Wolfseehalle, Hundhamer Goaßlschnalzer
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Immer ein beliebter Treffpunkt: die Wolfseehalle, hier bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Hundhamer Goaßlschnalzer im Jahr 2016.

Weitere 50.000 Euro Investitionen

Wolfseehalle: Gemeinde verlängert Probebetrieb - mehr Marketing?

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Der Gemeinderat Fischbachau hat sich für eine Verlängerung des Probebetriebs der Wolfseehalle entschieden. Dabei kam auch die Frage auch, ob es mehr Marketing braucht.

FischbachauDie große Werbetrommel hat die Gemeinde für die Wolfseehalle bislang nicht gerührt. Dennoch wurde sie 2019 rund 15 Mal gebucht, teilte Veranstaltungsreferent Michael Gartmaier (CSU) nun im Fischbachauer Gemeinderat mit. „Die Interessenten sind alle von alleine gekommen.“ Gartmaier ist aber überzeugt, dass noch deutlich mehr Potenzial in der Halle schlummert, etwa als Ort für Hochzeitsfeiern oder Tagungen. Er schlug seinen Gemeinderatskollegen deshalb vor, für 2020 zusätzlich 5000 Euro aus dem Haushalt für Marketing- und Werbemaßnahmen für die Wolfseehalle zur Verfügung zu stellen.

Wie berichtet, hatte sich die Gemeinde nach dem Kauf der Halle Anfang 2019 für einen einjährigen Probebetrieb des Veranstaltungsortes unter eigener Regie ab Nutzungsbeginn im Mai entschieden. Da es bereits jetzt Buchungsanfragen für Juni und Juli 2020 gebe, schlug Bürgermeister Josef Lechner (CSU) vor, den Testzeitraum bis Ende 2020 zu verlängern. Dann könnte der neue Gemeinderat im September 2020 die Grundsatzentscheidung fällen, wie es mit der Wolfseehalle weitergeht. Um den Weiterbetrieb nicht zu gefährden, müsse man aber unter anderem in den Blitzschutz, die Bodensanierung, Malerarbeiten sowie in den Anschluss an die neue Fernwärmeheizung fürs das benachbarte Baugebiet am Wolfsee investieren. Wie schon 2019 sollten dafür auch im kommenden Jahr 50 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden.

Nicht alle Gemeinderäte konnten sich damit anfreunden. Vor allem Gartmaiers Marketing-Vorstoß sorgte für Kritik. Thomas Kantenseder (FaB) plädierte dafür, die Ausgaben eher runterzuschrauben. „Eine Gemeinde ist nicht für Events zuständig“, fand er. Bernhard Padeller (FaB) warnte davor, den Wirten im Ort mit Steuergeld Konkurrenz zu machen. Etwas übergangen fühlte sich Peter Rauffer (FaB) als Mitglied des eigens für die Zukunft der Wolfseehalle gegründeten Arbeitskreises. Es wundere ihn, dass die Gemeindeverwaltung den AK in die Überlegungen zur Verlängerung des Probebetriebs nicht eingebunden habe. „Diese Scheibchentaktik schmeckt mir nicht“, machte Rauffer klar.

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Der Rathauschef wies den Vorwurf zurück. Die vorgeschlagenen 50 000 Euro seien lediglich im Rahmen der üblichen Haushaltsaufstellung für 2020 ins Gespräch gekommen. „Das heißt nicht, dass wir das tatsächlich alles ausgeben.“ Vielmehr werde der Gemeinderat über jeden größeren Posten gesondert abstimmen. „Wenn auch nicht über jedes einzelne Waschbecken in den Toiletten“, schränkte Lechner schmunzelnd ein.

Eine Lanze für eine bessere Vermarktung der Halle brach Josef Obermaier (CSU). Es sei sinnvoll, den Veranstaltungsort möglichst attraktiv zu machen. „Dann tun wir uns später leichter, einen Betreiber zu finden.“ Auch Zweiter Bürgermeister Andreas Auracher (CSU) verwies auf den dadurch steigenden Marktwert. „Ein lebendes Objekt ist leichter anzubieten als ein totes Objekt.“ Ein Argument, das am Ende auch die Mehrheit der Gemeinderäte überzeugte. Gegen zwei Stimmen beschloss das Gremium, den Probebetrieb zu verlängern und weitere 50 000 Euro für die Wolfseehalle in den Haushalt einzustellen. Die von Gartmaier vorgeschlagenen Marketingmaßnahmen seien da bereits eingerechnet, fügte Lechner an.

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Eine andere Idee brachte Lothar Prack (Neue Liste) ins Spiel. „Wollen wir nicht auch die Kellerbar wiederbeleben?“, feixte er. Lechner gab ebenso launig zurück: „Da reichen uns die 50 000 Euro aber nicht.“

sg

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