+
Weiterhin im Dornröschenschlaf: Für die Sanierung des Gasthofs Zur Post in Schliersee fehlt noch eine detaillierte Kostenberechnung.

Gasthof zur Post in Schliersee 

Sanierung beginnt „idealerweise im Winter“

Noch mal ein halbes Jahr – mindestens. Die Sanierung des Gasthofs Zur Post in Schliersee zieht sich hin. Wenn es ungünstig läuft, muss sogar das Konzept noch einmal überdacht werden.

Schliersee – Die Erwartungen waren so groß wie die Hoffnungen, als der leer stehende Gasthof Zur Post einen neuen Eigentümer bekam. Der Miesbacher Unternehmer Franz Kroha gab im November 2013 den Kauf des Hauses bekannt – und hatte sich sein Engagement wohl deutlich einfacher vorgestellt. Das begann mit dem Übergang des Eigentums. Erst gut eineinhalb Jahre nach dem Kauf konnte Kroha als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen werden. Der Vorbesitzer – das vor zehn Jahren eröffnete Insolvenzverfahren wurde just am Montag eingestellt – hatte noch einen Grundschuldbrief in seinem Besitz, ohne den die Eintragung nicht möglich war. Erst dann konnte Kroha die Planer losschicken.

Noch einmal zwei Jahre vergingen, bis das Konzept stand und die Baugenehmigung vorlag. Unter anderem soll ein Quergiebel gebaut werden und die Engstelle an der Bundesstraße verkleinert werden. Wie berichtet, plant Kroha ein sogenanntes Smart-Design-Hotel im mittleren bis gehobenen Segment. 42 Doppelzimmer soll es haben. Im Blick hat der Miesbacher Unternehmer vor allem Gäste, die nur eine Nacht in Schliersee bleiben wollen – insbesondere Hochzeitsgesellschaften. Wobei die Idee einer luxuriösen Hochzeits-Suite ebenso verworfen wurde wie die, einen Teil des Gasthofs als Boarding-Haus für Langzeitgäste zu nutzen. Der Saal aber bleibt.

Auch hier war Franz Kroha mal beteiligt: Lahm kauft Sixtus: Hintergründe und Folgen der Übernahme, dazu auch interessant: Sixtus-Chronologie: Die spannende Geschichte von Philipp Lahms Firma

Mit der Überplanung und dem Genehmigungsverfahren verschob sich immer auch der geplante Baubeginn, wobei Kroha immer einschränkend von einem Wunschtermin sprach. So auch jetzt. „Idealerweise im Winter“, sagt der Unternehmer. Aktuell arbeite Architekt Herbergt Wagenpfeil an den Details der Kosten. Mitte, Ende Juli sollte klar sein, was die Generalsanierung des Traditionsgasthauses kosten wird. In einer ersten Schätzung war von 4,5 Millionen Euro die Rede.

Lesen Sie auch: So will Kroha mit dem Gasthof Zur Post eine Marktlücke schließen

Genau hier liegt das Problem. Wird die Sache zu teuer, sei man gezwungen, das Konzept zu überdenken, sagt Kroha. Das Problem ist bekannt: die Preise in der Baubranche sind kontinuierlich am steigen, die Firmen ausgelastet. Kroha baut bekanntlich gerade drei Mehrfamilienhäuser an der Waldschmidtstraße in Neuhaus, kenn demzufolge die Lage.

Am Laufen ist Kroha zufolge auch die Suche nach einem Pächter oder Betreiber. Doch auch hier gilt: Erst muss eine solide Kostenberechnung her. Dies wirkt sich ja auch auf die zu erwartende Pacht aus. Selbst betreiben möchte Kroha das Haus nicht.

Wann auch immer der Startschuss für die Sanierung fällt: Danach wird es wohl ein Jahr dauern, bis alles fertig ist. Kroha sagt: „Wir hätten es lieber schneller umgesetzt.“

Daniel Krehl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Landtag soll Sondergebiet Transport stoppen
Im Verfahren um die umstrittene Ausweisung eines Sondergebiets Transport an der B 472 nördlich von Buchbichl greift der Bund Naturschutz (BN) nun zu stärkeren Mitteln. …
Landtag soll Sondergebiet Transport stoppen
Einweihung der Brösel Alm: Berghotel und Skigebiet rücken zusammen
Am Berghotel Sudelfeld können nun auch Wanderer, Radler und jedermann sonst einkehren: in der neuen Brösel Alm. Der Bürgermeister sieht darin einen Gewinn für den …
Einweihung der Brösel Alm: Berghotel und Skigebiet rücken zusammen
Kommentar zum Museums-Aus: Von Anfang an falsches Spiel
Das Museum im Kloster ist gestorben. Der Stadtrat hat entschieden. Ein Schlusspunkt eines falschen Spiels, denn der Museumsverein wurde von Anfang an im Dunklen …
Kommentar zum Museums-Aus: Von Anfang an falsches Spiel
Schock im Stadtrat: Aus fürs Museum im Kloster
Das Museum im Kloster ist gestorben. Nach einer emotionalen Diskussion hat der Miesbacher Stadtrat nun entschieden, den baufälligen Mitteltrakt für die Erweiterung der …
Schock im Stadtrat: Aus fürs Museum im Kloster

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.