Er hatte ihr beim Joggen aufgelauert

Fischbachauer (37) wollte Studentin vergewaltigen

Fischbachau - Es blieb beim Versuch, doch die Studentin leidet bis heute darunter: Vor gut einem Jahr wollte sie ein 37-jähriger Fischbachauer vergewaltigen. Jetzt steht er vor Gericht. 

Lange blonde Haare, zierlich, 1,60 Meter groß, sportliche Figur: Die 25-jährige Studentin war der Traum ihres Dorfnachbarn Richard B. aus Fischbachau. Doch der zurückgebliebene 37-Jährige traute sich nicht, die junge Frau anzusprechen. Er hatte Angst, ausgelacht oder abgewiesen zu werden. Da entschloss er sich, sie beim Joggen abzufangen und zu vergewaltigen.

„Es war wie jedes Mal“, erinnerte sich die Frau gestern mit zittriger Stimme vor dem Landgericht München II. Dort wird Richard B. der Prozess gemacht. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung. Gegen 16.30 Uhr hatte sich die Studentin damals, im Januar 2014, zum Joggen aufgemacht. Sie steckte in den Prüfungen und brauchte Bewegung. Auf ihrer Stammstrecke sah sie Richard B., wieder einmal.

Der schmale Mann mit der nach vorne gebeugten Haltung war ihr schon öfter aufgefallen. Er ging hier regelmäßig spazieren. Die 25-Jährige kannte ihn flüchtig vom Sehen aus dem Dorf. Als sie gerade an ihm vorbei war, tat es einen mächtigen Schlag. Der 37-Jährige hatte ihr eine Bierflasche gegen den Kopf geschlagen. Diesmal wollte er sich die blonde Frau schnappen, sie ohnmächtig schlagen und sie dann vergewaltigen. Doch er hatte nicht mit der unglaublichen Kraft dieser zierlichen Person gerechnet.

„Ich habe geschrien, so etwas wie ,Spinnst Du!‘. Dann habe ich mit den Armen herumgefuchtelt und mich losgerissen“, berichtete die Frau unter Tränen. Es gelang ihr, sich aus seinem eisenharten Griff loszuwinden. Dann rannte sie um ihr Leben.

An einer Brücke blieb sie kurz stehen, blickte sich um, ob er ihr folgte. Das tat er zwar nicht, doch die Studentin rannte sofort weiter. Die Wochen danach waren schrecklich für die junge Frau. Sie litt unter Angstzuständen, hatte Kopf- und Nackenschmerzen. „Ich konnte nicht alleine das Haus verlassen, nicht mal für kurze Strecken wie zum Beispiel zum Auto.“ Sie konnte nur bei Licht schlafen. Zum Joggen ist sie nie mehr ohne Begleitung gegangen.

Der Täter war rasch gefasst – vermeintlich. Denn die 25-Jährige konnte zwar die Familienzugehörigkeit des Täters zuordnen, nicht aber genau sagen, welcher der beiden Brüder es gewesen war. Der unschuldige Jüngere (34), ein gehörloser Mann, kam in U-Haft. Der Verdacht fiel zunächst auf ihn, weil bekannt war, dass er auf Damenschuhe stand und einmal einer Frau bis nach Hause gefolgt war und ihr vor der Haustür die Füße weggezogen hatte. Zudem legte er auch noch ein Geständnis ab.

Das hielt, bis die DNA-Probe den älteren Bruder als Täter entlarvte. Über seinen Verteidiger legte er ein Geständnis ab. Zur Motivation wollte er sich nicht äußern. Gegenüber der Studentin leistete er heuer im Januar einen Täter-Opfer-Ausgleich über 5000 Euro. Der Prozess dauert an.

Von Angela Walser

Rubriklistenbild: © dpa

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