Gebirgsschützen beim Salutschießen in Rottach-Egern
+
Auch die Gebirgsschützen – hier Mitglieder der Kompanie Tegernsee beim Salutschießen in Rottach-Egern – sind von der Änderung der Feuerwaffenrichtlinie betroffen. So müssen künftig auch Salutwaffen bei der Behörde angezeigt werden.

Änderung trifft am 1. September in Kraft

Gesetzesnovelle: Jede Waffe muss gemeldet werden

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
    schließen

Das Waffenrecht in Deutschland wird zum 1. September geändert. Die Gesetzesnovelle betrifft auch Bürger ohne waffenrechtliche Erlaubnis.

Landkreis - Das Waffenrecht in Deutschland wird zum 1. September geändert. Auf die Waffenbehörden kommt damit ein sehr großer Aufwand zu. Beinahe jeder Waffenbesitzer muss etwas beachten, und auch Bürger ohne waffenrechtliche Erlaubnis fallen unter die neue Regelung. Damit es in Zukunft nicht zu Unstimmigkeiten oder gar einem Waffenentzug kommt, bittet das Landratsamt die Bevölkerung um Unterstützung.

Das Ziel ist sinnvoll: Als Reaktion auf die Terroranschläge von Paris soll vor allem Extremisten der Zugang zu Waffen erschwert werden. Die Europäische Union hat dazu die Feuerwaffenrichtlinie verändert. Das schlägt sich in Deutschland im Dritten Waffenrechtsänderungsgesetz nieder, das am morgigen Dienstag in Kraft tritt. Die Änderung bedeutet sowohl für Waffenbesitzer als auch für die Waffenbehörden viel Arbeit, erklärt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Ein strenges Waffengesetz sei jedoch unerlässlich für die Sicherheit der Bevölkerung.

Waffenkontrollen müssen daher notwendigerweise besonders streng ausfallen. Die Waffenbehörden sind verpflichtet, alle Verstöße gegen das Waffengesetz zur Anzeige zu bringen. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Deshalb bittet die Waffenbehörde darum, dass alle Waffenbesitzer die Änderungen im Waffengesetz genau zur Kenntnis nehmen und bei Bedarf, beispielsweise für Anpassungen in der Waffenbesitzkarte, zeitnah mit der Waffenbehörde in Kontakt treten.

Einige Änderungen betreffen vorerst nur die Waffenbehörde: Künftig muss alle fünf Jahre überprüft werden, ob das Bedürfnis für eine waffenrechtliche Erlaubnis weiter besteht – ob man also beispielsweise noch eine gültige Jagderlaubnis besitzt oder noch aktives Mitglied bei den Sportschützen mit ausreichend Schießnachweisen ist. Die Waffenbehörde muss künftig außerdem bei jedem Antrag für eine waffenrechtliche Erlaubnis beim Verfassungsschutz abfragen, ob der Antragsteller Mitglied einer verfassungsfeindlichen Vereinigung ist. Selbst wenn diese Vereinigung nicht verboten ist, reicht die Mitgliedschaft, um die waffenrechtliche Erlaubnis zu versagen.

Auch für einzelne Personengruppen ändert sich einiges durch die Novelle: Jäger dürfen künftig Schalldämpfer ohne gesonderte waffenrechtliche Erlaubnis kaufen und benutzen, müssen den Erwerb aber bei der Waffenbehörde anzeigen. Waffenhersteller und -händler müssen Waffen künftig elektronisch registrieren, weil das Nationale Waffenregister so ausgebaut wird, dass der gesamte Lebenszyklus einer Waffe von der Herstellung bis zur Vernichtung behördlich nachzuverfolgen ist. Außerdem werden mehrschüssige Magazine, Pfeilabschussgeräte und halbautomatische Waffen mit hoher Magazinkapazität verboten. Die wesentlichen Waffenteile werden erweitert.

Die Änderungen im Waffenrecht betreffen auch Bürger ohne waffenrechtliche Erlaubnis: Unbrauchbar gemachte Schusswaffen, Alt-Dekorationswaffen und Salutwaffen müssen bei der Waffenbehörde angezeigt werden, also auch das Fundstück aus dem Nachlass der Großeltern oder die Salutwaffen der Gebirgsschützen.

Nähere Informationen

Alle Änderungen sind auf der Homepage des Landratsamts unter www.land kreis-miesbach.de/waffen rechtsänderung2020 detailliert zusammengefasst. Auch die nötigen Anträge sind dort zu finden. Fragen beantwortet die Waffenbehörde unter waffengesetz2020@lra-mb.bayern.de oder z 0 80 25 / 704-24 18.

Auch interessant

Kommentare