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Von romantisch bis rockig: Die Schottin Savourna Stevenson demonstrierte bestens gelaunt die vielfältigen Klangfarben der Harfe. 

Harfenfestival in Miesbach

Grenzenlose Möglichkeiten

Miesbach - Beim Harfenfestival im Waitzinger Keller beeindrucken die Künstler abermals mit musikalischer Bandbreite. 

Jedes Jahr am Gründonnerstag versetzt die Harfenistin Uschi Laar das Miesbacher Publikum mit ihrem Süddeutschen Harfenfestival in Erstaunen – durch die klangliche Vielfalt des großen Saiten-Instruments. Die Bandbreite reicht von Jazz bis Gipsy, von Märchen bis Meditation. Auch dieses Mal brillierten international gefragte Künstler im Waitzinger Keller.

Allen voran die Nummer eins der Welt unter den Jazzharfenisten: Park Stickney aus New York. Vor acht Jahren hat Stickney mit seinem virtuosen Spiel, bei dem er mit seinem Instrument regelrecht zu einer Einheit verschmolz, das Miesbacher Publikum schon aus den Sitzen gerissen. Und auch dieses Mal lag ihm das Publikum jubelnd und frenetisch applaudierend zu Füßen. Der Jazz-Klassiker überzeugte mit Paul Desmonds „Take five“, einer Eigenkomposition, die Kindheitserinnerungen an Familienurlaube in Arizona und Colorado wach werden ließ, oder – weil er tags zuvor ein Konzert vor 1000 Zuschauern in Shanghai gegeben hatte – indem er das chinesische Traditional „Girl of Ali Mountain“ verjazzte. Grandios, weil er das Ganze obendrein mit trockenem Humor moderierte.

Zuvor hatte die schottische Harfenistin Savourna Stevenson die 350 Zuschauer in ihren Bann gezogen. Die 55-Jährige ist bekannt dafür, dass sie traditionelle schottische Lieder neu interpretiert und zudem Neues auf ihrer Harfe komponiert – sogar für ganze Orchester. Entsprechend sinfonisch kam ihr Klangkörper durch das rasant schnelle Bedienen der Klappen für die Halbtöne rüber. Motivisch spannte sie einen geradezu natürlichen Bogen zwischen romantischen, sanften, fließenden hin zu rhythmischen, rockigen Kompositionen. Die Bandbreite reichte von der Hymne an den Hund ihres Sohnes über die Hommage an den heimatlichen Fluss Tweed bis hin zur Verbeugung vor dem amerikanischen Blue Grass Mountain, bei der Stevensons Harfe wie ein Banjo klang. Sogar die Berufung der eigenen Tochter zur Opernsängerin („Emily’s calling“) goss die Schottin in eine Komposition.

Klangbreite war dann der Trumpf bei der Tiroler Geschichtenerzählerin Barbara Beinsteiner und der Südtiroler Harfenistin Heidi Pixner (Schwester von Herbert Pixner – Anm. d. Red.). Sie trugen ein Märchen aus Zeiten vor, als „die Türen und Herzen noch offen standen“ – eine Referenz an die Wurzeln der Harfe, die einst ganz eng mit der Erzählkunst verbunden war. Es war ein großartiger Ersatz für den Beitrag der erkrankten Flötistin Violaine Contreras aus Brasilien.

Als Trio, zusammen mit Gitarrist Nunzio Barbieri sowie dem Harfenfest-Weggefährten und Kontrabassisten Dino Contenti aus Italien, entführte Laar das Publikum zunächst nach Arabien in weite, meditative Sphären – anarchisch und im besten Sinne abgedreht war das. Gleiches galt für ihre Version von Jimmy Hendricks „Voodoo Child“ sowie für ihr „Azzurro“, das Barbiere sonst zusammen mit Paolo Conte zum Besten gibt.

Die geeinte Botschaft der Musiker war auch diesmal wieder klar: Die Vielfalt und die Möglichkeiten der Harfe sind grenzenlos. Und das feierten schließlich alles zusammen mit der fulminanten Zugabe einer ergreifenden Gitarren-Kontrabass-Harfen-Version von „Schwarze Augen“, einem bekannten russischen Lied.

Alexandra Korimorth

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