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Altes Rathausgrundstück in Hausham: Neuer Entwurf nach massiver Kritik deutlich verschlankt

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Von: Sebastian Grauvogl

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Da waren’s nur noch sechs: Der neue Entwurf für die Bebauung auf dem alten Rathausgrundstück in Hausham kommt deutlich luftiger daher. Waren zuerst fünf Häuser an der B 307 (vorne) vorgesehen, sind es jetzt nur noch vier. Ebenfalls im Modell erkennbar ist der Schallschutzzaun aus den drei Elementen Beton, Holz und Glas.
Da waren’s nur noch sechs: Der neue Entwurf für die Bebauung auf dem alten Rathausgrundstück in Hausham kommt deutlich luftiger daher. Waren zuerst fünf Häuser an der B 307 (vorne) vorgesehen, sind es jetzt nur noch vier. Ebenfalls im Modell erkennbar ist der Schallschutzzaun aus den drei Elementen Beton, Holz und Glas. © Sebastian Grauvogl

Die Schlierach GmbH hat die geplante Bebauung auf dem Grundstück des alten Haushamer Rathauses verkleinert: ein Haus weniger, mehr Luft zwischen den Gebäuden.

Hausham – Sichtlich bedient und auch ein wenig geknickt verließen die Planer der Schlierach GmbH vor knapp drei Wochen den Glückaufsaal. Kurz zuvor hatten sie sich im Gemeinderat eine ordentliche Packung Kritik zu ihrem Bauprojekt auf dem Grundstück des alten Haushamer Rathauses abgeholt. Am Montagabend nun war alles anders. Gleich mehrfach klopften die Ratsmitglieder anerkennend auf den Tisch, als Architekt Oliver Kiermeier und Projektentwicklerin Eva-Maria Klappauf die Ergebnisse ihrer versprochenen Überarbeitung der Pläne präsentiert hatten. Einen einstimmigen Beschluss für die erneute öffentliche Auslegung gab’s obendrein.

Mehr zum Thema: Nach emotionaler Kritik im Gemeinderat: Bürgermeister bittet um sachliche Diskussion zu Rathaus-Bebauung

Altes Rathaus in Hausham: Neuer Bebauungs-Entwurf deutlich verschlankt

Zumindest was die Zahl der Mehrfamilienhäuser anbelangt, könnte man von einer Rolle rückwärts sprechen. Wie berichtet, waren erst sechs Gebäude geplant. Weil die Schlierach GmbH dann aber noch ein Nachbargrundstück erwerben konnte, sollten sieben Baukörper auf dem Areal zwischen Miesbacher Straße, Rathausstraße und Tratberg entstehen. Jetzt sind es wieder sechs, teilte Architekt Kiermeier den Gemeinderäten mit. Allerdings nun eben auf einer größeren Fläche. Die Folge: mehr Luft zwischen den Häusern. Konkret sind die Abstände zwischen den Wänden der vorderen Baureihe an der Bundesstraße von elf auf 18 Meter angewachsen, berichtete Kiermeier. „Die Wohnqualität erhöht sich dadurch deutlich“, erklärte der Architekt.

Nicht mehr angetastet hat das Büro die Höhen der Gebäude. Sie bleiben vorne dreigeschossig (plus Attika), hinten viergeschossig (plus Attika). Kiermeier versuchte aber anhand von Vergleichen von Höhenschnitten aufzuzeigen, dass sich hier keine großen Abweichungen zur umliegenden Bebauung ergeben. Entspannt habe sich durch die Verschlankung des Vorhabens auch die Stellplatzsituation. Da statt 86 jetzt nur noch 72 Wohnungen entstehen sollen, würden 111 Autos in der Tiefgarage und 13 oberirdisch parken können. Letzteres sei sogar mehr, als es die Bayerische Bauordnung vorschreibe. Der Gesamtwohnraum hingegen musste durch das wegfallende siebte Haus freilich Federn lassen. 1000 Quadratmeter fallen der Umplanung zum Opfer. Die Zahl der Mieteinheiten mit einkommensorientierter Förderung (EOF) bleibt hingegen gleich, betonte Klappauf und erntete damit erneut ein Klopfen der Gemeinderäte.

Überhaupt war die Projektentwicklerin bemüht, die emotionalen Äußerungen von SPD-Gemeinderat Michael Ertl und einer Anwohnerin aus der letzten Sitzung ins rechte Licht zu rücken. Die Schlierach GmbH sei keineswegs ein Bauträger, dem es nur um den Profit gehe. „Wir sind kein Investor, der Geld macht und dann wieder von dannen zieht.“ Vielmehr wolle man gern gesehen sein in Hausham.

So habe man auch bei der „neuen Ortsmitte“ einen Teil der Wohnungen behalten, um sie selbst zu vermieten. Auch deshalb habe die Gemeinde bei der Schlierach GmbH angeklopft, ob sie sich nicht auch an der Ausschreibung des ehemaligen Rathausgrundstücks beteiligen wolle. Eben unter der Maßgabe, möglichst viel (bezahlbaren) Wohnraum anstelle des alten Rathauses zu schaffen. So sei es zu der vorgelegten Planung gekommen. Die nun vorgelegtem abgespeckte Variante sei aus wirtschaftlicher Sicht die unattraktivste, betonte Klappauf. Dennoch sei man den Wünschen der Anwohner und des Gemeinderats gern nachgekommen.

Zangenfeind: Änderungen wären auch ohne Kritik erfolgt

Dies wäre auch ohne die emotionalen Äußerungen zuletzt geschehen, fügte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) hinzu. Der Schlierach GmbH dankte er für die „vertrauensvolle Zusammenarbeit von Anfang an“ und hob hervor, dass diese trotz des wegfallenden siebten Hauses nicht mehr mit der Gemeinde über den Grundstückspreis nachverhandelt habe. Er ziehe unternehmerisch den Hut vor diesem Verhalten, lobte Zangenfeind. „Denn auch Sie haben nichts zu verschenken.“ Georg Eham bezeichnete die Änderungen am Plan als „bemerkenswert“. Noch dazu, weil diese in so kurzer Zeit vorgenommen wurden. An die Anwohner appellierte er, nicht alle Probleme im bestehenden Gebiet auf das neue Vorhaben zu projizieren.

Laut Zangenfeind soll der Gemeinderat voraussichtlich im Juni erneut über den Bebauungsplan beraten und dann auch den Satzungsbeschluss fällen.

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sg

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