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Hier am Baumer Berg zwischen Waakirchen und Miesbach hat‘s schon oft gekracht.

Mehrere Unfälle - „Alle denken, das liegt am Glatteis“

Darum sind die Kurven am Baumer Berg so rutschig

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Horst Müller, Straßenmeister in Hausham, spricht mit uns über die gefährliche Stelle beim Baumer Berg. So vermeiden Sie einen Unfall an dem kurvigen Steilstück.

Miesbach/Hausham – Die Leitplanke verbeult, knapp dahinter geht es zig Meter nach unten: Die steile Straße beim Baumer Berg auf der B472 zwischen Waakirchen und Miesbach ist für Auto- und Lastwagenfahrer eine Gefahr. Sie kommen bergab ins Schleudern und krachen gegen die Planke. Dort haben sie Spuren hinterlassen.

Die Straßenmeisterei in Hausham hat bereits vor Jahren die Geschwindigkeit an der Stelle reduziert, doch scheinbar unterschätzen die Fahrer noch immer die Gefahr. Straßenmeister Horst Müller (44) erklärt, warum es an dieser Stelle so gefährlich ist und was Autofahrer und Straßenmeisterei dagegen tun können.

Herr Müller, die Leitplanke am Baumer Berg ist ziemlich demoliert. Was ist an der Stelle los?

Müller: Zuletzt hatten wir dort einen LKW-Unfall und kurz darauf ist ein PKW in die Planke gefahren. Die Griffigkeit der Fahrbahn ist durch die andauernde Kälte, die niederschlagsfreie Witterung und durch den Reifenabrieb der Fahrzeuge in der Kehre verschlechtert worden. Zwar denken alle, das liegt am Glatteis, das kommt aber tatsächlich vom Reifenabrieb. Wenn es besonders kalt ist, so wie in den vergangenen Wochen, vermischt sich der Abrieb mit Staub und Feuchtigkeit und es bildet sich ein Schmierbelag. Den haben wir vergangene Woche erst wieder mit einer Solespülung abgewaschen, also die Straße gereinigt. Im Moment ist die Lage dort wieder entspannt.

Der Deutsche Wetterdienst warnt nun aber vor Glatteis...

Müller: Sobald der Regen auf dem Radar im Anmarsch ist, – in Unterfranken hat es ja schon begonnen – werden unsere Fahrzeuge vermehrt streuen. An der Stelle am Baumer Berg steht außerdem ein Warnblinker, Schilder zur Warnung vor Schleudergefahr und eine Geschwindigkeitsbegrenzung mit 40 Kilometer pro Stunde. Daran müssen sich die Autofahrer einfach halten. Und an die Bedingungen anpassen. Denn wenn es schneit, kann ich da auch nicht mit 40 km/h hinunter fahren. Die Schutzstufe der Leitplanke wollen wir außerdem erhöhen.

Kommt eine neue hin?

Müller: Wir haben bereits mit der zuständigen Firma gesprochen. Beim Baumer Berg werden wir die Schutzstufe erhöhen und die Stelle sicherer machen. Die Leitplanke soll auch LKWs Schutz bieten. Normal sind die Planken 75 Zentimeter hoch. Wir lassen nun eine mit 90 Zentimetern montieren, so wie man sie von der Autobahn kennt. Sobald es die Witterung zulässt, kommt die neue Leitplanke an den Berg.

Der Baumer Berg ist aber sicher nicht die einzige Stelle, die Probleme bereitet.

Müller: Das nicht. An anderen Stellen im Leitzachtal und im Sudelfeldgebiet kam es in den vergangenen Wochen zu erhöhten Eisschwellen. Dort haben wir Kalziumchlorid gestreut, weil das normale Salz bei den Minusgraden nicht ausreicht. Die Eisflächen mussten wir aber oft händisch entfernen. Sonst sieht’s auf den Straßen aber gut aus. Gefahrenstellen wie die beim Baumer Berg haben wir sonst nicht.

nip

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