„Ich wollte, dass er aufhört“

Schlierseer (20) würgt Ex-Freund seiner Begleiterin

Sie trafen sich auf der Cuba Party in Hausham. Zufällig. Seine Begleiterin, ihr Ex-Freund und der 20-jährige Schlierseer selbst. Dann eskalierte alles komplett.

Hausham – Die Cuba Party in Hausham endete für einen 20-jährigen Schlierseer vor dem Miesbacher Amtsgericht. Dort musste er sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten.

Der Lehrling war mit einer Freundin zu dem Fest nach Hausham gegangen. Deren Ex-Freund befand ebenfalls unter den Partygästen und soll die beiden im Laufe des Abends mehrmals angerempelt haben. Als die Verflossene ihn zur Rede stellte, soll er sie mehrmals geschubst und beleidigt haben. Der Angeklagte wusste aus Vorkommnissen in der Vergangenheit, so hieß es vor Gericht, dass der Azubi zu Aggressionen und Handgreiflichkeiten neigt. Um seine Begleiterin zu schützen, stellte er sich zwischen das ehemalige Paar und packte den ebenfalls 20-Jährigen am Hals. Dieser soll ihn darauf ins Gesicht geschlagen haben, woraufhin der Angeklagte den Unruhestifter laut Anklage zu Boden warf und mit beiden Händen würgte. „Ich wollte, dass er aufhört, sie zu schubsen“, erklärte der Schlierseer vor Gericht.

Inwiefern der Geschädigte den Angeklagten im Vorfeld provoziert hatte, blieb bei der Verhandlung unklar. Die Zeugen waren sich an dieser Stelle uneinig. „Schade, dass vor Gericht immer wieder gelogen wird“, sagte Richter Klaus-Jürgen Schmid.

Der Geschädigte erlitt Hämatome am Hals und zog sich wegen am Boden liegender Scherben Schnittwunden an den Händen zu. Der Schlierseer bereute seine Tat sofort und suchte noch am selben Abend sowie tags darauf das Gespräch mit dem Geschädigten. Doch der nahm die Entschuldigung nicht an.

Die im Gericht anwesende Vertreterin der Jugendgerichtshilfe bezeichnete den Vorfall als „jugendtypisch“. Außerdem könne man eine Reifeverzögerung bei dem Schlierseer nicht ausschließen, da der junge Mann seine Ausbildung noch nicht abgeschlossen habe und finanziell und emotional von seinen Großeltern abhängig sei. Zu seinen Eltern hat der 20-Jährige keinen Kontakt.

Das Gericht verurteilte den 20-Jährigen schließlich wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldauflage von 600 Euro. Die muss der Angeklagte an die Suchtberatung Miesbach entrichten.

Leah Stefan

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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