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Heuer im Fokus: Die geplanten Grundstücksverkäufe im Baugebiet Wolfsee will die Gemeinde noch 2020 realisieren.

Grundstücksverkäufe sollen Schulden abbauen

Der Wolfsee als Einnahmegarant: Erneut Rekordhaushalt in Fischbachau

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Neuer Haushalt, neuer Rekord: Das hat seit einigen Jahren Tradition in Fischbachau. Auch im letzten Finanzplan unter Bürgermeister Josef Lechner gab es nochmals eine Steigerung.

Fischbachau– Mehr geht nicht. Das jedenfalls dachte sich Kämmerin Veronika Rauscher, als sie vor gut einem Jahr die Millionen im Fischbachauer Gemeindehaushalt zusammengezählt hatte. „Wir wurden eines besseren belehrt“, sagte Rauscher nun bei der Präsentation des Finanzplans für 2020. Mit einem Gesamtvolumen von 34,2 Millionen Euro hat Fischbachau erneut einen Rekord aufgestellt. Das Plus von 8,5 Prozent speist sich vor allem aus einer Quelle: dem üppigen Vermögenshaushalt von gut 22,5 Millionen Euro.

Dreh- und Angelpunkt des Rekordhaushalts ist das Baugebiet am Wolfsee. Es taucht sowohl bei den Einnahmen, als auch bei den Ausgaben auf. Um die Grundstücke veräußern zu können, steckt die Gemeinde heuer rund 4,8 Millionen Euro in die Infrastruktur. Darin enthalten sind auch die Erschließungskosten für die Wolfseehalle (880 500 Euro). Noch prominenter ist das Baugebiet auf der Einnahmenseite vertreten. 12,5 Millionen Euro sollen die Grundstücksverkäufe in die Gemeindekasse spülen. Das sind mehr als 55 Prozent der Einnahmen im Vermögenshaushalt, machte Rauscher klar. „Das müssen wir heuer unbedingt realisieren.“

Als „Muss-Posten“ betitelte auch Zweiter Bürgermeister Andreas Auracher (CSU) die Wolfsee-Umsetzung. Bei einer Kehrtwende drohe Fischbachau die Zahlungsunfähigkeit, warnte Auracher. „Das müssen wir uns hinter die Ohren schreiben.“ Einen Appell an Bürgermeister Josef Lechner (CSU), der sich Ende Januar aus dem operativen Geschäft zurückzieht, sandte Hans Seemüller (FWG) aus. Das Baugebiet sei Lechners Herzensprojekt gewesen. Er bat den Rathauschef deshalb, die Realisierung noch bis zum offiziellen Ende seiner Amtszeit im April zusammen mit dem Gemeinderat auf den Weg zu bringen. Lechner ging darauf nicht näher ein, verwies aber auf eine erklärende Stellungnahme am Ende der Sitzung (ausführlicher Bericht folgt). Nicht ganz so viel Druck konnte Bernhard Padeller (FaB) erkennen. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass man bei Projekten dieser Größenordnung mit Verschiebungen rechnen müsse. Im schlimmsten Fall könne man beruhigt auf einen Nachtragshaushalt zurückgreifen. „Die Sachwerte sind ja da.“ Der Beschluss für Haushalt, Investitionen und Finanzplan bis 2023 fiel letztlich einstimmig.

Unter diese Rubrik fallen 2020 auch etliche weitere Posten im Investitionsprogramm: der Neubau des Bauhofs (2,4 Millionen Euro) und der Rettungswache in Aurach (1,2 Millionen Euro) sowie der Grundstückserwerb und die Erschließung für ein Wohnhaus am Wolfsee, das die Gemeinde 20 Jahre lang günstig vermieten will (1,3 Millionen Euro). Rund zwei Millionen Euro verpflastert Fischbachau in Straßen, 1,2 Millionen Euro fließen in den Tourismus inklusive Schaustollen Deisenried.

Sollte der Wolfsee-Plan aufgehen, kommt die Gemeinde trotz ihrer Millionen-Projekte um eine Kreditaufnahme herum. Mehr noch: Durch Tilgungen in Höhe von 5,1 Millionen Euro soll der Schuldenstand bis Ende 2020 auf 8,2 Millionen Euro sinken, bis Ende 2023 auf 2,8 Millionen Euro, erklärte Lechner. Einmal mehr betonte der scheidende Rathauschef, dass es heuer wie geplant gelingen werde, die Schulden mit Ausnahme der rentierlichen Belastungen (5,4 Millionen Euro Ende 2020) fast vollständig abzubauen.

Da die Zinsbelastung im Schnitt derzeit unter ein Prozent betrage, werde man übriges Geld lieber in der Rücklage „parken“ (knapp 2,3 Millionen Euro Ende 2020). Bis Ende 2023 will Fischbachau 7,4  Millionen Euro auf der hohen Kante haben. Wohl auch in diesem Jahr werde mit dem Hochwasserschutz das nächste Großprojekt kassenwirksam. Lechner rechnet mit einem Gemeindeanteil von zwei bis drei Millionen Euro. „Da werden wir Handlungsspielraum brauchen.“

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