veranstaltung für nicht mehr zeitgemäß gehalten hatte. Aus Irschenberg gab es zwar grünes Licht – allerdings mit der Einschränkung, dass die Feuerwehr eine Übernahme der Streckensperrungen verweigert hatte. „Das haben wir von Anfang an so kommuniziert“, erklärt Kommandant Tom Niggl. Die zugesagten neun Mann und ein Fahrzeug für Brandschutz und technische Hilfeleistung hätte man geschickt, aber nicht mehr. „Wenn am Wochenende ein Einsatz ist, brauche ich meine Leute an anderer Stelle.“

Dass die Rallye letztlich einen Bogen um Irschenberg gemacht hat, damit kann selbst Heger im Rückblick leben. Er ist froh, dass in Fischbachau alles gut über die Bühne gegangen ist. Nicht zuletzt dank moderner Funktechnik habe man stets die gesamte Strecke im Blick gehabt. Lob habe er deshalb auch von der Polizei bekommen. Nichtsdestotrotz wird es wohl die letzte Rallye in dieser Form gewesen sein, sagt Heger. Nach zwölf Rennen seit 1986 steht die Startampel aller Voraussicht nach endgültig auf Rot. 

Ein tragischer Unfall überschattet das Eifel-Rallye-Festival - zwei Zuschauer werden schwer verletzt.

sg

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