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Der Blick von oben: Die blauen Flächen sollen aus dem Landschaftsschutzgebiet entnommen werden. Der Bereich an der Schlierach (1) bleibt unbebaut, auf den Grundstücken am Alpengasthof (2) und an der Huberbergstraße (4) sollen 20 Wohnhäuser entstehen. Der Abschnitt unter der Hangkante (3) ist für das neue Haus Bambi vorgesehen

Umweltausschuss

Abwinkl: Platz für Familien und Haus Bambi

Hausham - Wohnraum für einheimische Familien und ein neues Haus Bambi. Dazu bräuchte es die Herausnahme des Areals aus dem Landschaftsschutzgebiet. Doch es regt sich Widerstand.

Alle wollen sie der Entscheidung im Kreistag nicht vorgreifen – nicht die Gemeinde Hausham und nicht die Lebenshilfe Miesbach. Doch die Hoffnung, dass die Mandatsträger in ihrer Sitzung am Mittwoch, 19. Oktober, zustimmen, in Hausham Abwinkl eine Fläche von knapp 21 000 Quadratmetern aus dem Landschaftsschutzgebiet zu nehmen, ist nicht zu überhören. Ein Thema ist der Antrag bereits am Montag, 10. Oktober, im Umweltausschuss. Dieser tagt ab 10.30 Uhr in der ehemaligen Kreissparkasse in Miesbach Ost und wird eine Empfehlung an den Kreistag aussprechen. 

Die 40 000 Quadratmeter große Fläche wird derzeit großteils landwirtschaftlich genutzt

Die freie Fläche, die sich in Abwinkl auftut, umfasst beinahe 40 000 Quadratmeter. Zurzeit wird sie großteils landwirtschaftlich genutzt. Im August informierte Bürgermeister Jens Zangenfeind in der Gemeinderatssitzung, was die Kommune dort plant (wir berichteten). Viele Bürger waren damals gekommen und erfuhren, dass für Familien Baumöglichkeiten auf rund 16 000 Quadratmetern entstehen sollen. Weitere 8000 Quadratmeter würde die Lebenshilfe Miesbach für den Neubau einer heilpädagogischen Tagesstätte erwerben. Etwa 21 000 Quadratmeter der Flächen liegen im Landschaftsschutzgebiet. 

„Es gibt natürlich ein Konzept für eine mögliche Bebauung. Das wäre jetzt noch zu früh“

Von der Entscheidung des Kreistags hängt also viel ab. „Es gibt natürlich ein Konzept für eine mögliche Bebauung“, sagt Rudi Randler, Geschäftsführer der Gemeinde Hausham. Aber noch keinerlei Details. „Das wäre jetzt noch zu früh.“ Erst wenn die Herausnahme bestätigt sei, werde der Gemeinderat in die genaue Planung einsteigen. Dass es grundsätzlich möglich ist, das Areal verkehrstechnisch zu erschließen und zu bebauen, habe die Gemeinde geprüft. „Sowohl der Huberspitzweg als auch die Schlierachbrücke können verbreitert werden“, informiert Randler. Man müsse auch an der Naturfreundestraße bauliche Änderungen vornehmen. Aber das sei machbar. Einen Mangel an Bewerbern für die Grundstücke fürchtet Randler nicht. „Wir haben im Rathaus aktuell etwa 100 Anfragen.“ 

„Sollte es grünes Licht, dann stehen alle bereit, damit es schnell vorangeht“

Ideen über ein mögliches neues Domizil in Abwinkl gibt es auch bei der Lebenshilfe Miesbach. „Sollte es grünes Licht geben, dann stehen alle bereit, damit es schnell vorangeht“, sagt Geschäftsführerin Inga Kokerols. Doch sei ihr klar, dass die Kreisräte keine leichte Entscheidung zu fällen haben. „Der Landschaftsschutz ist ein hohes Gut.“

 Auf den pocht denn auch der neu gegründete „Landschaftsschutzverein Hausham“. Der Vorsitzende des Vereins, Peter Weber, war telefonisch nicht erreichbar. Auf der Homepage ist jedoch die Rede von der „Vernichtung von 30 000 qm Landschaftsschutzgebiet“ und einer „zusätzlichen Verkehrsbelastung von 500 bis 700 Fahrten pro Tag“. Weiter: „Entgegen den Argumentationen des Gemeinderats handelt es sich hier keinesfalls um eine Verdichtung, sondern um eine Randerweiterung der Bebauung im Außenbereich.“ Angekündigt wird auf der Homepage auch ein Bürgerbegehren. 

Verständnis für das Projekt haben indes Naturschutzbeirat und auch Bund Naturschutz. Beide stimmen in ihren Stellungnahmen dem Antrag der Gemeinde zu – mit der Bedingung, dass entlang der Schlierach ein zehn Meter breiter Uferstreifen und am Hangfuß ein Pufferstreifen unbebaut bleiben.

cmh

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