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Ein Haushamer und sein Werk: Walter Holzfurtner senior rückt die Hirten in der Ganzjahreskrippe in der Pfarrkirche St. Anton zurecht. Alles ist für die Ankunft des Engels vorbereitet.

Unser Adventskalender: Der Auftakt

Warum dieser Haushamer entscheidet, wann der Engel kommt

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In unserem Adventskalender öffnen wir bis Heiligabend jeden Tag ein Türchen und stellen einen besonderen Menschen und seinen persönlichen Advent vor. Zum Auftakt: Walter Holzfurtner und seine Krippe:

Hausham - Nicht nur im Advent kümmert sich Walter Holzfurtner senior um die Krippe in der Haushamer Pfarrkirche. Das ganze Kirchenjahr baut er – passend zu den Festtagen – Szenen aus dem Leben Jesu nach.

Den Hirten ist die Anspannung ins Gesicht geschnitzt. Fast sieht es aus, als würden sie warten. Warten auf den Engel, der ihnen die frohe Botschaft verkündet. Wann das passiert, entscheidet Walter Holzfurtner senior. „Nach dem Adventssingen ist es so weit“, verrät der 69-jährige Haushamer. Er kümmert sich seit zwei Jahren um die Ganzjahreskrippe in der Pfarrkirche St. Anton – nicht nur in der Adventszeit. Aber auch ihm ist die Vorfreude anzumerken, als er die handhohen Figuren behutsam zurechtrückt. „Das sind alles Unikate“, schwärmt er. Kopf, Arme und Beine aus Ahornholz geschnitzt, die teils dreilagige Kleidung in einer Spezialflüssigkeit eingelegt und ausgehärtet – für einen realistischen Faltenwurf. Ein Werk der Firma Demetz aus Lajen im Grödnertal in Südtirol. „Sehr selten und wertvoll“, sagt Holzfurtner.

Seit er die Figuren zum ersten Mal im Kloster Andechs bestaunt hat, lassen sie ihn nicht mehr los. „Schuld“ daran ist seine Frau. Die hatte mit den Schalkfrauen der Schlierachtaler Trachtler dem in Hausham aufgewachsenen Frater Stefan einen Besuch abgestattet – und erzählte ihrem Mann von dessen Krippe. Und sie überbrachte ihm ein verlockendes Angebot. Der Frater würde die Figuren stiften, wenn Holzfurtner sie in Hausham aufstellt.

Der pensionierte Schriftsetzer hatte schon immer ein Faible für Krippen und sich selbst ein schönes Arrangement der Heiligen Nacht geschaffen. Also fuhr er gleich am nächsten Tag nach Andechs – und erschrak. Die Krippe des Fraters war mit vier Metern Länge und einem Meter Breite ein paar Nummern größer als erwartet. „Meine ist misst ja nur 60 mal 40 Zentimeter“ erzählt Holzfurtner schmunzelnd.

Doch der Haushamer nahm sich dem Großprojekt an – und stieß bei Pfarrer Michael Mannhardt auf offene Ohren. Der suchte ohnehin gerade nach einer neuen Krippe für sein Gotteshaus. Am liebsten nicht nur mit einer weihnachtlichen Szene, sondern mit verschiedenen Stationen aus dem Leben Jesu. Die Idee zur Ganzjahreskrippe war geboren.

Was mit einem Satz Figuren und der Geburt Christi in einer Steinhöhle aus koloriertem und mit Moos beklebtem Styrodur begann, hat sich mittlerweile auf sieben Motive ausgewachsen. Von der Herbergssuche von Josef und Maria über die Verkündigung an die Hirten bis zu Jesus’ Jugend als Zimmermeister in Nazareth. Die Figuren für die Kreuzigungsgruppe und die Auferstehung sind bereits bestellt – natürlich im Grödnertal. Dank vieler großzügiger Spenden, wie Holzfurtner betont. Anders wäre die Finanzierung der zwischen 400 und 500 Euro teuren Einzelstücke gar nicht möglich. „Ich gehe immer wieder Betteln“, sagt Holzfurtner schmunzelnd.

Die Gebäude und die Landschaft baut er selbst. Die Szenerie mutet mit Palmen und Sand orientalisch an. Das gefällt nicht jedem, berichtet Holzfurtner. So habe schon mal jemand kritisiert, dass ein alpenländisches Motiv schöner gewesen wäre. Der 69-Jährige schüttelt heftig den Kopf. „Jesus ist nicht in Lederhosen auf einer Almhütte auf die Welt gekommen.“ Über die biblische Erzählung vom Leben Christi lässt der Haushamer nichts kommen. Seine Leidenschaft für die Krippe ist mehr als nur ein Hobby. „Da steckt viel Glaube drin“, betont er.

Aktuell bastelt Holzfurtner am Berg Golgatha, auf dem Jesus gekreuzigt wurde. Aus Platzgründen wird er an Ostern die Geburtshöhle verdecken. Keine Notlösung, sondern die Philosophie einer Ganzjahreskrippe. Die Szenen wechseln mit dem Kirchenjahr. „Wie in einem Film“, erklärt Holzfurtner. So müssen eben auch die Hirten noch ein bisschen warten, bis ihnen der Engel erscheint. Nicht nur für sie ein besonderer Moment, sondern auch für den Haushamer Krippenbauer selbst.

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