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Auf jeden Tropfen kommt es an: Thomas Weinberger bereitet bei der Deutschen Cocktail-Meisterschaft auf Schloss Fleesensee in Mecklenburg-Vorpommern seinen selbst kreierten „Blood & Sons“ zu.

Thomas Weinberger im Interview

5 Drinks in 2,5 Minuten: Lantenhammer-Experte mixte bei Cocktail-DM

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Er ist Weltrekordhalter im Speed-Mixen und arbeitet als Marketingleiter bei Lantenhammer in Hausham. Jetzt hat Thomas Weinberger bei der Deutschen Cocktailmeisterschaft mitgemacht.

Hausham/Fleesensee – Der Geschmack alleine reicht nicht. Wer bei der Deutschen Cocktail-Meisterschaft überzeugen will, muss eine perfekte Show abliefern. „Das Erlebnis eines Drinks wird heutzutage entscheidend von der Persönlichkeit des Barkeepers geprägt“, schreibt die Deutschen Barkeeper Union. 30 Teilnehmer haben beim Wettbewerb auf Schloss Fleesensee in Mecklenburg-Vorpommern zum Shaker gegriffen. Mit Thomas Weinberger (39) war auch der Marketingleiter der Haushamer Destillerie Lantenhammer am Start. Wie es gelaufen ist, verrät der Weltrekordhalter im Speed-Cocktailmixen und amtierende Bayerische und Süddeutsche Meister im Interview.

-Herr Weinberger, hatten Sie zittrige Hände beim Mixen?

Weinberger: Nein. Ich bin von Haus aus eher ein entspannter Typ, was mir auch an der Bar zugutekommt. Außerdem war es bereits meine dritte Teilnahme bei der Deutschen Meisterschaft, und einmal habe ich sogar den Vize-Titel geholt. Da lässt man sich nicht mehr so leicht unter Druck setzen. Es gibt aber schon Kollegen, die sehr nervös sind.

-Wie läuft denn der Wettbewerb genau ab?

Weinberger: Es gibt zwei Disziplinen, die in die Bewertung einfließen. Der Hauptteil ist die Zubereitung eines selbst kreierten Cocktails. Das war bei mir der „Blood & Sons“. Die Jury muss man dabei nicht nur mit Geschmack und Aroma überzeugen, sondern auch mit der Präsentation. Vor allem auf die Kommunikation kommt es an. Am besten ist, man stellt sich vor, dass man einen ganz normalen Gast vor sich hat. Auf die Geschwindigkeit ist dann der zweite Teil des Wettbewerbs ausgelegt. Da muss man fünf Standard-Drinks in zweieinhalb Minuten mixen. Zum Beispiel einen Mojito oder einen Manhattan.

-Klingt nach einem recht sportlichen Pensum.

Weinberger: Ist es auch. Wobei mir das nicht viel ausmacht. Beim Weltrekord im Speed-Mixen habe ich mit meinen drei Kollegen 3906 Cocktails in einer Stunde zubereitet. Das Zeitlimit bei der Meisterschaft war daher kein Problem für mich.

-Wie ist denn Ihr „Blood & Sons“ angekommen? Und wie schmeckt der überhaupt?

Weinberger: Der „Blood & Sons“ ist ein kräftiger Cocktail mit einer süßlich-bitteren, aber auch fruchtigen Note. Ein harmonischer Drink, der mit verschiedenen Geschmackskomponenten spielt. Bei der Jury ist das ganz gut angekommen, denke ich. Ich habe es immerhin auf Platz acht geschafft. Bei 30 Teilnehmern bin ich damit auf jeden Fall zufrieden.

-Verraten Sie uns das Rezept?

Weinberger: Klar. Drei Zentiliter Rum (gerne natürlich den neuen Rumult Bavarian Rum aus unserem Haus), drei Zentiliter roter Wermut, eineinhalb Zentiliter Orangenlikör, ein Zentiliter Lantenhammer Wildkirschbrand und zwei Tropfen Cocktailbitter.

-Für den Fall, dass man nicht selbst mixen will: Gibt’s den Drink auch irgendwo zum Probieren?

Weinberger: (lacht) Also auf einer Barkarte steht er meines Wissens noch nicht. Am 10. November gibt’s in der Lantenhammer Erlebnisdestillerie aber einen Cocktailabend. Da werde ich dann auch den „Blood & Sons“ zubereiten.

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