Nachwehen vom Rosenheimer Herbstfest

Geldstrafe: Fischbachauer beleidigt Polizisten

Miesbach/Rosenheim - Gleich zwei Mal beleidigte ein 21-jähriger Fischbachauer zwei Polizisten auf dem Rosenheimer Herbstfest mit derben Worten. Mit einer Geldauflage von 600 Euro muss er nun für seine Dummheit büßen.

Es war im September vergangenen Jahres. Der 21-jährige Fischbachauer war auf dem Herbstfest in Rosenheim unterwegs, als er zwei patrouillierende Polizeibeamte beleidigte – und das nicht nur ein Mal. Der Grund dafür? Es gab keinen. Während der Verhandlung am Miesbacher Amtsgericht schwieg der Fischbachauer zu seiner Tat. Das Ganze war ihm sichtlich unangenehm.

Einer der Polizisten aber sagte aus und konnte den Fall somit schnell aufklären. Die beiden Beamten der Rosenheimer Polizei drehten friedlich ihre Runden auf der Loretowiese, als sie auf den „betrunkenen, aber noch ansprechbaren Mann“, wie der Polizist vor Gericht den Zustand des Fischbachauers beschrieb, trafen. Der ging sofort zum verbalen Angriff über. Schlecht für ihn, dass die Polizisten dem Beachtung schenkten und sich zur Kontrolle entschlossen. Dabei fiel seitens des Betrunkenen ein weiteres Mal der beleidigende Ausdruck.

Die Beamten baten den Fischbachauer daraufhin freundlich, sie doch auf die Wiesnwache zu begleiten, was beim 21-Jährigen aber scheinbar nicht ganz so gut ankam. Er weigerte sich. Wie es aber so schön heißt, muss der, der nicht hören will, eben fühlen. Der Fischbachauer fühlte – und zwar Handschellen an seinen Armen. Die konnten dem Angeklagten aber nicht im Stehen angelegt werden. Weil er sich erneut querstellte, mussten die Polizisten ihre ganze Kraft aufwenden und den jungen Mann zu Boden zwingen. Dort bekam er letztlich die Fesseln angelegt. Wenig später auf der Wiesnwache angelangt, kam dann aber auch beim Fischbachauer das Einsehen: Er entschuldigte sich für sein kindisches Verhalten.

Angeklagter schweigt vor Gericht

„Der Alkohol hat ihn wohl enthemmt“, schlussfolgerte die Staatsanwältin. Dadurch, dass der Fischbachauer die Tat nicht einräumte und die Polizisten „ohne jeglichen Anlass“ doppelt beleidigte, plädierte die Staatsanwaltschaft für eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 55 Euro. Als der Angeklagte, der ohne Verteidiger erschien, das letzte Wort hatte, machte er das, was er schon die ganze Verhandlung über getan hatte: Er schwieg.

Ganz anders dagegen Amtsgerichtsdirektor Klaus-Jürgen Schmid. Er belehrte den 21-Jährigen darüber, wie wichtig die Polizei für die gesellschaftliche Ordnung sei. „Sie ist der Grund dafür, warum wir in Deutschland keine mexikanischen Zustände haben“, sagte Schmid. Die deutschen Polizisten seien unbestechlich und sorgten für Demokratie und Freiheit. Schmid: „Das sollten Sie sich mal durch den Kopf gehen lassen.“ Wegen seiner mehr als sinnlosen Aktion muss der Fischbachauer nun eine Geldauflage von 600 Euro bezahlen. Sie geht – an die Deutsche Polizeigewerkschaft.

Rubriklistenbild: © dpa

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