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Künstlerisch ansprechend, handwerklich gekonnt: Die Parsberger Fotoausstellung zeigt interessante Perspektiven und Motive – etwa Rudi Weileders F oto der partiellen Sonnenfinsternis über Miesbach.

Witziges, Kritisches und viel Natur

Das gibt es bei der 32. Parsberger Fotoausstellung zu sehen

Parsberg - Wie vielfältig fotografische Arbeit sein kann zeigen 26 Hobbyfotografen bei der Ausstellung in Parsberg. Welche Technik und Geschichte hinter manchen Bildern steckt, ist überraschend.

Kaum hat das neue Jahr begonnen, haben die Parsberger Fotofreunde ihren großen Auftritt: Zum 32. Mal haben sie heuer die große Fotoausstellung in der Parsberger Grundschule organisiert. Sie ist mittlerweile aus dem Reigen Miesbacher Kulturveranstaltungen nicht mehr wegzudenken. So ließ es sich auch Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz nicht nehmen, die traditionelle Fotoschau zu eröffnen.

Pongratz wies darauf hin, „froh und dankbar zu sein dafür, dass wir in so einer gesegneten Landschaft leben dürfen“ und sprach damit auch gleichzeitig den inhaltlichen Schwerpunkt der Ausstellung an: Ein großer Teil der Exponate ist mit viel Leidenschaft und einem sicheren Blick für das Motiv der heimischen Natur gewidmet – mit all ihren Schönheiten und Besonderheiten. „Es macht Spaß, die Bilder anzuschauen“, so Pongratz.

Tatsächlich bestechen die Werke meist mit brillanter Farbgebung und harmonischer Komposition. Der große querformatige „Bergfrühling“ von Helmut Jenne sen., die zarte „Weiße Orchidee“ von Charly Zeidler oder Bernt Horeths „Herbstlicher Weidegang“, eine stimmungsvolle Darstellung der Frauenrieder Idylle, mögen als nur drei Beispiele von vielen ähnlich gelungenen Exponaten dienen.

Horeth zeichnet in diesem Jahr zusammen mit Karl Zeidler für die Organisation verantwortlich. Für eine stimmige Präsentation sei es wichtig, dass die Bilder „eine gewisse Mindestgröße haben und anständig gerahmt sind“. Eine der wenigen Arbeiten in Schwarz-Weiß ist Lambert Heils „Afrika II“, wo inmitten einer undurchdringlichen Baumreihe erst auf den zweiten Blick – witzig und überraschend – ein Zebra zum Vorschein kommt. Überhaupt fällt auf, dass viele Fotos nicht nur bloße Abbildungen der Natur sind, sondern einen Aspekt beinhalten, der den Betrachter schmunzeln lässt, etwa die Arbeiten von Marlene Fuhrig oder Elvira Baumanns Ziege, die zu sagen scheint „Ich will raus“, weil sie, eingeklemmt in einem Zaun, nicht mehr vor und nicht mehr zurück kann. Manchmal hat eben auch der Fotograf das Glück des Tüchtigen, wenn ihm so ein Motiv vor die Füße fällt.

Interessante Akzente setzt Rudi Weileder: Er zeigt eine Erdölleitung, die quer durch Alaska führt, und versieht das Foto mit dem kritischen Titel „Ihr geht zu weit – 426 Lecks seit 2000 in den USA, Alaska“. Mit hohem technischen Aufwand und viel handwerklichem Können stellt er das gleißende Licht dar in die „Partielle Sonnenfinsternis, Miesbach 2015“. Ebenfalls im Universum fährt der Betrachter „Per Anhalter durch die Milchstraße“. Hier sieht man vor einem nahezu schwarzen Hintergrund, dem Weltall, die Gestirne, die das Sternbild des Großen Wagens ergeben. Ein gelungenes Beispiel dafür, dass weniger oft mehr ist. Dieses Bild hängt in der Sonderausstellung im ersten Stock, die sich dem Motto „Straßen, Wege, Pfade“ verpflichtet und interessante Perspektiven aus verschiedensten Blickwinkeln bietet.

108 Arbeiten von 26 Hobbyfotografen im Alter von 16 bis 80 Jahren zeigen, wie vielfältig fotografische Arbeit sein kann. Die Besucher können ihre fünf Favoriten wählen – und damit den Nachfolger von Horst Mahrs Vorjahrssiegerbild. Die Wahl dürfte nicht leicht fallen.

Die Fotoschau in der Grundschule Parsberg ist noch bis einschließlich Sonntag, 8. Januar, täglich von 11.30 bis 16 Uhr geöffnet. Am morgigen Mittwoch findet um 19.30 Uhr die Diavorführung „Faszination Nepal“ mit Bildern von Rudi Holzapfel statt.

Von Reinhold Schmid

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