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Nach der Kündigung durch den Bezirk ist unklar, wie es mit dem Pflege- und Therapiezentrum weitergeht.

„Wir zahlen nicht mehr“

Wegen Personalmangel: Bezirk kündigt Domus Mea

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Der Bezirk Oberbayern hat dem  Domus Mea Pflege- und Therapiezentrum für Menschen mit Behinderung den Geld-Hahn zugedreht. An einer Lösung im Sinne der Bewohner wird aber gearbeitet.

Fischbachau – Das Problem kam nicht von heute auf morgen. Schon seit längerem bestünden im Domus Mea Pflege- und Therapiezentrum in Fischbachau „massive Personalprobleme“, teilt Susanne Büllesbach, Pressesprecherin des Bezirks Oberbayern, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Dem Träger, der Fischbachau Pflege- und Therapiezentrum GmbH, sei es nicht gelungen, die für die Versorgung der Bewohner notwendigen Mitarbeiter zu akquirieren. Die Einrichtung könne deshalb nicht mehr ordnungsgemäß betrieben werden. Um das Wohl der Menschen mit Behinderung nicht zu gefährden, habe der Bezirk als überörtlicher Sozialhilfeträger die Leistungsvereinbarung zum 31. Dezember 2017 gekündigt. „Das heißt, wir zahlen nicht mehr“, sagt Büllesbach.

Unmittelbar betroffen von der Entscheidung sind die Bewohner des Pflege- und Therapiezentrums, die in den vergangenen Jahren ohnehin immer wieder mit Problemen zu kämpfen hatten. 32 Wohnplätze gibt es dort. Die ersten Personen seien bereits in andere Einrichtungen verlegt worden, teilt Büllesbach mit. Für die anderen 21 arbeite der Bezirk intensiv an einer „guten und stabilen Lösung“.

Die Pressesprecherin räumt aber ein, dass ein Umzug der Menschen alles andere als einfach ist. Es handle sich um ein Klientel mit geistigen und seelischen Behinderungen gleichermaßen, manche würden auch „autoaggressives“ Verhalten an den Tag legen. Oberbayernweit gebe es nur wenige Einrichtungen, die sich darauf spezialisiert hätten. Auf der Straße stehen müsse aber niemand, betont die Pressesprecherin. Schlimmstenfalls käme eine vorübergehende stationäre Unterbringung in einer Fachklinik in Frage.

So weit wird es nicht kommen, teilt ein Vertreter von Domus Mea auf Anfrage unserer Zeitung mit. Tatsächlich seien zwölf Bewohner bereits in den Domus Mea-Standort nach Hausham umgezogen. Dort gebe es sowohl die räumlichen, wie auch die personellen Kapazitäten für deren Betreuung. Deshalb habe das Landratsamt als Aufsichtsbehörde einen geltenden Aufnahmestopp aufgehoben. Statt wie bisher 16 würden nun 28 Bewohner in Hausham betreut. Auch finanziell scheint hier vorerst alles in trockenen Tüchern. Der Bezirk, so der Domus Mea-Vertreter, habe die Leistungsvereinbarung befristet verlängert.

Unabhängig davon bleibe die offene Wohngruppe in Fischbachau bestehen. Hier werden aktuell sechs Personen betreut. Wie es mit dem Pflege- und Therapiezentrum weitergeht ist noch offen. Domus Mea spricht aber von intensiven Gesprächen. Ein Restrukturierungskonzept werde ausgearbeitet. Am wichtigsten sei aber, dass alle Bewohner auch weiterhin gut versorgt würden. „Wir haben um diese Vereinbarung sehr gekämpft.“

Das liegt auch Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner am Herzen. „Ich bin froh, dass noch vor Weihnachten im Einvernehmen mit den Angehörigen eine verträgliche Lösung gefunden wurde.“

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