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Wollen zurück in die Heimat: Horst und Gretl Mahr aus Wörnsmühl sind gestrandet.

Videobotschaft auf Instagram

Gestrandet wegen Corona: Ehepaar aus Wörnsmühl schickt Hilferuf aus Neuseeland

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Gut die Hälfte des Jahres sind Horst und Gretl Mahr aus Wörnsmühl  im Ausland unterwegs. Jetzt sitzen sie wegen des Coronavirus in Neuseeland fest - und bitten um Hilfe.

Wörnsmühl/Christchurch – Der Hilferuf von der anderen Seite des Globus kommt per Videobotschaft. „Wir wissen nicht, was auf uns zukommt“, sagt Horst Mahr (78). „Alle sind verzweifelt.“ Eine junge Filmerin aus Deutschland, die wie Mahr und seine Frau Gretl in einem Hostel am Flughafen von Christchurch (Neuseeland) gestrandet ist, hat den kurzen Beitrag mit dem Ehepaar aus Wörnsmühl aufgenommen und ins soziale Netzwerk Instagram hochgeladen, um die Menschen in ihrem Heimatland auf ihre Notlage aufmerksam zu machen.

Zig andere, vorm allem junge Deutsche, hätten wegen des Coronavirus keine Chance, nach Hause zu kommen, schildert Mahr. „Viele sitzen auf der Straße.“ Alle Flüge seien gestrichen worden, Hotels überfüllt oder geschlossen. Auch Mahr und seine Frau – beide 78 Jahre alt – fürchten um ihren Schlafplatz. „Unser Hostel soll in 48 Stunden zugesperrt werden“, sagt der Wörnsmühler. Er schließt mit einem Appell nach Deutschland: „Wir bitten die Bundesregierung, uns hier möglichst schnell herauszuholen.“ Beim Auswärtigen Amt habe man sich bereits registriert.

Video verbreitet sich online wie ein Lauffeuer

In der Heimat der Mahrs hat sich das Video wie ein Lauffeuer verbreitet. Viele Bekannte – darunter auch ehemalige Schüler des pensionierten Lehrers – haben es geteilt. Ein Anruf unserer Zeitung bei Sohn Christian zeigt zumindest, dass die drohende Obdachlosigkeit der Mahrs in Christchurch mittlerweile abgewendet ist. „Sie haben ein Doppelzimmer und müssen da auch nicht raus“, sagt Christian Mahr. Wegen des Coronavirus geräumt werde vorerst nur der Schlafsaal des Hostels.

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Dennoch hat die mittlerweile globale Krise den Reiseplan der beiden Wörnsmühler auf den Kopf gestellt. Ende Februar waren sie nach Neuseeland aufgebrochen, um dort eine Rundreise anzutreten und Freunde zu besuchen. „Da war noch nicht abzusehen, wie dramatisch schnell sich das alles entwickelt“, sagt Christian Mahr. Ursprünglich wollten seine Eltern nach Australien weiterfliegen. „Da müssten sie aber jetzt erst mal für zwei Wochen in Quarantäne“, sagt der Sohn. Auch der anschließend geplante Aufenthalt bei Freunden sei gefährdet, weil Australier derzeit keine Europäer mehr bei sich aufnehmen dürften.

Auswärtiges Amt arbeitet an Rückholprogramm

Bleibt nur die Hoffnung auf den Rückflug nach Deutschland. Das Auswärtige Amt bittet die Reisenden auf seiner Homepage allerdings auch um Geduld: „Das Auswärtige Amt und die Botschaft Wellington arbeiten mit Hochdruck an einem Rückholprogramm für gestrandete Reisende.“

Auch Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner bietet seine Unterstützung an. Selbstverständlich sei ihm wichtig, dass alle „Schäfchen“ wieder zurück in ihre Heimatgemeinde finden. Betroffene, die Hilfe benötigen, könnten sich gern an ihn wenden. „Dann werde ich mein politisches Netzwerk nutzen.“ Lechner appelliert aber auch an die Eigenverantwortung von Reisenden. Wer in Zeiten des Coronavirus ins Ausland fahre, müsse sich der Gefahren bewusst sein. Auch einen Rücktransport zum Nulltarif, und damit zulasten der Steuerzahler, hält Lechner nicht für sinnvoll.

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Die Mahrs jedenfalls harren vorerst weiter aus. Ihr Sohn ist aber guter Dinge, dass seine Eltern als erfahrende Globetrotter, die seit 1974 ihr Haus regelmäßig mit anderen Personen auf der ganzen Welt tauschen, den Umständen entsprechend gut zurechtkommen. „Sie schieben keine Panik.“ Gleiches gelte für die Enkelin der Wörnsmühler, die sich derzeit im Rahmen eines „Work and Travel“-Programms ebenfalls in Neuseeland aufhält, wie Christian Mahr erzählt. „Sie bleibt eh noch bis Juni.“

sg

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