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Noch in privater Hand: Die Gemeinde Fischbachau möchte den Campingplatz und die Halle samt Gastronomie (l.) am Wolfsee kaufen.

Gemeinde will Eigentümern Kaufangebote unterbreiten

Wohngebiet am Wolfsee: Entscheidung steht bevor

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Fischbachau - Was die Signale aus den Ministerien angeht, scheint die Gemeinde Fischbachau mit ihrem Plan für ein Wohngebiet am Wolfsee auf einem guten Weg. Ob die derzeitigen Eigentümer verkaufen, ist offen.

Was das Gebiet am Wolfsee anbelangt, ackert Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner derzeit auf zwei Feldern gleichzeitig. Beide sind steinig – und auf beiden ist er von anderen Stellen abhängig. Ob die Saat letztlich aufgeht, ist noch offen. Lechner ist aber zuversichtlich, dass es bald zu einer „finalen Entscheidung“ kommen könnte.

Wie berichtet, möchte die Gemeinde auf dem Wolfsee-Gelände ein neues Wohngebiet schaffen. Die für einen Bebauungsplan notwendige Änderung im Flächennutzungsplan wird derzeit von den Fachstellen geprüft. Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung des Areal – aber nicht die einzige. Noch sind Campingplatz und Wolfseehalle in Privatbesitz. Laut Lechner wird die Gemeinde für beide Objekte ein finales Angebot abgeben. „Die Gespräche laufen“, sagt er. Eine Prognose wagt er nicht. „Die Entscheidung liegt bei den Eigentümern.“

Campingplatz-Betreiber Rainer Daiss teilt diese Einschätzung. Er ist seit 40 Jahren in diesem Geschäft, betreibt es nach wie vor „mit Herzblut“, wie er sagt. „Wenn ich nicht verkaufen will, dann verkaufe ich nicht“, stellt er klar. Der Sommer laufe gut, seine Gäste seien zufrieden. Wie in jedem August hat Daiss auch heuer ein Plakat mit den Preisen und Öffnungszeiten für 2017 ausgehängt. An Spekulationen über den Verkauf möchte er sich nicht beteiligen. „Ich mache lieber meine Arbeit“, sagt Daiss.

Im Gasthof an der Wolfseehalle sind dagegen bereits vor sieben Jahren die Lichter ausgegangen. Besitzer Alfons Köck sperrt nur noch „sporadisch“ für Veranstaltungen oder private Feiern auf. Seit 2014 betreibt er im Sommer die Kesselalm. Auch er kann nichts zu den Verkaufsverhandlungen sagen. „Das Interesse der Gemeinde hängt ja davon ab, ob da hinten überhaupt ein Baugebiet möglich ist“, sagt er. Solange das nicht klar ist, bliebe ihm nichts anderes übrig, als abzuwarten.

Bürgermeister Lechner geht es nicht viel anders. Bei drei Ministern und zwei Staatssekretären habe er persönlich vorgesprochen. „Aber die Lehmschicht war zu dick“, berichtet Lechner. Knackpunkt ist und bleibt das sogenannte Anbindegebot im Landesentwicklungsprogramm (LEP). Das besagt, dass eine neue Siedlung stets an bestehende Strukturen angegliedert werden muss. Lechners Bemühungen, eine Ausnahme zu erwirken, verliefen bislang erfolglos.

Auch die von der Staatsregierung im Juli beschlossenen Ausnahmen gelten nur für Gewerbe- und Industriegebiete sowie für Tourismusprojekte. „Da können wir nicht einhaken“, sagt der Bürgermeister. Trotzdem wertet er die stückweise Aufweichung des Anbindegebots als positives Signal. Als Hauptargument führt er nach wie vor eine drohende Gewerbebrache am Wolfsee ins Feld. Eine Strategie, die nun zu fruchten scheint. Die Gespräche mit den Ministerien seien soweit fortgeschritten, dass die Gemeinde in die entscheidende Phase der Verkaufsgespräche einsteigen konnte.

Die Pläne für die Zukunft des Wolfsees hat der Bürgermeister längst in der Schublade. Neben dem Bau eines Wohngebiets will er auch die Wolfseehalle samt Gastronomie wieder beleben. Dort sollen wieder regelmäßig Veranstaltungen stattfinden. Am dann wieder öffentlich zugänglichen See kann sich Lechner ein Café vorstellen. Ziel ist es, nicht nur einen Mehrwert für die künftigen Bewohner der Siedlung zu schaffen, sondern für alle Fischbachauer.

Die Anbindung zum Ortskern will Lechner über einen auch für Kinderwägen und Inlineskates geeigneten Ausbau des Fußwegs schaffen. „In einer halben Stunde ist man zu Fuß um den Wolfsee rum“, sagt er. Ein Freizeitgebiet für ganz Fischbachau.

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