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Damit die Landkreisturnhalle leer bleibt: Um die Sportstätte in Hausham nicht belegen zu müssen, suchen die Gemeinden nach Ausweichmöglichkeiten.

Alternative zur Belegung der Landkreisturnhalle

Asylbewerber: Die Suche nach jedem freien Platz

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Hausham - Die drohende Belegung der Landkreisturnhalle in Hausham mit Flüchtlingen hat wachgerüttelt: Die Kommunen im Landkreis suchen gerade nach jeder freien Unterkunft, um die Sportstätte freizuhalten. Nun appellierte auch die Leiterin der Anton-Weilmaier-Schule erstmals an die Solidarität der Bürger.

Es eilt. Dem Landkreis bleibt nicht mehr viel Zeit, um Alternativen zur Landkreisturnhalle in Hausham als Asylbewerber-Domizil zu finden. „Die nächsten drei Wochen können noch durch andere Einrichtungen abgefangen werden“, informierte Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (FW) am Montag im Gemeinderat. Ab der vierten Woche greife der Plan des Landratsamts Miesbach, die Dreifachturnhalle mit Flüchtlingen zu belegen. Neben den Vereinen wäre davon insbesondere die Anton-Weilmaier-Schule betroffen, deren Kinder und Jugendliche mit Handicap dringend auf den Sport angewiesen sind (wir berichteten).

„Der Landkreis darf sich nicht die Blöße geben, den Kindern das wegzunehmen“, sagte Zangenfeind. Immerhin handele es sich bei den Schülern – sie kommen aus dem gesamten Landkreis – um die „Ärmsten und Schwächsten der Gesellschaft“. Was das für die Schule bedeutet, erläuterte Bärbel Lang den Gemeinderäten. „Das liegt mir natürlich auch schwer im Magen“, sagte die neue Schulleiterin der Förderschule. Auf der einen Seite stünden 200 Asylbewerber, die schutzbedürftig sind, auf der anderen Seite 200 Schüler, die auch schutzbedürftig sind. „Das ist eine schwierige ethische Frage“, betonte Lang. „Die einen brauchen ein Dach über dem Kopf, die anderen brauchen Förderung.“ 

Für die Schwerstbehinderten, Autisten und Verhaltensauffälligen sei das Lernen über die Bewegung entscheidend. Zudem sei das offene Schulgelände, auf dem sich Schüler und Asylbewerber treffen, für beide nicht ideal. Auch wegen eines anderen Grunds wäre es ihr am liebsten, wenn das Szenario Turnhallenbelegung nicht eintritt: „Sonst nimmt man manchem Kind eine nachhaltige Förderung.“ Ihre Bitte lautete daher, Alternativen zu suchen – um die einen Schutzbedürftigen nicht gegen die anderen aufzuwiegen. 

Deshalb haben Zangenfeind und Gerhard Klante (FW), Asylbeauftragter der Gemeinde, die Kommunen um freie Wohnungen für Flüchtlinge gebeten. Mit Erfolg: Am gestrigen Dienstag präsentierten sie dem Landratsamt eine Liste mit 100 Plätzen. Allein die Anton-Weilmaier-Schule hat laut Lange eine Hausmeisterwohnung mit fünf bis acht Plätzen im Angebot. Die Behörde hat nun eine Fachfirma engagiert, die die etwa 30 Wohnungen durch einen Bau- sowie einen Brandschutzsachverständigen auf ihre Eignung als Unterkunft prüfen lässt. Gestern startete die Besichtigungstour. 

Trotz aller Anstrengungen: 80 bis 90 Plätze fehlen noch, um Alternativen zur Halle zu haben, berichtete Zangenfeind. „Ich bin total optimistisch, dass es funktioniert“, sagte Klante. „Die meisten Bürgermeister haben sich wirklich bemüht.“ Bis Ende September, so Zangenfeind, muss der Landkreis endgültig entscheiden, ob er die Sportstätte in Beschlag nimmt. Bis dahin appelliert er an alle Landkreisbürger, jeden freien, potenziellen Platz für Asylbewerber zu melden.

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