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Blick von oben: Der neue Campingplatz grenzt unmittelbar an das Biotop „Auracher Moor“ an.

Bürgermeister bleibt entspannt

Wegen neuem Campingplatz: Naturschützer sorgen sich um Auracher Moor

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Mit Wohnmobilen und Chalets will der neue Eigentümer den Campingplatz Glockenalm in Aurach beleben. Der Bund Naturschutz lehnt dies ab. Er fürchtet Schäden am benachbarten Moor.

Fischbachau – Die nächsten menschlichen Nachbarn der Glockenalm leben ein paar Hundert Meter entfernt. Näher dran am geplanten neuen Campingplatz in Aurach sind hingegen die Tiere im angrenzenden Moor: Vögel, Kreuzottern, Eidechsen, Insekten. Etliche davon stark gefährdet, teilt die Kreisgruppe Miesbach des Bund Naturschutz in einer Stellungnahme an die Gemeinde Fischbachau mit. Die Konsequenz: „Wir lehnen den Bebauungsplan ganz entschieden ab.“

Wie berichtet, hatte der Gemeinderat die Wiederbelebung des im Dornröschenschlaf schlummernden Areals beschlossen, um einen Ersatz für den zum Jahresende aufgegebenen Campingplatz am Wolfsee zu schaffen. Mit Michael Müller hat sich bereits ein Betreiber gefunden. Der plant auf dem rund 18 000 Quadratmeter großen Grundstück ein Ganzjahres-Angebot mit Wohnmobilstellplätzen und Chalets. Die ersten sollen heuer eröffnen.

Während man sich im Rathaus über eine touristische Belebung freut, hätte der Bund Naturschutz lieber ein Festhalten an der „Urform des Camping“ befürwortet, wie es in dem Schreiben heißt. Das kartierte Biotop und gemeldete Vogelschutzgebiet würde unter dem geplanten Erholungsgebiet leiden. Nicht nur durch dessen menschliche Nutzer, sondern auch durch deren tierische Begleiter wie Hunde und Katzen. Auch Lärm und Beleuchtung könnten negative Folgen haben, Zäune könnten die Wanderbewegungen der Moortiere verhindern.

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Auch am geplanten Baugebiet selbst üben die Naturschützer Kritik. Die Chalets bedeuteten eine „enorme Flächenversiegelung im Außenbereich“, der Campingplatz eine verkehrliche Erschließung, und das gesamte Areal sei als „hochwassergefährdet eingestuft“. Sogar eine „drohende Unwirtschaftlichkeit“ des Campingplatzes sieht der Bund Naturschutz. Dies begründet er mit der fehlenden Sonneneinstrahlung im Winter durch die nahen Berge.

Bürgermeister Josef Lechner kommentiert das Schreiben auf Nachfrage unserer Zeitung entspannt. „Es wundert mich nur, dass es die Presse vor der Gemeinde erhalten hat“, meint er schmunzelnd. An sich sei es aber ganz normal, dass im Zuge der öffentlichen Auslegung eines Bebauungsplans Einwände kommen würden. Der Bund Naturschutz sei zwar kein Träger öffentlicher Belange, könne aber durchaus den Klageweg beschreiten. Auch deshalb werde man alle Punkte genau prüfen und im Gemeinderat abwägen.

Lechner macht aber bereits deutlich, dass er nicht jeden der 15 Kritikpunkte nachvollziehen kann. So sei schon im Flächennutzungsplan klar ersichtlich, dass es sich bei dem Gebiet um keine grüne Wiese mehr handle. Auch die Hochwassergefahr habe der Bund Naturschutz falsch interpretiert. Laut Aussage des Wasserwirtschaftsamtes handle es sich faktisch um kein Hochwassergebiet, betont Lechner.

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Die Sorge über die Flächenversiegelung kann der Bürgermeister ebenfalls entkräften. Der Eigentümer des Campingplatzes sei selbst daran interessiert, das Areal so naturnah wie nur möglich zu gestalten und den Baumbestand so weit wie möglich zu erhalten. „Das macht so einen Platz ja aus“, sagt Lechner. Möglicherweise notwendige Ausgleichsflächen werde man im Verfahren prüfen. Die Gemeinde habe schon früh das Gespräch mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt gesucht.

Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit beantwortet der Rathauschef mit einem Schmunzeln. „Herr Müller ist ein Profi im Geschäft und weiß sehr genau, wie sich so ein Platz betreiben lässt.“ Den letzten Punkt im Schreiben des Bund Naturschutz, in dem dieser eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung fordert, sieht Lechner als „Tür“, um eine mögliche Klage abzuwenden. Die würde in erster Linie zu einer zeitlichen Verzögerung führen. Den Extremfall hatte die Gemeinde mit dem Wasserkraftwerk in Birkenstein erlebt. Hier hatte sich das Verfahren über 15 Jahre hingezogen. „So viel Zeit“, sagt Lechner, „haben wir nicht mehr.“

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sg

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