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Steht bereits: Der Aussichtsturm in den Filzen bei Achatswies in der Gemeinde Fischbachau ist eine der sanften Attraktionen am neuen Weitwanderweg von Wörnsmühl bis nach Thiersee in Tirol.

Es ist der letzte Versuch

Weitwanderweg von Fischbachau über Bayrischzell auf der Zielgerade

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Die Planung für den Weitwanderweg von Fischbachau über Bayrischzell steht vor dem Abschluss. Auch einen Namen gibt es bereits. Dennoch drückt die Zeit.

Fischbachau/Bayrischzell– Der Weg ist das Ziel: Diese beliebte Wander-Weisheit könnte auch als Motto für den neuen Weitwanderweg von Fischbachau über Bayrischzell nach Thiersee herhalten. Viele Kurven und Stolpersteine mussten die Organisatoren in den vergangenen Jahren bewältigen, um das durch das Interreg-Förderprogramm bezuschusste Projekt auf die Strecke zu bringen. Jetzt ist der Gipfel in Sicht – und der muss rasch erklommen werden, teilte Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU) im Gemeinderat mit.

Spätestens Mitte März müsse der Förderantrag bei der Regierung von Oberbayern eingehen. „Das Fenster schließt sich“, sagte Lechner. Zuvor müssten alle drei Kommunen einen positiven Gemeinderatsbeschluss vorlegen. Erst dann seien die Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent der Projektkosten sicher. Fischbachau werde Maßnahmen im Gesamtumfang von 150 000 Euro anmelden, so Lechner.

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Weitwanderweg von Fischbachau über Bayrischzell auf der Zielgerade

Konkret geht es um Attraktionen, die die Wanderer am Wegesrand erwarten. Fischbachau ist hier mit dem Aussichtsturm in den Filzen, der wie berichtet bereits aufgestellt wurde, sowie einer aus anderen Mitteln finanzierten Brücke über die Leitzach bei Mühlkreit bereits in Vorleistung gegangen. Für Interreg anmelden werde man noch ein Mühlrad mit Fledermaushaus und einen Wasserspielplatz in der Nähe der Siedlung Lehenpoint. Streichen musste Lechner hingegen den angedachten neuen Parkplatz am Einstiegspunkt des Wegs in Wörnsmühl. „Wir haben da leider keine geeignete Fläche gefunden.“ Als Ersatz sollen nun die bestehenden Parkplätze am Martinsmünster sowie am Warmbad in Fischbachau dienen.

Bei den Nachbarn in Bayrischzell setzt man ebenfalls auf geringstmögliche Eingriffe in die Natur. Statt über Schilder am Wegesrand sollen sich die Wanderer per Smartphone-App mit Infos und Quizfragen versorgen können, erklärte Tourismuschefin Stephanie Hintermayr das Konzept im Gemeinderat. So sollen „Geschichten mit Geschichte“ erlebbar werden. Im Sommer startet zudem ein Probebetrieb, der die ehemalige Busverbindung zwischen den beiden Kommunen zweimal pro Tag wieder aufleben lassen wird. Sechs Euro soll das Ticket kosten, Gäste fahren die Strecke sogar umsonst.

Auch einen möglichen Namen für den Weitwanderweg verriet Hintermayr bereits: „Drachenweg“ soll die rund 30 Kilometer lange Strecke heißen. Eine Anlehnung an das Drachenthal in Wörnsmühl sowie die Kirchen in Bayrischzell und Thiersee, die den Namen der Heiligen Margareth(a/e) tragen. Letztere soll der Legende nach im Kerker einen wilden Drachen abgewehrt haben. „Getötet hat ihn aber der Heilige Georg“, scherzte Bürgermeister Georg Kittenrainer.

Ein Kapitel der langen Vorgeschichte: Liebäugeln mit Thiersee - Hockt der Österreicher mit im Boot, gibt's mehr Geld von der EU. Deshalb schließen sich Fischbachau und Bayrischzell jetzt mit Thiersee zusammen.

Weitwanderweg: „Das ist der letzte Versuch“

Ob die drei Gemeinden auch dem „bürokratischen Monstrum“ (Kittenrainer) Interreg her werden, muss sich zeigen. Eine Chance sollte man dem seit rund zehn Jahren in Arbeit befindlichen Projekt noch geben, fand der Bayrischzeller Rathauschef. „Das ist der letzte Versuch, sonst ist der Weitwanderweg Geschichte.“ Die Gemeinderäte folgten dem Appell Kittenrainers einstimmig.

Auch aus dem Fischbachauer Gemeinderat tauchte keine Blockade mehr auf. Lediglich Thomas Kantenseder (FaB) verweigerte seine Zustimmung. Der Leitzachwanderweg sei jetzt schon stark frequentiert und brauche keine zusätzlichen Attraktionen. „Ich bin wie vor acht Jahren der Meinung, dass die Natur allein reicht“, sagte Kantenseder.

Der Bürgermeister sah das entspannt. Man dürfe nicht vergessen, dass sich aus dem Förderprojekt auch positive Nebeneffekte ergeben könnten. Beispielsweise könne man das Mühlrad zur Gewinnung von Wasserenergie nutzen, erklärte Lechner. „Das ist die einzige Möglichkeit, wie wir die Leitzach zur Stromförderung einsetzen können.“

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