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Agatharied: Krankenhaus holt dringende OPs nach - Hoffnung auf „weniger schwere Verläufe“

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Von: Jonas Napiletzki

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Krankenhaus Agatharied
Das Krankenhaus Agatharied (Archivbild) hofft bei der Corona-Variante Omikron auf weniger schwere Verläufe. © Archiv/Thomas Plettenberg

Das Krankenhaus Agatharied hofft bei der Corona-Variante Omikron auf weniger schwere Verläufe. Erst am Montag ist ein Covid-Patient auf der Intensivstation gestorben.

Agatharied – Im Krankenhaus Agatharied ist am Montag der letzte Covid-Patient gestorben, der im Landkreis derzeit intensivmedizinisch behandelt wurde. Das teilt eine Sprecherin des Krankenhauses mit – und warnt gleichzeitig vor einer Fehleinschätzung der Kapazität. So seien die Belegungszahlen, die das Intensivregister des Robert-Koch-Instituts auch für den Landkreis ausweist, nicht geeignet, um Aussagen über Arbeitsbelastung oder Belegungsmöglichkeiten abzuleiten. Vielmehr stelle es „Momentaufnahmen zu einer bestimmten Tageszeit“ dar.

Corona-Betten fehlen an anderer Stelle

Intensivkapazitäten würden auch ohne Corona dringend benötigt. „Jedes Bett, das durch einen Corona-Patienten belegt ist, fehlt für die Versorgung der Erkrankungen jenseits von Covid-19, die ja nur wegen der Pandemie nicht weniger werden“, betont die Sprecherin. Als Beispiele nennt sie akute Gefäßverschlüsse, Darmverschlüsse und Herzinfarkte sowie Patienten, die nach einer Operation intensivmedizinisch überwacht werden müssten. 20 Patienten auf Intensivstation und Intermediate-Care-Betten spiegle eine normale Intensiv-Versorgung wieder.

Die vergangenen Wochen und Monate hätten gezeigt, dass es möglich sei, bis zu zehn Covid-19-Patienten gleichzeitig intensivmedizinisch zu behandeln. „Doch dabei darf nicht vergessen werden, dass dies zu Lasten aller anderen Patienten geht“, die dann verschoben oder verlegt werden müssten.

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Trotzdem sei die Belegschaft in Agatharied derzeit „vorsichtig optimistisch“. Die vierte Welle sei gebrochen und der Krankenstand der eigenen Mitarbeiter wieder auf normalem Niveau. „Wir haben deutlich weniger Covid-19-Patienten im Haus.“ Intensivbetten seien derzeit frei von Corona-Patienten; gleiches gelte für Intermediate-Care-Betten. Drei Covid-Patienten liegen auf der Normalstation (Stand Dienstag, 13.30 Uhr).

Omikron „kann das Blatt schnell wenden“

„Doch es bleibt eine Momentaufnahme und die hoch ansteckende Omikron-Variante kann das Blatt schnell wenden“, sagt die Sprecherin. Möglicherweise seien die aktuell wieder steigenden Inzidenzen bereits ein Vorbote der „Omikron-Wand“. Es bleibe zu hoffen, dass Omikron tatsächlich deutlich weniger schwere Krankheitsverläufe mit sich bringe und so eine Überlastung des Gesundheitswesens nicht eintrete.

Operationen seien derweil für Notfälle reserviert, wenngleich dringende OPs eingeschoben werden konnten. „Bisher wurden keine Covid-19-Patienten abgewiesen, was leider für andere Patienten nicht gilt.“

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