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Da ist der Wurm drin: die Mariä Schutz-Kirche in Fischbachau.

Biologische Schädlingsbekämpfung in Mariä Schutz

Wegen Holzwurm: Wespen sollen in Fischbachauer Kirche heimisch werden

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Im Hochaltar der Mariä Schutz-Kirche in Fischbachau haben sich Holzwürmer eingenistet. Die Schädlingsbekämpfung ist bereits angelaufen: mit hungrigen, aber harmlosen Schlupfwespen.

Fischbachau – Sie werden nur wenige Millimeter groß, doch ihr Werk kann zerstörerische Folgen haben. Wo Anobien zuschlagen, ist kein Holz mehr sicher. In der Mariä Schutz-Kirche auf dem Fischbachauer Friedhof haben die Nagekäfer ein gefundenes Fressen entdeckt – den Hochaltar.

Beim Erzbischöflichen Ordinariat in München hat man den Kampf gegen die Holzwürmer aufgenommen. Statt auf die chemische Keule setzt man hier aber auf eine rein biologische „Waffe“: Schlupfwespen. Die Insekten hätten es auf die Larven der Anobien abgesehen, erklärt Christina Tangerding, Pressesprecherin beim Ordinariat. „Die Wespen sind harmlos, stechen nicht und haben kein Gift.“ Keine Gefahr also für die Kirchenbesucher.

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Das ist auch unbedingt notwendig, denn die natürlichen Feinde der Holzwürmer sollen dauerhaft in Maria Schutz wohnen. „Die Schädlingsbekämpfung läuft kontinuierlich“, erklärt Tangerding. Auf diese Weise könne man die Anobien zwar nicht ganz vertreiben, ihre Menge aber auf einem so geringen Niveau halten, dass sie keinen Schaden mehr anrichten können.

Das gibt der Kirche die Möglichkeit, sich über eine Restaurierung des Hochaltars Gedanken zu machen. Die Konzeptentwicklung habe bereits begonnen, erklärt Tangerding. Das hat aber auch seinen Preis. Die Kosten für Schädlingsbekämpfung und Konzeptentwicklung würden sich bislang auf 10 500 Euro belaufen, erläutert die Pressesprecherin. Der Gemeinderat Fischbachau hat auf Antrag des Ordinariats bereits einen Zuschuss von 540 Euro befürwortet. Das Gremium folgte einstimmig der Empfehlung aus dem Rathaus.

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Die Kirche, so die Begründung, habe eine kulturelle Bedeutung nicht nur für die Gemeinde, sondern für ganz Oberbayern. Sie ist nicht nur das älteste Gotteshaus in der Gemeinde, sondern überhaupt das älteste nachweisbare Bauwerk des Leitzachtals. Die Kirche entstand mit der Gründung von Fischbachau durch Gräfin Haziga und wurde im Jahr 1087 geweiht.

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