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Prominente ehemalige Schüler kamen zur Jubiläumsgala der Freunde und För derer des Gymnasiums Miesbach: (ab 2.v.l.) Schauspieler Ferdinand Hofer, Kabarettist Claus von Wagner und Schauspielerin Katrin Filzen bekamen von Vorsitzendem Uwe Dietrich (l.) Pegasus-Pokale überreicht. 

Gala mit Claus von Wagner & Co. am Gymnasium Miesbach

Förderverein feiert Jubiläum

Miesbach – Dass die Schule mit dem Pegasus ihren Schülern Flügel verleihen kann, ist auch den Freunden und Förderern des Gymnasiums Miesbach zu verdanken. Jetzt feierte die Schulfamilie das Jubiläum des Fördervereins – mit den Promis unter den ehemaligen Schülern. Zwei packten aus, was sie heute über ihre Lehrer von damals denken. 

Nicht alles, was für die Entwicklung junger Menschen gut und richtig wäre, kann auch von den Sachaufwandsträgern der Schulen finanziert werden. Ingeborg Leuschner hatte das auch erkannt: Am 23. März 1981 gründete sie den Verein Freunde und Förderer des Gymnasiums Miesbach – den ersten Schulförderverein im Landkreis. „Das Geld wirkt“, betonte Uwe Dietrich, aktuell Vorsitzender des Vereins, bei der Jubiläumsgala in der Aula.

Vier ehemalige Schüler sind heute prominente Kulturschaffende: Schauspielerin Katrin Filzen (40) wurde mit Rollen in der Fernsehserie „Marienhof“ und zahlreichen Fernsehfilmen bekannt, Schauspieler Ferdinand Hofer (23) gehört inzwischen zum Team des Münchner „Tatort“. Und dann wären da noch Kabarettist Claus von Wagner (38), der Gastgeber der „Anstalt“ im ZDF, und Regisseur Marcus H. Rosenmüller (43).

Die vier wurden im Rahmen der Gala zu Ehrenmitgliedern des Fördervereins ernannt und bekamen als Zeichen Pegasus-Pokale überreicht. Außer Rosenmüller, der gerade in Manchester dreht und deshalb per Videobotschaft Grüße übermittelte – aus einem Pub, denn an die Freistunden seiner Schulzeit erinnere er sich besonders gern. Seine frühere Lehrerin Franziska Tittert wedelte mit einem DIN-A 4-Blatt – eine Strafarbeit. Damals habe sie Rosenmüller gesagt, sie werde den Zettel aufbewahren, „als Beweismaterial“, falls er mal berühmt werde. Im Rückblick habe er gemerkt, welch tolle Lehrer er gehabt habe, erklärte Rosenmüller. Dass sie teilweise an ihm gescheitert seien, habe an Stoff und Schulsystem gelegen.

Das Galaprogramm war als Zeitreise von heute bis zurück in die Gründungszeit des Fördervereins gedacht. Der Kammerchor des Gymnasiums sang dabei eine A-cappella-Version von „Ein Hoch auf uns“. Die Theater AG gab ironische Einblicke in eine Sitzung des Fördervereins: Der Verein helfe sofort, wenn Eltern „keinen Bock mehr“ auf ihre Kinder hätten, und schicke diese zum Schüleraustausch nach Frankreich.

Claus von Wagner schenkte seiner ehemaligen Schule und dem Verein einen kurzen Auftritt. Am Ende seiner Schulzeit habe die Frage im Raum gestanden, was er jetzt machen solle. Auf Rang eins der Tipps: „Claus, Du muaßt Lehrer wern, Claus, Lehrer!“ Kommt nicht in Frage, niemals, habe er gesagt. 20 Jahre später stehe er vor Menschen, die auf unbequemen Stühlen vor ihm sitzen, rede 45 Minuten über Dinge, von denen er glaube, dass die Leute sie wissen sollten. Aber Lehrer werden? „Ich hatte zuviel Respekt davor.“ Was er jetzt mache, habe damit nichts zu tun. Die Menschen die vor ihm säßen seien freiwillig da und zahlten Eintritt – „Sie glauben gar nicht, wie das die Grundstimmung in einem Raum verändert“. Am Gymnasium habe ihm Tittert die Liebe zur Literatur beigebracht, „was ich ihr bis heute übelnehme“: Faust gern gelesen? Das zugeben, und „Sie stehen beim Stehempfang ganz schnell allein am Schokobrunnen“. Lehrer Michael Fuug habe in ihm die Lust geweckt, politische Zusammenhänge zu verstehen. „Das Eintrittsgeld für das Geschichtskabarett bin ich ihm bis heute schuldig.“ 

Damit der Verein auch in Zukunft Talente fördern kann, läuft derzeit eine Aktion, erklärte Dietrich: Jeder gespendete Euro werde von der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee verdoppelt.

Johanna Wieshammer

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