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Abschied am Krankenhaus Agatharied: „Pionier der Kardiologie“ geht in den Ruhestand

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Von: Sebastian Grauvogl

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Hochkarätige Runde: (v.l.) Dr. Matthias Kranzmayr, Dr. Turgut Brodherr, Professor Günter Pilz, Hugo Trütsch (Stiftungsrat Otto Beisheim Stiftung), Dr. Markus Klos, Professor Stefan Kääb, Professor Berthold Höfling, Privatdozent Dr. Kars Neven und Klinik-Chef Benjamin Bartholdt.
Hochkarätige Runde: (v.l.) Dr. Matthias Kranzmayr, Dr. Turgut Brodherr, Professor Günter Pilz, Hugo Trütsch (Stiftungsrat Otto Beisheim Stiftung), Dr. Markus Klos, Professor Stefan Kääb, Professor Berthold Höfling, Privatdozent Dr. Kars Neven und Klinik-Chef Benjamin Bartholdt. © Krankenhaus

Vom ersten Herzschlag des Krankenhauses Agatharied an prägte Berthold Höfling dort die Kardiologie. Jetzt geht der Professor in den Ruhestand. Er verabschiedete sich mit einem Coup.

Agatharied – Ein Herz fürs Herz der Patienten: Das hatte Berthold Höfling (77) schon ganz zu Beginn seiner medizinischen Laufbahn. Seit 1998 profitiert davon auch die Bevölkerung im Landkreis. Als Mann der ersten Stunde des im selben Jahr eröffneten Krankenhauses Agatharied baute der Professor hier eine kardiologische Abteilung samt Herzkatheter auf, die weit über die Landkreisgrenzen hinaus für ihre hohe Qualität und ihre innovativen Methoden bekannt ist. Beim mittlerweile achten Kardiologischen Forum im Seeforum in Rottach-Egern hieß es nun Abschied nehmen von Höfling, der nicht nur in Agatharied als einer der Architekten und Pioniere seines Fachgebiets gilt.

Wohl auch, weil ihm – wie Krankenhaus-Vorstand Benjamin Bartholdt betonte – „großes Aufheben um seine Person“ nie wichtig gewesen sei, knüpfte Höfling seinen offiziellen Eintritt in den Ruhestand nicht an einen großen Festakt zu seinen Ehren, sondern lieber an das der Weiterentwicklung der Medizin dienende Symposium. Die laut Krankenhaus mit hochkarätigen Spezialisten besetzte Veranstaltung widmete sich diesmal den „inzwischen zur Volkskrankheit avancierten Herzrhythmusstörungen“.

Neues Verfahren zur Behandlung von Herz-Rhythmus-Störungen

Damit daran leidende Patienten künftig noch zielgerichteter behandelt werden können, verabschiedete sich Höfling laut Barthold mit einem „letzten Coup“, der die Kardiologie in Agatharied erneut auf ein noch höheres Niveau bringt: Der Professor Emeritus stellte die von ihm initiierte Puls-Feld-Ablation vor. Ein neues Verfahren der Elektrophysiologie zur zielgerichteten Behandlung von Herz-Rhythmus-Störungen, das bundesweit bislang nur an zehn Kliniken zum Einsatz kommt.

Der erste Eingriff in Agatharied habe diese Woche stattgefunden, teilt die Klinik mit. Ermöglicht habe dies neben Höflings Einsatz vor allem die Förderung durch die Professor Otto Beisheim Stiftung. Wie berichtet, unterstützte diese die Anschaffung der Geräte mit einer Großspende von 350 000 Euro. In einem Festakt zu Beginn des Forums Kardiologie bedankte sich Bartholdt im Namen aller Patienten bei Stiftungsrat Hugo Trütsch und beim Leitenden Oberarzt Dr. Turgut Brodherr und seinem Team, die sich das für die Puls-Feld-Ablation notwendige Spezialwissen angeeignet haben.

Professor Höfling weiter beruflich aktiv

Höfling, der sein medizinisches Staatsexamen 1971 an der Universität Würzburg abgelegt hatte und 1984 als Professor für Kardiologie an die LMU München berufen wurde, kam 1998 mit seinem Kollegen und späteren Nachfolger als Chefarzt der Kardiologie, Professor Günter Pilz, vom Klinikum Großhadern nach Agatharied. Dank ihm biete das Kreiskrankenhaus heute eine kardiologische Versorgung an, die mit den großen Universitätskliniken mithalten könne, schwärmte Geschäftsführer Bartholdt. Die „unermüdliche Initiative“ und der „Pioniergeist“ des Professor Emeritus hätten den Grundstein dafür gelegt, „dass wir unsere Patienten auch weiterhin nach dem neuesten Stand der medizinischen Forschung behandeln können“. Das also, was Höfling in seiner langen Laufbahn stets das größte Anliegen war und was er auch im Ruhestand noch nicht ganz aufgeben will: So ist der 77-Jährige weiterhin als Partner in der Privatpraxis NY Höfe in München-Nymphenburg beruflich aktiv.

sg

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