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Muss schon wieder modernisiert werden: die Kläranlage in Wörnsmühl. 

Anlagensicherheit

Teure Nachrüstung im Wasser- und Klärwerk

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Wegen Telekom-Umstellung muss Fischbachau fast 60 000 Euro in eine neue Kommunikationstechnik investieren.

Fischbachau – Sobald die Telekom den Schalter umlegt, herrscht Verwirrung in den Pumpwerken und den Klärbecken der Gemeinde Fischbachau. Mit der Umstellung der Telefonanschlüsse auf die neue „Voice over IP“-Technik würden die innerhalb der Anlagen ausgetauschten Daten in Pakete zerlegt, erklärte Bernhard Brauner von der Firma BRAU-SE aus Regensburg nun im Gemeinderat. Mit der Folge, dass die elektronische Kommunikation im Wasser- und Abwassernetz nicht mehr funktioniere. „Der Empfänger kann nicht mehr zuordnen, von wo die Informationen kommen“, sagte Brauner. Störungsmeldungen und Steuerungsbefehle würden nicht mehr ankommen. Der Gemeinde bleibe daher nichts anderes übrig, als die Anschlüsse auf die neue Technik umzurüsten.

Anders als in den meisten Privathaushalten haben es die Kosten aber in sich. Alleine für die Wasserversorgung werden laut Angebot rund 15 500 Euro fällig, erklärte Bürgermeister Josef Lechner (CSU). Bei der Kläranlage sind es sogar 44 000 Euro. Die Gemeinderäte wollten das nicht so ohne weiteres schlucken. „Das sind ja horrende Kosten“, sagte Georg Göttfried (FaB). Erst vor drei Jahren habe man die Kläranlage in Wörnsmühl mit neuer Technik ausgestattet. „Haben wir da was verpennt?“ In diesem Umfang seien ihm die Kosten „suspekt“, sagte Göttfried. Da ihm die technische Kompetenz fehle, könne er das nicht aus dem Bauch heraus entscheiden.

Brauner verteidigte sein Angebot. Um das Update aufspielen zu können, müsse das komplette Leitsystem von Modem- auf DSL-Technik umgestellt werden. Zudem werde eine Firewall programmiert, um die Anlagen vor unerlaubten Zugriffen von außen zu schützen. Ohne diese Barriere bestünde die Gefahr, dass Hacker die Wasserversorgung oder Abwasserklärung stilllegen.

Der Bürgermeister konnte die Skepsis seiner Ratsmitglieder durchaus nachvollziehen. Das Problem sei die ge wählte Konstruktion. So habe man sich seinerzeit dafür entschieden, an jeder Pumpstation ein Modem zu verbauen. „Das war ein Webfehler“, räumte Lechner ein. Die Krux sei, dass man nun an dieser Technik hänge. Doch auch die Verwaltung sei beim Anblick der Kosten „aus den Socken gekippt“. Eine Auswirkung auf die Gebühren für die Bürger würde die Umrüstung aber nicht haben, versprach der Rathauschef.

„Wie zukunftssicher ist das dann?“, wollte Bernhard Padeller (FaB) wissen. Aus jetziger Sicht sehr, antwortete Brauner. Das komplette Gremium überzeugte er letztlich dennoch nicht. Gegen drei Stimmen verabschiedete der Gemeinderat die technische Umstellung für Wasser und Abwasser. Der Zorn auf den Verursacher der Aktion entlud sich noch bei Lothar Prack (Neue Liste). „Sind Sie von der Telekom?“, fragte er Brauner. „Sonst würde ich Sie jetzt zerpflücken.“ Brauner gab schmunzelnd zurück: „Nein, aber ich würde Sie dabei unterstützen.“ 

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