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Ein Blumenstrauß zum Geburtstag: Loni Hammer. Auch der Bürgermeister gratulierte.

90. Geburtstag  

Alle Rückschläge weggesteckt

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Loni Hammer hat einiges mitgemacht in ihrem Leben. Doch sie hat sich nicht unterkriegen lassen. Jetzt ist die Haushamerin 90 Jahre alt geworden. 

Hausham– Wenn Loni Hammer aus Haushamzur Familienfeier zusammentrommelt, dann ist einiges geboten. Rund 50 Gäste feierten mit ihr im Fischbachauer Café Krugalm ihren 90. Geburtstag. Mit dabei waren unter anderem ihre neun Enkel und neun Urenkel.

Kinderreich ging es bei den Hammers schon immer zu. Die heute 90-Jährige war das elfte von 13 Kindern. Das erste Kind der Familie – ein Mädchen – starb bereits bei der Geburt. Nach ihren neun Brüdern kam Loni Hammer in Gilching im Kreis Starnberg zur Welt. Sie war noch keine zwei Jahre alt, als ihr Leben eine tragische Wendung nahm. Ihr Vater wurde im Zweiten Weltkrieg von einem Pferd getreten, kam heim und arbeitete gleich wieder auf dem Bauernhof. Auf dem Feld kam die offene Wunde in Kontakt mit Kunstdünger. Dabei zog sich der Vater eine Blutvergiftung zu – und starb wenig später. Zwei Wochen nach seinem Tod kamen Zwillinge zur Welt.

Loni Hammers Brüder wurden allesamt zum Kriegsdienst eingezogen. Sie selbst musste auf dem heimischen Hof helfen. Dafür wurde sie von der Schule freigestellt. „Dabei wäre ich so gerne zur Schule gegangen“, sagt die Haushamerin. „Der verpasste Unterricht ist mir mein Leben lang abgegangen. Ich habe nie viel Geld verdient.“ Sieben Jahre kümmerte sie sich bei einer Familie in Bad Kohlgrub um den Haushalt. Drei Jahre arbeitete sie in Schechen bei Rosenheim im Krankenhaus-Putzdienst. Vor knapp 50 Jahren verschlug es sie schließlich nach Hausham.

„Das war alles keine leichte Arbeit, aber ich habe mich immer durchgewurschtelt“, sagt Hammer. Mit 65 Jahren ging die Mutter einer Tochter und eines Sohnes in Rente. Für Reisen konnte sie sich auch im Ruhestand nicht begeistern. „Sie ist eher ein häuslicher Typ“, sagt Schwiegertochter Rosemarie. Lieber engagierte sie sich in der Heimat. So arbeitete sie über 20 Jahre lang als Messdienerin in Agatharied.

Gesundheitliche Rückschläge blieben nicht aus. So zog sich die Jubilarin vor vier Jahren einen Oberschenkel-Halsbruch zu, von dem sie sich jedoch gut erholt hat. Sie hat keine Probleme, die steile Außentreppe zu ihrer Wohnung zu erklimmen, ihren Haushalt führt sie noch immer selbst. „Auch geistig ist sie nach wie vor topfit“, sagt Rosemarie Hammer. Ihre Schwiegermutter lache gern und viel. Sie sei gerne alleine, „aber sie genießt es auch, wenn sich um sie rum was rührt“. So wie zu ihrem 90. Geburtstag. 

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