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Geschlossene Gesellschaft: Für das „Wildswing-Oktoberfest“ in der Wolfseehalle kann man sich nur als Volljähriger und über das Internet anmelden.

Mehr als 450 Gäste haben sich angemeldet

„Wildswing-Oktoberfest“: Erotikparty im beschaulichen Fischbachau

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Ein erotisches Oktoberfest steigt am Samstag in der Wolfseehalle in Fischbachau – nicht zum ersten Mal. Im Rathaus wusste man davon nichts - bis sich ein anonymer Anrufer meldete.

Fischbachau – Dirndl und Lederhosen ist man im Leitzachtal gewöhnt. Bier, Hendl und Hax’n auch. Aber dabei bleibt es beim „Wildswing-Oktoberfest“ an diesem Samstagabend in der Wolfseehalle in Fischbachau nicht. Darauf deuten jedenfalls die Angaben des Veranstalters „Wildswing-Fastnackt“ auf dem Online-Portal Joyclub hin. Vom „geilsten Oktoberfest des Jahres“ ist dort die Rede. Von Tanzen, Flirten und „noch viel mehr“. Erotische Outfits seien erwünscht. Straßenkleidung? „Sorry, nein“, heißt es auf der Homepage. Dafür warten Live-Musik und ein eigener Bereich „zum Kuscheln“ auf die Clubmitglieder. Mehr als 450 haben laut Homepage ihr Kommen zugesagt.

Eine Erotikparty im beschaulichen Kräutertal? Bürgermeister Josef Lechner ist sichtlich überrascht, als er durch einen anonymen Anrufer vom „Wildswing“-Event in seiner Gemeinde erfährt. „Wir wussten davon nichts, und es wurde auch nirgends im Ort dafür geworben“, sagt Lechner auf Nachfrage unserer Zeitung. Noch mehr erstaunt ihn, dass die Veranstaltung am Samstag bereits zum dritten Mal in der Wolfseehalle stattfindet. Keine einzige Beschwerde sei bislang im Rathaus eingegangen, ja nicht mal ein Hinweis auf das bunte Treiben. „Es hat null komma null Reaktionen gegeben“, sagt Lechner.

Von einer Sex-Orgie könne nicht die Rede sein

Kein Wunder, meint Alfons Köck, Betreiber der Wolfseehalle. Das erotische Oktoberfest sei eine geschlossene Veranstaltung, exklusiv für volljährige Mitglieder des Clubs. Früher hätten sich diese in Oberaudorf getroffen, heuer eben zum dritten Mal am Wolfsee. „Das ist bisher immer alles im normalen Rahmen abgelaufen“, versichert Köck. Von einer „Sex-Orgie“, wie der anonyme Anrufer es formulierte, könne keine Rede sein. Die Gäste seien eben einfach ein wenig freizügiger gekleidet. „Die leben ihre Sexualität halt etwas lockerer aus“, sagt Köck. In Zeiten, in denen auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürften, sei das aber nichts ungewöhnliches mehr.

Besondere Auflagen müsse er als Gastronom und Vermieter der Halle nicht erfüllen. Die gaststättenrechtliche Konzession seines Saals erlaube ohne Bestuhlung Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen. Bei den „Wildswing“-Events seien es bislang nicht mehr als 250 Gäste gewesen. Für das Sicherheitspersonal – unter anderem für die Einlasskontrollen – sorge der Veranstalter selbst. Köcks Mitarbeiter kümmern sich um die Bewirtung. Auch seitens des Personals habe es bis dato keine Beanstandungen gegeben. Wer mit dem Anzapfen in erotischer Atmosphäre nicht klar komme, müsse aber nicht zum Dienst antreten. „So was gefällt natürlich nicht jedem“, räumt Köck ein.

Details zu der Party gibt es nur bei Anmeldung

Das befürchtet auch Lechner. Es sei offensichtlich, dass eine Party dieser Art nicht zur „Unternehmensphilosophie“ Fischbachaus passe. Dennoch seien der Gemeinde die Hände gebunden. „Selbst, wenn wir es moralisch beanstanden würden, könnten wir nichts dagegen machen“, erklärt Lechner. Es handle sich um eine geschlossene Veranstaltung, die nicht öffentlich angepriesen wurde. Auch mit Sicherheitsbedenken könne man nicht argumentieren.

Auf der Homepage wird die Wolfseehalle übrigens gar nicht genannt. Als Ort wird hier nur „Bad Aibling/Miesbach“ aufgeführt. Details zur „Wildswing“-Party gibt es nur bei Anmeldung – oder eben am Samstagabend in der Wolfseehalle.

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