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Zurück zu den Wurzeln: Das Hornistenquartett der Philharmonie München spielt sonst Klassiker wie Beethoven. Beim Haushamer Adventssingen kehrten sie zu ihren Ursprüngen zurück – zur Volksmusik.

Adventsingen erneut ausverkauft

Wunderbar staade Zeit in Hausham

Es ist eine traditionsreiche Veranstaltung, das Haushamer Adventsingen. Auch in diesem Jahr hat die Gemeinde zwei Termine am dritten Adventssonntag angeboten – und wieder hat sie beide ausverkauft.

Anlass für Bürgermeister Jens Zangenfeind, Dankbarkeit zu zeigen. Bei Martin Riedl, der seit Jahren das Programm gestaltet, bei den Musikanten, die mit großem Können diese Tradition zu einem Erlebnis machen, bei den Organisatoren der Gemeinde und vor allem beim Publikum, das treu in den Alpengasthof Glück Auf kommt.

Auch in diesem Jahr boten die eineinhalb Stunden staade Zeit eine Verschnaufpause im Vorweihnachtstreiben. Die Eröffnung spielten vier Hornisten der München Philharmoniker mit dem Kettenkapellenmarsch. Am Abend zuvor hatten sie in München unter ihrem Dirigenten Valery Gergiev auf der Bühne gestanden. Sie hatten Beethoven und Mahler gespielt und wurden von der Kritik gefeiert. Doch ihre Wurzeln haben die Musiker in der Volksmusik. Die Freude an ihr ist noch immer da, ließen sie Martin Riedl, der durch das Programm führte, erklären.

Eingeladen war auch der Hamberger Viergsang, der am Nachmittag in der Vorstellung noch wirklich ein Viergsang war, nämlich drei Frauen und ein Mann. Doch dieser war gesundheitlich angeschlagen und musste nach dem ersten Auftritt nach Hause gehen.

Die Boarische Almmusi, zwei Zithern und eine Kontragitarre, schenkte dem Adventssingen mit leichten Weisen ein flottes Flair. Die drei Musiker zeigten Vielseitigkeit. Bei der Anner Weis wechselten sie die Zither, Manfred Wörnle spielte stattdessen eine diatonische Harmonika. Ein besonderer Klang im traditionellen alpenländischen Weihnachtsmusizieren.

Besonderes Schmankerl war die Geigenmusi hoib & hoib. Die jungen Musikanten gewannen 2018 den Herma Haselsteiner Preis des Alpenländischen Volksmusikwettbewerbes in Innsbruck sowie das Traunsteiner Lindl. Die Musikanten, zu gleichen Teilen aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz, spielten Harfe, Geigen und Ziach und wurden vor allem durch das Spiel der jungen Flötistin zu einem wunderbaren Weihnachtsensemble.

Die Weihnachtstexte, die Sprecher Martin Riedl, sonst Bass-Stimme des Bergwachtgsangs, vortrug, stammten in diesem Jahr vor allem von Schriftstellern und Mundartdichtern aus der Region. „Wos geschiecht bloß heut“ vom Rottacher Martin Köck verzauberte das Publikum besonders, weil es in Mundart das Weihnachtswunder so schön ankündigte. Als am Ende der Haushamer Bergwachtsgsang zum Andachtsjodler anhob, sangen erst alle Musikanten auf der Bühne und schließlich das ganze Publikum im Saal mit, dankbar für die wunderbar staade Zeit.

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