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So könnte es aussehen: Die Visualisierung zeigt das potenzielle Baugebiet von Norden. In der Bildmitte befinden sich die Wohnhäuser für Einheimische, rechts (unterhalb des Hangs) die Anlage der Lebenshilfe.

Einheimischenprogramm und Haus Bambi

38 Seiten Pro und Kontra: Untersuchungen zu Neubaugebiet in Hausham fertig

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Die Fachplaner haben sich Zeit gelassen. Eineinhalb Jahre lang haben sie alle Fragen zum geplanten Neubaugebiet in Hausham-Abwinkl durchgearbeitet. Am Mittwoch folgt der Infoabend.

Hausham – Eine lange Liste an Fragen hat Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind von der ersten und bisher einzigen Infoveranstaltung zum Neubaugebiet zwischen Huberbergstraße und Huberspitzweg mitgenommen. Mehr als eineinhalb Jahre später liegen nun die Antworten der Fachplaner vor. „Wir haben alle Hausaufgaben erledigt“, ist sich Zangenfeind sicher. Ob das auch die Anwohner so sehen, wird sich am Mittwoch, 25. Juli, im Saal des Alpengasthof Glück Auf zeigen. Ab 19 Uhr werden hier die Experten ihre Ergebnisse vorstellen und Fragen beantworten.

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Dass sich die monatelangen Untersuchungen nicht zur Gänze an einem Abend abbilden lassen, ist dem Bürgermeister klar. „Der Informationsfluss würde den Rahmen sprengen“, sagt er. Um den rein informativen Teil abzukürzen, haben die Beteiligten ein 38 Seiten dickes Skript angefertigt, das ab sofort im Rathaus ausliegt und auch auf der Internetseite der Gemeinde abrufbar ist.

Das Fazit fasst Zangenfeind so zusammen: Die Bebauung der Flächen würde sicherlich einige Probleme in Bezug auf die Oberflächenentwässerung und den Ablauf der Baustelle mit sich bringen. „Allerdings können wir all diese Probleme bewältigen.“ Die Chance, bezahlbaren Wohnraum für einheimische Familien zu schaffen und den schwächsten Kindern der Gesellschaft die bestmögliche Betreuung zu ermöglichen, würden den Aufwand rechtfertigen, so Zangenfeind.

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Ein Punkt zieht sich wie ein roter Faden durch das Skript: Es ist stets von „möglichen Projekten“ die Rede, und immer wieder kommt zur Sprache, dass für die Umsetzung noch konkrete Planungen und Gemeinderatsbeschlüsse notwendig sind. Wie die circa 40 Wohneinheiten im Einheimischenprogramm und der Ersatzneubau für das Haus Bambi der Lebenshilfe für 18 Kinder und sechs bis acht Erwachsene mit Behinderung sowie 55 Mitarbeiter aussehen könnten, zeigen mehrere Visualisierungen. Zangenfeind bezeichnet die Variante als „sehr gemäßigt“. Obwohl man sich noch in einer frühen Phase befinde, wolle man den Bürgern bereits jetzt einen Eindruck vom möglichen Baugebiet geben.

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Auch die Erschließung nimmt im Infopaket viel Raum ein. Sie soll über eine Aufweitung des Huberspitzwegs auf acht Meter und eine neue Ringstraße mit einer Breite von 7,50 Meter gewährleistet werden. Die Huberbergstraße ist hingegen nur mit einem Fußweg an die neuen Häuser angebunden, für einen Teil des Moosrainer Wegs ist eine Einbahnregelung angedacht. Die Hauptzufahrt soll über die Naturfreundestraße und den Huberspitzweg erfolgen.

Um die Zunahme der Autofahrten im Neubaugebiet darzustellen, haben die Planer die von den Wohneinheiten her vergleichbare Siedlung Tiefenbach-Holz untersucht. Aufgrund einer Zählung gehen sie davon aus, dass sich das Verkehrsaufkommen im östlichen Teil der Naturfreundestraße durch die neuen Häuser im Schnitt um acht Prozent erhöht. Am neuen Bahnübergang kämen davon noch 1,5 Prozent an.

In Sachen Entwässerung werde sich die Situation für die Anwohner sogar verbessern, ist im Skript zu lesen. Derzeit fließe das Wasser unkontrolliert vom Hang in Richtung der tiefsten Stelle im Nordosten. Nach der Baumaßnahme werde ein Teil durch die Drainage abgefangen. Das restliche Oberflächenwasser werde in einem Rückhaltebecken gefasst und über ein unterirdisches Pumpwerk kontrolliert in die Schlierach abgeleitet. Das Schmutzwasser wird in den öffentlichen Kanal gepumpt.

Zu guter Letzt haben die Planer auch den Vorschlag der Bebauung eines Alternativgrundstücks an der Tegernseer Straße unter die Lupe genommen. Ihr Punkt-für-Punkt-Vergleich kommt zum Ergebnis, dass letzteres noch „feuchter“ ist als die Fläche an der Huberbergstraße. Die Entwässerung müsste komplett neu gebaut werden. Das wohl stärkste Argument folgt ganz zum Schluss: „Baurecht ist für das isolierte Mittelgrundstück, das sich im Landschaftsschutzgebiet befindet, nicht zu erwarten.“ Dieses Problem besteht nach dem Kreistagsbeschluss an der Huberbergstraße bekanntlich nicht mehr.

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