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Macht den Proll in München: Hundhamer Niklas Brunner.

Bald auch in Tegernsee

Vom Schul-Musical zu Fack ja Göthe - Ein Hundhamer macht Karriere

Von der Hauptrolle im Musical „Hairspray“ am Miesbacher Gymnasium zum Darsteller im Musical „Fack ju Göhte“ in München: Niklas Brunner (19) aus Hundham macht in München Kariere und wird bald am Tegernsee zu sehen sein.

Hundham/München– Aufmüpfige und lernfaule Jugendliche, die einen resozialisierten Straftäter als Klassenlehrer haben. Genau das spielt sich zur Zeit im Werk 7 Theater im Werksviertel München ab. Dort wird seit dem 21. Januar das Musical „Fack ju Göhte“ aufgeführt. Das Stück lehnt sich an den berühmten Kinofilm mit Elyas M’Barek und Karoline Herfurth an. Seit Ende März ist Niklas Brunner (19) aus Hundham mit dabei. Und stand schon über 100 Mal für diese Produktion auf der Bühne.

Der Hundhamer ist als sogenannter Swing – wechselnder Darsteller – engagiert. Somit springt er ein, wenn die Erstbesetzung verhindert ist. Dabei spielt Brunner die Rollen des südländischen Buraks und die des Klassenanführers Danger. Das Musical ist sein erstes professionelles Engagement. „Das wird auch immer etwas besonderes bleiben“, meint der Darsteller aus Hundham.

Angefangen hat seine Leidenschaft für die Musik bereits im Grundschulalter. Damals habe er schon in der Chor- und Musicalgruppe mitgemacht. Ab der fünften Klasse bis zur 8. Klasse spielte er beim Freien Landestheater im Märchen „Hänsel und Gretel“ mit. Gleichzeitig habe er auch seinen klassischen Gesangsunterricht begonnen, erzählt der 19-jährige. Bei einem Musicalworkshop in Rosenheim, beschloss er dann den Berufswunsch Musicaldarsteller anzustreben.

Ab 2014 nahm er in der Musikschule in Rosenheim einmal wöchentlich Unterricht in Gesang, Tanz und Schauspiel. Nach seiner Hauptrolle in der Musicalproduktion „Hairspray“ im Februar 2016 am Gymnasium Miesbach, wurden seine Bestrebungen ambitionierter. Noch während der Abifahrt 2017 reiste Brunner von Korfu nach Hamburg, um dort am Casting für das Musical “Fack ju Göhte“ teilnehmen zu können. Doch es folgte eine Absage.

Er lies sich nicht entmutigen und hatte sich erfolgreich für den Studiengang Musical an der Theaterakademie August Everding in München beworben. Nach zwei Wochen als Student bekam er dann die Zusage für das Musical Engagement. Die Qual der Wahl: Annehmen oder Weiterstudieren? Beides parallel war nicht möglich. Theaterhochschulen verhängen im ersten Jahr ein Auftrittsverbot für professionelle Produktionen. Er entschied sich für das Musical und gegen den wegen hunderter Bewerber schwer zugänglichen Studiengang. „Aber ich bereue meine Entscheidung nicht“, sagt Brunner.

Hart war die Vorbereitungszeit dennoch, der Hundhamer habe nur eine Woche Zeit gehabt seine Rollen einzustudieren. Die anderen Darsteller im Ensemble hatten schon eine dreimonatige Bühnenerfahrung mit dem Stück und eine sechswöchige Probezeit hinter sich. Dennoch meisterte er seine Premiere Ende März mit Bravour. Seitdem spielt er in dem dreistündigen Stück erfolgreich mit. Brunner ist im Ensemble das jüngste Mitglied und der einzige ohne professionelle Ausbildung.

Noch bis zum 09. September wird das Stück im Werk 7 Theater am Münchner Ostbahnhof aufgeführt. Dann fällt der letzte Vorhang in München – Brunner hofft, dass es dann andernorts weitergeht. Die Schulkomödie handelt von der Problemklasse 10b der Goethe-Gesamtschule. Durch ihren Lehrer und Ex-Häftling, Zeki Müller, sollen die Jugendlichen wieder in geordnete Bahnen gebracht werden. Da der Lehrer seine Unterrichtslizenz gefälscht hat und fragwürdige Erziehungsmaßnahmen vornimmt, ist das Chaos perfekt.

Nicht so chaotisch geht es bei Brunner beruflich weiter. Ab dem 25. November ist er im Weihnachtsmusical „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ vom Tegernseer Volkstheater auf der Bühne zu sehen. Kommende Woche fährt er nach Füssen zum Casting für das Musical „Ludwig“. Dort will er sich für die Rolle des Ottos – Ludwigs Bruder qualifizieren. Es wäre für den Hundhamer etwas besonderes, denn „Jan Ammann, der König Ludwig verkörpert, ist eines meiner Vorbilder“, sagt Brunner.

Amelie Knaus

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