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Entscheidung nötig: Fischbachau kann die Wolfseehalle nicht länger selbst verwalten – zu teuer, zu wenig Personal. Doch wie soll es damit weitergehen? Denkbar wäre ein Kindergarten – unter Umständen. Foto: Thomas Plettenberg
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Entscheidung nötig: Fischbachau kann die Wolfseehalle nicht länger selbst verwalten – zu teuer, zu wenig Personal. Doch wie soll es damit weitergehen? Denkbar wäre ein Kindergarten – unter Umständen.

Wolfseehalle: Kinder, Vereine oder Verkauf? Fischbachau muss entscheiden

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Wegen Corona hat der Probebetrieb der Wolfseehalle als Veranstaltungsort kaum Erkenntnisse gebracht. Dennoch muss Fischbachau entscheiden, wie es die Halle ab 2021 nutzen wird. Eine Studie soll nun drei Optionen durchrechnen.

Fischbachau – Auf den ersten Blick scheinen die Ergebnisse des Probebetriebs der Wolfseehalle in Fischbachau vielversprechender, als sie sind: Wie berichtet, hatte die Gemeinde den Anfang 2019 gestarteten Test zunächst kaum beworben. Für 2020 wollte sie 5000 Euro in Werbung investieren, so Hochzeiten und Tagungen anlocken. Wegen Corona stand die Halle aber lange leer. Dennoch hat sie im Test 20 000 Euro eingenommen, denen 90 000 Euro Sanierungskosten gegenüberstehen. Vielleicht, mag da mancher denken, hätte das ohne Corona ein Gewinngeschäft werden können. Welche Gründe das ausschließen, erklärte Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG) im der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Die Vorgeschichte aus dem Oktober 2018: Was passiert mit der Wolfseehalle? Gemeinde lässt Konzept entwickeln

Wolfseehalle: Kinder, Vereine oder Verkauf? Fischbachau muss entscheiden

Grund eins: Die Gemeinde hat am Gebäude nur das für den Betrieb Nötigste erneuert. Hätte sie die Halle häufiger verpachtet, hätte sie mehr sanieren müssen. Will sie diese weiter nutzen, muss sie tief in die Tasche greifen. Wie tief, weiß niemand. Hans Seemüller (FWG) erinnerte: „Die Einrichtung ist 30 Jahre alt. Da sind nur noch Baukörper und Umgriff von Wert.“ Lohwasser stimmte zu. Der Test sei daher „absolut nicht aussagekräftig“. Grund zwei: Der Gemeinde fehle das Personal für die Verwaltung und den Betrieb der Halle, erklärte der Bürgermeister weiter. Sein Fazit: „Wir wissen alle, dass es für die Zeit ab 2021 einen Beschluss braucht.“ Die Gemeinderäte sahen das ebenso. Blieb die Frage: welchen?

Die Verwaltung schlug drei Optionen vor: Verkauf, Verpachtung als Gewerbehalle oder Umbau zu Kindergarten oder Kindertagesstätte. Noch, auch da waren sich Bürgermeister und Gemeinderäte einig, können sie die Optionen nicht bewerten. Was kostet ein Umbau? Was bringt die Verpachtung? Alles unklar. „Wir brauchen Fakten“, sagte Andreas Estner (FWG). „Sonst ist alles Blabla.“

Die Fakten soll ein Gutachten liefern. Wie die Gemeinderäte einstimmig beschlossen, soll dieses die drei Nutzungen der Halle durchrechnen; Einnahmen, Kosten, Voraussetzungen ermitteln. Lohwasser: „Dann wird sich zeigen, was Sinn macht.“

Derzeit, auch das wurde deutlich, haben alle Optionen Unterstützer im Gemeinderat. Lohwasser schien die Option Kindergarten am vielversprechendsten. Wegen des Neubaugebiets am Wolfsee und dem Anspruch auf Nachmittagsbetreuung ab 2025 müsse die Gemeinde ihre Kapazitäten ohnehin erweitern. Die Wolfseehalle könnte dafür ideal sein – wenn das nahe Schotterwerk nicht zu laut für den Immissionsschutz arbeitet. Alternativ könnte die Gemeinde die Einnahmen aus Verkauf oder Verpachtung zur Finanzierung eines anderen Kindergarten-Standorts nutzen. Auch Bernhard Padeller (FaB) betonte, die Kindergärten seien bereits „jetzt randvoll“.

Lothar Prack (NL) sagte, ein guter Betreiber könne die Halle beleben. Ein Gutachten könne helfen, diesen anzuziehen, indem es die Kosten offenlegt. Die schlimmste Lösung sei für ihn eine Fabrikhalle. Das schloss auch Lohwasser aus: „Gewerblich ja, aber einer Fabrikhalle passt da nicht.“ Seemüller wollte die Halle nicht verkaufen.

Ein Zuschauer sagte, die Wolfseehalle sei für Vereine die letzte Möglichkeit, etwas zu machen. „Das sollte bedacht werden. Aber es ist klar, dass es teuer ist.“

Dieses Dilemma sieht auch Lohwasser. Wird die Wolfseehalle zur Kita, fällt sie für die Vereine weg, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung: „Das braucht man nicht schönreden.“ Eine Kombi-Nutzung sei schwer vorstellbar. Der Gemeinderat müsse daher entscheiden, welche Nutzung für die Allgemeinheit wichtiger sei.

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