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Diebe auf Tour: Die Hundhamer Feuerwehrler verladen den Maibaum der Firma Stieb auf einen Holzwagen.

Kurioser Krimi

Polizei ermittelte: Maibaum wurde zweimal geklaut und keiner weiß, wo er jetzt steckt

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Die Feuerwehr Hundham klaute den Maibaum der Weyarner Firma Stieb. Soweit, so normal. Doch dann wurde alles ziemlich verrückt, die Polizei war auch involviert. Und jetzt ist der Maibaum komplett weg.

Hundham/Weyarn – Die Schmach sitzt tief bei Martin Stahl. „Mein Herz ist gebrochen“, sagt der neue Vorsitzende der Feuerwehr Hundham. Dann schüttelt er verärgert den Kopf. „Diese Hanswurschten.“ Erst in der Nacht auf Freitag hatten die Hundhamer den Maibaum der Fertigbetonfirma Stieb aus Weyarn geklaut und in einer Nacht- und Nebelaktion ins Leitzachtal kutschiert. Nur, um dann selbst an der Bewachung zu scheitern. „Die Aufpasser sind zu früh heim, die Nachhut sind nicht mehr gekommen“, sagt Stahl. Mit dem Ergebnis, dass der gestohlene Baum ein zweites Mal entführt wurde. Wohin, weiß derzeit keiner. „Das ist schon eine Schande bei uns im Oberland“, sagt der Feuerwehrvorsitzende.

Der kuriose Maibaum-Krimi beginnt auf dem Gelände des Betonwerks an der Staatsstraße zwischen Miesbach und Weyarn. Zum zehnjährigen Firmenjubiläum habe ihm sein Nachbar die 21 Meter lange Fichte geschenkt, berichtet Hans Stieb. „Das wäre unser erster eigener Maibaum gewesen.“ Die Mitarbeiter hätten ihn bereits geputzt und seine Rinde entfernt, um ihn für den weiß-blauen Anstrich vorzubereiten. „Dazu sind wir leider nicht mehr gekommen“, meint Stieb und lacht. Am vergangenen Samstagmorgen war der stolze Stamm verschwunden.

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Besonders schwer hatten es die Diebe nicht. Der Baum sei nicht bewacht gewesen, berichtet Stahl. Ein Feuerwehr-Mitglied habe einen Schlüssel für das Firmentor gehabt. Mit Muskelkraft hievten die rund 15 Männer die Fichte am späten Freitagabend auf einen Holzwagen und fuhren ihn heim ins Leitzachtal. Eskortiert von einem Feuerwehrauto und vorher angemeldet bei der Polizei, wie Stahl schmunzelnd betont. Nach zwei Stunden habe man den Baum in der Tenne eines landwirtschaftlichen Anwesens in Hundham geparkt.

Die ersten Spione ließen nicht lange auf sich warten. Schon am Samstag seien die ersten „Spione“ der Betonfirma durch den Ort geschlichen, erzählt Stahl. Wie berichtet, hat einer mit seinem mysteriösen Anruf bei einer Hundhamer Landwirtin sogar kurzzeitige Polizeiermittlungen ausgelöst. Tatsächlich war der „Rückklau“ bereits beschlossene Sache, weiß der Feuerwehr-Chef. In der Nacht auf Montag seien die Betonmischerfahrer von Stieb in Mannschaftsstärke angerückt, um ihren Maibaum ablösefrei nach Hause zu holen. Doch als sie an der Scheune ankamen, war die bereits leer. „Da war er schon geklaut“, sagt Stahl. Auch der Elbacher Burschenverein, der ebenfalls einen Entführungsversuch starten wollte, musste unverrichteter Dinge wieder abrücken.

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Wer den Maibaum zum zweiten Mal gestohlen hat und wo er derzeit lagert, ist unbekannt. Genauso, wie die Verhandlungen für die Auslöse laufen sollen. Bei drei Parteien droht eine gewisse Komplexität. Da es sich nur um einen „Gaudibaum“ und nicht um einen „Ortsbaum“ handle, hofft Stahl, dass die Forderungen nicht ganz so streng ausfallen. Bei der Firma Stieb kann man eine gewisse Schadenfreude nicht verbergen: „Schön, dass ihn auch die Hundhamer nicht bewachen konnten.“

sg

Ein anderer Maibaum-Diebstahl sorgt derzeit für Aufsehen: Die Burschen aus Prittlbach haben in Indersdorf im Landkreis Dachau einen Maibaum geklaut. Doch nicht irgendeinen, wie sie dann merkten.

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