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Feuerwehrler überprüfen eine Brandmeldeanlage (Symbolbild).

Kurioser Einsatz im Krankenhaus:

Feuerwehr-Kommandant erklärt, warum wegen „Warmduscher-Alarm“ alle ausrücken müssen

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Die Feuerwehr Agatharied hat viele Einsätze im Jahr. Einer allerdings, bei dem alle mitten in der Nacht ausrücken mussten, stellte sich als „Warmduscher“ heraus.

Agatharied– Wohnungsbrand, technische Hilfeleistung, Verkehrsabsicherung: Das sind die Klassiker im Einsatzprotokoll einer Freiwilligen Feuerwehr. Bei der Hauptversammlung der Agatharieder Truppe (wir berichteten) trug Kommandant Florian Maier (30) nun aber auch einen eher ungewöhnlichen Alarm vor: Die Feuerwehr war zu einem „Warmduscher“ im Krankenhaus Agatharied ausgerückt. Im Interview erzählt er, was da wirklich los war.

Herr Maier, wie löscht man einen Warmduscher?

Maier: (lacht) Mit kaltem Wasser. Nein, im Ernst: Löschen müssen wir bei so einem Einsatz zum Glück nicht. Tatsächlich nämlich handelt es sich in solchen Fällen um einen Fehlalarm. Das passiert dann, wenn jemand in der Nasszelle in seinem Krankenzimmer heiß duscht und dann gleich die Tür aufmacht. Dann schwappt ein Schwall Dampf aus dem Bad – und der Rauchmelder löst aus.

Wie oft kommt das vor?

Maier: Nicht häufig, aber doch immer wieder mal. Letztlich hängen solche Fehlauslösungen davon ab, wie gut ein Rauchmelder gewartet wird. Die Herstellerfirmen bieten Wartungsverträge an, und die sollte man auch in Anspruch nehmen. Das muss man sich im Grunde genommen wie einen Kundendienst beim Auto vorstellen.

Aber was gibt es denn bei einem Rauchmelder groß zu reparieren?

Florian Maier (30), Kommandant der Feuerwehr Agatharied.

Maier: In erster Linie geht es um eine Prüfung der Funktionsfähigkeit, aber in vielen Fällen auch um eine Reinigung. Nicht nur Staub kann die Sensoren irritieren, sondern auch eine Fliege, die dort ihre Eier abgelegt hat. Da haben wir schon die wildesten Sachen erlebt. Wenn es deshalb zu einem falschen Alarm kommt, ist es doppelt ärgerlich. Der Betreiber kriegt von uns eine Rechnung für den Einsatz, und wir mussten im schlimmsten Fall mitten in der Nacht umsonst ausrücken. Das ist schon eine Belastung, weil wir alle in der Früh in unsere normale Arbeit müssen.

In welcher Stärke rücken Sie denn bei einem Brandmeldealarm aus?

Maier: Wenn es ums Krankenhaus geht, rücken wir mit vier Fahrzeugen und bis zu 30 Mann aus, wobei uns da auch die Kollegen aus Hausham unterstützen. Wir müssen immer von einem Brand ausgehen und dürfen vorher nicht einfach mal kurz anrufen und fragen, was los ist. Und weil in einer Klinik immer ein Risiko für viele Menschen besteht, wird da am Material nicht gespart.

Das Krankenhaus beschert Ihnen also immer viel Arbeit?

Maier: Nicht mehr als andere größere Gebäude mit Brandmeldeanlagen. Im Krankenhaus ist es über die Jahre sogar besser geworden, weil da die Technik sehr gut gewartet wird. Wenn natürlich mal ein Patient der Psychiatrischen Klinik mutwillig den Alarmknopf drückt, kann niemand was dafür. Am wenigsten der Betroffene selbst.

sg

Lesen Sie auch: Wie ein Feuerwehrler alles verliert, weil er unter den Folgen von schlimmen Einsätzen bis heute leidet.

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