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Versunken im Spiel: Cheyenne Brown eröffnete das Festival.

Harfenfestival in Miesbach

Wo die Sprache endet, verbindet die Musik

Beim Internationalen Harfenfestival in Miesbach bewiesen Künstler aus aller Welt die Vielseitigkeit des Instruments. 

Miesbach – Das Internationale Harfenfestival in Miesbach ist inzwischen Tradition. Seit 13 Jahren findet zu Gründonnerstag im Waitzinger Keller ein Konzert mit internationalen Harfenisten statt. Uschi Laar, der Begründerin des Festivals, ist es zusammen mit Organisatorin Christine Rank auch in diesem Jahr gelungen, hochkarätige Musiker nach Miesbach zu holen. Neben den Workshops, die begabten Harfenspielern an vier Tagen angeboten werden, war der Konzertabend das Highlight fürs Publikum.

Im vollbesetzen Waitzinger Keller eröffnete die US-Amerikanerin Cheyenne Brown den Abend. Geboren in Alaska, lebt sie inzwischen in den schottischen Highlands. Sie präsentierte schottische Slow Airs und schnelle Jigs and Reels auf ihrer „keltischen“ Harfe. „Parallel Latitude“ heißt ihre neue CD, und davon stammten auch die meisten Lieder. Es seien die Längengrade, die sich über die Erde ziehen und den Globus zusammenhalten, erklärte sie. Auch erzählte sie einiges aus ihrer Motivation, wie Lieder bei ihr entstehen oder neu interpretiert würden.

Leider war kein Übersetzer für die Ansprache des Publikums da, denn Uschi Laar laborierte an einer bitteren Bronchitis und konnte kaum sprechen. Stefan Eckmüller sprang zwar als Moderator ein, war aber wiederum nur für die vorbereiteten Passagen Sprecher. Damit dürfte dem Publikum einiges an Bezug verloren gegangen sein, denn Englisch war vielleicht noch vielen geläufig, Italienisch und Französisch allerdings verstanden offensichtlich wenige der Miesbacher Zuschauer.

Ein bisserl schade drum, denn Vincenzo Zitello ist seit 30 Jahren eine Größe in der italienischen Musikwelt – und das Harfenfestival 2017 bot eine einmalige Gelegenheit, ihn in Deutschland zu erleben und sein musikalisches Können dargeboten zu bekommen. Zitello war lange Jahre Harfenist im Vatikan. Sein Spiel bewies allerdings: Wo die Sprache endet, verbindet die Musik. Er hatte italienische Songs und Alte Musik im Repertoire, spielte auf einer mit Natursaiten und einer mit Metallsaiten bespannten Harfe – und am Ende mit beiden Harfen gleichzeitig. Temperament und Präsentation des Italieners waren sicherlich der Hochgenuss des Abends.

Freilich sorgten auch Laar & Laar, also Uschi Laar und ihre Tochter Lana für schönes Spiel. Im Duo spielen sie seit zehn Jahren zusammen, traten nun aber erstmals in Miesbach auf. Sie gaben vor allem Eigenkompositionen der Festival-Gründerin zum besten. Da gab es eine Habanera, zusätzlich begleitet von Dino Contenti am Kontrabass, da boten sie Klänge, die an Indien oder Tibet erinnerten („Bardo“) oder auch an den orientalischen Zauber Persiens und Syriens („Djabar“).

Zuletzt trat die Gruppe „Die Hoameligen“ aus Tirol auf. Die drei jungen Frauen aus der Innsbrucker Gegend spielten auf vier Instrumenten (Harfe, Ziach, Kontrabass und Geige) und erzählten in eingedeutschten Liedern wie „Don’t worry, be happy“ als „Don’t worry, be Mami“ von ihren sechs Kindern im Alter von sieben Monaten bis sieben Jahren. Sie brachten reichlich Schwung mit in ihrer Präsentation, die von Tiroler Volksmusik bis zu Acoustic Jazz Pop reichte. „Yes, Sir, that’s my baby“ oder „Sentimental Journey“ begeisterten das Publikum.

Von Sonja Still 

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