Still und starr ruht der See: Von einem neuen Wohngebiet ist bis dato wenig zu sehen am Wolfsee. Heuer soll es aber losgehen.
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Still und starr ruht der See: Von einem neuen Wohngebiet ist bis dato wenig zu sehen am Wolfsee. Heuer soll es aber losgehen.

Neuer Bürgermeister sieht Gemeinde trotz Krise gut aufgestellt

Wolfsee und Bahnübergänge: Diese Projekte will Fischbachau 2021 angehen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Ungewohnt wenig Termine hatte der neue Fischbachauer Bürgermeister in seinem ersten Jahr zu bewältigen. Schuld war Corona. Doch 2021 stehen etliche Großprojekte an.

Fischbachau – Gratulieren bei runden Geburtstagen und Ehejubiläen: Auch das macht das Bürgermeisteramt der Gemeinde Fischbachau aus. Johannes Lohwasser blieben diese Termine bislang verwehrt. Wegen Corona konnte der Rathauschef seine Wünsche nur telefonisch übermitteln. „Das ist schon schade“, sagt Lohwasser, der im Mai das Zepter der Gemeinde übernommen hat. Wie alle neuen Bürgermeister musste er wegen der Pandemie quasi mit einem permanenten Ausnahmezustand leben. Allenfalls im Sommer habe er mal so etwas wie normale Amtsgeschäfte erleben können, berichtet Lohwasser. Der coronabedingte Ausfall vieler Außentermine habe aber auch Vorteile gebracht, räumt der Bürgermeister ein. „So konnte ich meinen Fokus auf die Abläufe im Rathaus legen und mich intensiv in die Projekte einarbeiten.“

Da gab es trotz Krise einiges zu tun. Mit der bereits bezogenen Rettungswache in Aurach und dem baulich schon weit fortgeschrittenen neuen Bauhof in Fischbachau (der Umzug ist hier für Mitte 2021 geplant) hat die Gemeinde zwei Großprojekte durchgezogen.

Und auch die Agenda fürs neue Jahr ist gut gefüllt. Hier soll sich vor allem am Wolfsee etwas tun. Wie berichtet, hat sich die Genehmigungsphase für das neue Wohngebiet auf dem Areal des ehemaligen Campingplatzes deutlich länger hingezogen als geplant. Grund war vor allem der aufwendige Hochwasserschutz. Nach dem Winter will die Gemeinde laut Lohwasser nun aber mit der Erschließung beginnen. Im Herbst sollen dann auch die Häuslebauer loslegen können. Auch aus finanzieller Hinsicht ist Lohwasser froh, wenn das Projekt endlich richtig ins Laufen kommt. Bekanntlich will die Gemeinde mit dem Erlös aus den Grundstücksverkäufen einiges an Schulden tilgen. Investieren wird Fischbachau hingegen in den Umbau des Feuerwehrhauses, der im neuen Jahr endlich über die Bühne gehen soll.

Nicht über die Planungsphase hinauskommen werden wohl auch 2021 der Hochwasserschutz sowie die Sicherung der Bahnübergänge. In beiden Fällen habe die Gemeinde aber ihre Hausaufgaben gemacht und Konzepte für ihre Zuständigkeitsbereiche entwickelt, betont Lohwasser. Diese werde man im Gemeinderat vorstellen und dann mit den jeweiligen Projektpartnern wie Wasserwirtschaftsamt und DB Netz AG besprechen. Ideen gibt es laut Lohwasser auch für ein intelligentes Parkleitsystem für Birkenstein. Hier stehe man im engen Austausch mit der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS), die ihre Vorschläge in den kommenden Monaten im Gemeinderat präsentieren werde.

Im Gremium besprechen will der Bürgermeister ferner, wie es mit den wegen der finanziellen Unsicherheit durch Corona verschobenen Förderprojekte Pumptrack und Bienenlehrpfad weitergeht. Dass diese früher oder später umgesetzt werden, steht für Lohwasser außer Frage. „Es geht nur um das Wann und Wie.“ Mehr Sicherheit in finanzieller Hinsicht erhofft sich der Rathauschef bis Ende Februar. Dann soll der Haushalt für 2021 stehen. Die Vorbesprechungen stimmen ihn aber zuversichtlich. Größere Einbußen seien Fischbachau wohl erspart geblieben. „Ich habe da aktuell keine Bauchschmerzen“, sagt Lohwasser.

Auch im Gemeinderat fühlt sich der Bürgermeister wohl. Dass durchaus mal kontrovers diskutiert werde und auch aus seiner eigenen Fraktion der Unabhängigen Freien Wähler kritische Nachfragen kommen, spreche für eine lebendige, demokratische Haltung. Er selbst hänge nie an seiner Beschlussvorlage, sondern sei für andere Meinungen offen. „Anders könnte ich gar nicht, das ist einfach mein Stil.“

Das gilt übrigens auch für Vorschläge und Anregungen seitens der Bürger. Die monatliche Sprechstunde, die der Rathauschef gleich nach Amtsantritt eingeführt hat, erfreue sich großer Beliebtheit. Gerade in Corona-Zeiten sei dies eine gute Möglichkeit, mit den Fischbachauern in Kontakt zu treten, findet Lohwasser. „Ich hoffe natürlich, dass bald mehr Außentermine möglich sind.“

sg

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