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Blick auf die Baustelle: (v.l.) Polier Maik Sasse und Planer Andreas Geipel vom Landratsamt. 

Mehrkosten von rund 1,8 Millionen Euro

Anton-Weilmaier-Schule in Hausham: Förderzentrum wird teurer

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Die Sanierung und Erweiterung des Förderzentrums in Hausham kommt den Landkreis teurer als geplant. Mehrkosten von rund 1,8 Millionen Euro sind zu erwarten. Der Grund: Die gute Lage auf dem Bau.

Hausham – Die Baustelle ist in vollem Gange. Seit Ende April der Spatenstich für die Sanierung der Anton-Weilmaier-Schule in Hausham gesetzt wurde, schaffen Baumaschinen die Voraussetzungen für die Errichtung des Erweiterungsbaus. Die größten Gewerke sind mittlerweile ausgeschrieben und vergeben, und es hat sich gezeigt: Mit den zunächst geplanten rund 15,2 Millionen Euro Gesamtkosten wird es nicht getan sein. „Wir liegen 14 Prozent über der Berechnung“, sagt Kreiskämmerer Gerhard de Biasio.

Für den Landkreis, der den Großteil der Kosten trägt, bedeutet das einen finanziellen Mehraufwand von rund 1,8 Millionen Euro.

Ursache für die Steigerung sind nicht etwa falsche Berechnungen der Planer. Es ist die gute konjunkturelle Lage. „Der Markt ist katastrophal für Bauherren“, weiß de Biasio. „Die Preisangebote der Firmen sind deutlich höher als kalkuliert.“ Offenbar haben die Unternehmen die Qual der Wahl. Bei den Baumeisterarbeiten, die unter anderem den Tiefbau beinhalten, haben im Rahmen der europaweiten Ausschreibung 20 Firmen die Unterlagen angefordert und nur vier ein Angebot abgegeben. Beim Holzbau – der Erweiterungsbau wird in Holzbauweise errichtet – war das Verhältnis 26:3. Die Zuschläge gingen an Unternehmen aus Oberbayern und teilweise auch aus dem Landkreis. „Die Firmen haben die Auftragsbücher bis ins nächste Jahr hinein voll“, berichtet der Kreiskämmerer. „Das tut ihnen sicher gut, aber für uns bedeutet es, dass die meisten Leistungen teurer werden.“ Auch Bürgermeister und private Bauherren könnten ein Lied davon singen.

Bei komplexen Baumaßnahmen wie dem Förderzentrum sind dem Landkreis die Hände gebunden. In anderen Fällen könne man Maßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht neu ausschreiben und auf geringere Kosten hoffen. Bei einem Vorhaben, bei dem die Gewerke ineinander greifen, sei das nicht möglich. Inzwischen müsse man fast froh sein, Firmen zu finden. „Wir haben kürzlich einen Brückenbau ausgeschrieben“, berichtet de Biasio. „Es hat keine einzige Firma ein Angebot abgegeben.“

Die Kreisgremien sind über die Lage auf dem Bau informiert. Ehe das Landratsamt die Aufträge zum höheren Preis vergeben hat, holte sich der Kreiskämmerer die politische Freigabe. Noch kann der Landkreis die Mehrkosten finanziell stemmen. Die Jahre 2015 und 2016 erbrachten höhere Überschüsse als geplant. „Ein großer Puffer ist aber nicht mehr drin“, gesteht de Biasio, „da der Erweiterungsbau aus Holz grundsätzlich schon teurer ist.“

Die Maßnahme am Förderzentrum gliedert sich in zwei Bauabschnitte: Zunächst entsteht der Erweiterungsbau, dann wird der Altbau saniert. Zehn neue Klassen finden im Erweiterungsbau Platz, dazu verschiedene Pflege- und Therapieräume. Die Fertigstellung soll zum Schuljahr 2019/20 erfolgen.

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