+
Ein Stück Bayrischzell für das Zuhause: Almerin Theresa Reisberger (l.) und Tourist-Infoleiterin Stephanie Hintermayr mit dem neuen Bayrischzeller Heukissen.

Gastgebertag in Bayrischzell

Hallo Gastgeber: Aufwachen jetzt!

Bayrischzell – Die Gastgeberversammlung in Bayrischzell hat sich gemausert. Erstmals war dies kein Kurz-Treffen, sondern ein ganzer Tag mit Hausmesse und Fachvorträgen. Tourist-Infoleiterin Stephanie Hintermayr will die Gastgeber aufrütteln.

Das Lebensgefühl einer Sennerin ins eigene Wohnzimmer holen: Das neue Bayrischzeller Heukissen soll es Gästen der Wendelsteinregion künftig ermöglichen, ein Stück Urlaub mit nach Hause nehmen. Beim Gastgebertag im Bayrischzeller Rathaus wurde das regionale Naturprodukt erstmals vorgestellt. Aber nicht nur das Kissen mit getrocknetem Gras vom Lechnerhof feierte dort seine Premiere. Vielmehr gestaltete Tourist-Infoleiterin Stephanie Hintermayr das Treffen der Vermieter erstmals als Ganztages-Veranstaltung mit einer kleinen Hausmesse.

„Wir wollen die Gastgeber aufrütteln, aktiv zu werden“, sagt Hintermayr. Um dieses Vorhaben umzusetzen, bot der Tag den Vermietern zahlreiche Informationen und Anregungen – sowohl auf technischer als auch auf kreativer Seite. Das Hauptthema galt dem Online-Buchungssystem Im-web, das auch die Alpenregion Tegernsee Schliersee verwendet. Über das konnten sich die Besucher sogar in Einzelberatungen informieren. Die Entwicklung gehe eindeutig in Richtung einer Sofort-Reservierung per Internet, bekräftigt Hintermayr: „Seit Frühling dieses Jahres bemerken wir, dass Gästeanfragen per E-Mail weniger werden.“ Viele Gastgeber vor Ort würden allerdings die Möglichkeit der Web-Buchbarkeit nicht nutzen. Hochgradiger Änderungsbedarf.

Nächster Punkt: Der Wohlfühlfaktor der Unterkunft. Zu diesem Thema hatte die 45-jährige Tourist-Infoleiterin die Hausmesse organisiert, Sie will den Gastgebern kreative Einfälle für Dekoration und Innenausstattung mitgeben. „Es gilt im Tourismus die Faustregel, alle zehn Jahre zu renovieren“, sagt Hintermayr. Dies müsse aber keine Komplett-Sanierung sein. Kleinere Malerarbeiten oder neue Polsterbezüge reichen oft völlig aus. Im Rathaus präsentierte der örtliche Raumausstatter dazu passend Möbel- und Vorhangstoffe. Zudem gab es Blumenschmuck-Ideen und andere Deko.

Flankiert wurden die Infos und Präsentationen von zwei Seminaren: Florian Hauder von der Naturkäserei Tegernseer Land informierte über Herstellung, Vertrieb und Verkauf von regionalen Produkten wie Käse, Milch und Joghurt. Regionalität war ohnehin das Motto beim Gastgebertag, und auch Bayrischzell will damit punkten. Hintermayr: „Naturprodukte sind bei Gästen sehr beliebt.“

Daher auch die Idee für das Bayrischzeller Heukissen, das rund 28 Euro kostet und das komplett aus lokalen Rohstoffen besteht. Das Stick-Motiv zeigt eine Almerin vor alpiner Kulisse – ein Entwurf von Renate Etschel vom Bayrischzeller Stoffladen. Das Herz des Kissens – aus purem Heu. Dafür mähen Theresa und Georg Reisberger auf ihrer Alm im Rotwandgebiet das Gras per Hand. „Scharfgarbe, Spitzwegerich und andere Kräuter betören mit ihrem ätherischen Düften – ein Gefühl, das sonst nur eine Sennerin kennt“, erklärt Theresa Reisberger die Idee.

Der zweite Komplex war das Wandern. Hintermayr findet: „Wir haben uns lange auf unserem naturgegebenen Polster ausgeruht. Wir müssen das Thema wieder aktuell machen.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lieber Männer: Hier kommt euer Freibrief für den Männerschnupfen
Hilfe, der Männerschnupfen hat uns wieder voll erwischt. Aber keine Angst, liebe Männer. Die fieseste Krankheit seit Anbeginn der Evolution ist nun wissenschaftlich …
Lieber Männer: Hier kommt euer Freibrief für den Männerschnupfen
Rosetta Pedone mit allererstem Solo-Kabarett in Miesbach
Im Frühjahr überzeugte sie als Wagenknecht-Double auf dem Nockherberg, jetzt kam Rosetta Pedone zum Heim-Gastspiel mit ihrem allerersten Solo-Kabarett in ihre …
Rosetta Pedone mit allererstem Solo-Kabarett in Miesbach
Religion mal anders: Licht, Schmankerl und Spektakel 
Riesige Ökumenische Aktion: Am Vorabend des Reformationstages laden die Kirchen in Schliersee, Hausham, Miesbach und Holzkirchen zu einer spektakulären Nacht ein. 
Religion mal anders: Licht, Schmankerl und Spektakel 
Frauenbund-Jubiläum: Wie 90 Miesbacherinnen den Nazis die Stirn boten
Back- und Bastelaktionen, und ab und zu ein Ausflug: Damit verbinden die meisten Leute einen Frauenbund. Doch die Miesbacher Gruppe hat in 100 Jahren auch politisch viel …
Frauenbund-Jubiläum: Wie 90 Miesbacherinnen den Nazis die Stirn boten

Kommentare