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Eklige Überreste: Diese Fleischteile haben Spaziergänger am Eckerbach bei Hausham gefunden.

Jäger hat einen Verdacht

Abartiger Fund im Wald: Woher kommen diese Kadaverteile?

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Spaziergänger haben den grausigen Haufen an einem Waldweg am Eckerbach bei Hausham entdeckt. Woher kommen all die Knochen, Innereien und das Fleisch? Der Jäger hat einen Verdacht.

Hausham – Das, was Spaziergänger nun am Eckerbach in der Nähe der Staatsstraße 2076 bei Hausham gefunden haben, erzeugt bei den meisten nicht nur Ärger, sondern auch Ekel. Zwischen dem schmalen Gewässer und einem Stadel am Waldrand liegt an einem Baumstamm ein Haufen Schlachtabfälle. Rohes Fleisch mit ein paar Knochen durchsetzt, auch Innereien sind zu erkennen. „Eine richtige Sauerei ist das“, sagt eine Frau, die dort öfter mit ihrem Hund unterwegs ist. Ihren Namen in der Zeitung lesen möchte sie nicht. „Wer weiß, wer das getan hat“, sagt sie.

Tatsächlich ist der eklige Fund kein Einzelfall. Alleine sie habe vier Mal innerhalb eines Jahres solche Fleischabfälle in diesem Waldstück entdeckt, sagt die Spaziergängerin. Auch Bekannte hätten ihr immer wieder von solchen Beobachtungen erzählt. Einen Verdacht, wer für die unliebsamen Hinterlassenschaften verantwortlich ist, hat niemand.

Jäger Karl Horny sind die Fleischreste in seinem Revier ebenfalls nicht neu. Er habe auch schon Rehabfälle im Wald gesehen, sagt der Feilnbacher. Beim aktuellen Fund tippt er dagegen eher auf die Überreste eines Schweins. Jäger hätten damit aber nichts zu tun, betont er. Zwar würden diese hin und wieder einen sogenannten Luderplatz anlegen, um etwa einen Fuchs anzulocken. Die Innereien dürften dann aber nur von Wild stammen und müssten einen halben Meter in der Erde vergraben – und das fernab von einem beliebten Spazierweg. Er selbst, sagt Horny, habe noch nie auf dieses Mittel zurückgegriffen. Für den aktuellen Fall hat er daher nur eine Erklärung: „Da hat sich einfach jemand seiner Abfälle entledigt.“

Das Landratsamt teilt diese Einschätzung. Weil der Vorfall der Behörde bislang nicht gemeldet worden sei, habe man sich zwar vor Ort kein Bild machen können, erklärt Pressesprecher Gerhard Brandl. Anhand der Beschreibung und des Fotos gehe man aber nicht von einer jagdrechtlichen, sondern von einer „abfallrechtlichen Problematik“ aus. Heißt im Klartext: Wer seinen Müll – und dazu zählen eben auch die Innereien eines Schweins – illegal im Wald entsorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld rechnen. „Wenn das häufiger vorkommt, kann das auch ein Straftatbestand werden“, erklärt Brandl. Beim Landratsamt anzeigen sollten die Finder die Fleischabfälle auf jeden Fall.

Jäger Horny will die Sache hingegen nicht zu hoch aufhängen. Einen Schaden für sein Revier fürchtet er nämlich nicht. Trotzdem könnten Hunde oder Füchse von dem rohen Fleisch fressen. „Die merken sich dann die Stelle und kommen immer wieder.“ Ein „Saustall“ sei die Angelegenheit aber allemal.

sg

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